14:11 BAUBRANCHE

KOF-Baublatt-Ausblick: Auftrieb in den nominalen Bauinvestitionen

Geschrieben von: KOF Institut
Teaserbild-Quelle: Rook of Arts, Unsplash

Die nominalen Bauinvestitionen in der Schweiz dürften in diesem Jahr deutlich zulegen. Kommt es zu einer Baupreisteuerung im Jahresverlauf, werden die nominal projektierten Bausummen teilweise durch höhere Kosten geschmälert.

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Quelle: Rook of Arts, Unsplash

Die Branche wächst, muss aber höhere Kosten stemmen: Die Bauinvestitionen in der Schweiz ziehen 2026 nominal wieder deutlich an — allerdings könnten steigende Baupreise dafür sorgen, dass das reale Bauvolumen deutlich weniger stark wächst.

Im vierten Quartal 2025 haben sich die nominalen Bauinvestitionen in der Schweiz im Vergleich zum Vorjahresquartal um 2.7 Prozent erhöht. Mit diesem kräftigen Jahresabschluss — nach drei negativen Quartalen — sind die Bauinvestitionen über die vier Quartale 2025 gerechnet nahezu stabil geblieben gegenüber der Jahressumme 2024 (nominal +0.4%). Die Bauinvestitionssumme im letzten Quartal 2025 lag zum ersten Mal wieder leicht über dem Quartalswert vor der Covid-Krise (2020-Q1: 16.7 Mia. CHF). 

Im ersten Quartal 2026 dürften sich die Bauinvestitionen um weitere 1.7 Prozent erhöht haben. Dies geht aus der aktuellen Schätzung des KOF-Baublatt-Ausblicks aufgrund der jüngsten Zahlen hervor. Die in der letzten Zeit eingereichten Baugesuche und die erteilten Baubewilligungen lassen zudem weitere deutliche nominale Anstiege erwarten. Der KOF-Baublatt-Ausblick prognostiziert für das zweite Quartal 2026 eine 2.3-Prozent Steigerung gegenüber dem Vorjahresquartal, gefolgt von +2.6 Prozent und +2.2 Prozent im dritten und vierten Quartal 2026. 

KOF-BB-A_ KOF-Baublatt-Ausblick_Diagramm2

Quelle: KOF Institut / BfS

Mehr Preisbewegungen erwartet

Bei den Bauunternehmen gehen die Einschätzung der aktuellen Lage und ihre Aussichten für die nächsten Monate auseinander. Dies zeigen die neuesten Ergebnisse der KOF Konjunkturumfragen, die im April bei den Firmen im Baugewerbe erhoben wurden. Die gegenwärtige Geschäftslage wird durchweg als zufriedenstellend angesehen. Die Hälfte der Unternehmen meldet eine gute Geschäftslage, weitere 46 Prozent eine zufriedenstellende und ein kleiner Rest berichtet von einer schlechten. Sowohl die Nachfrage als auch die Bautätigkeit entwickelten sich in den vergangenen drei Monaten dynamischer als zuvor. Knapp 30 Prozent der Unternehmen taxieren ihren Auftragsbestand derzeit als hoch und ungefähr 60 Prozent als normal. Diese Einschätzungen gleichen der Lage während der Hochphase von Anfang 2023. Deutlich weniger Unternehmen berichten aktuell von einer ungenügenden Nachfrage (April 2026: 23%) als vor einem Jahr (April 2025: knapp 30%).

Die Unternehmen blicken derweil leicht verhaltener auf die kommenden Monate als zu Beginn dieses Jahres. Der Anteil der Firmen, die eine Verschlechterung ihrer Geschäftslage in den nächsten sechs Monaten erwartet, steigt um einen Prozentpunkt auf 8 Prozent, während nach wie vor knapp 79 Prozent mit einer stabilen Geschäftslage rechnen. Zudem hellt sich der Ausblick auf die Entwicklung der Nachfrage und der Bautätigkeit in den kommenden drei Monaten nicht weiter auf; die Firmen bilden ihre Erwartungen derzeit etwas vorsichtiger als vor einigen Monaten. Bei der erwarteten Preisentwicklung zeichnet sich jedoch eine deutlichere Bewegung ab: 22 Prozent der Firmen rechnen damit, ihre Preise in den nächsten drei Monaten zu erhöhen, während jetzt nur noch 72 Prozent mit stabilen Preisen rechnen. Im Vergleich waren es im Januar 77 Prozent, die keine Preisänderungen vorgesehen haben.

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Quelle: KOF Institut / BfS

Reale Entwicklung könnte weniger stark ausfallen

Der KOF-Baublatt-Ausblick bezieht sich auf die nominalen Bauinvestitionen. Somit muss die Preisentwicklung mitberücksichtigt werden, um das damit verbundene reale Bauvolumen abschätzen zu können. In der Grafik «Baupreise» ist daher die vom Bundesamt für Statistik (BFS) halbjährlich erhobene Preisentwicklung für das Baugewerbe im Vergleich zum Vorjahr sowie der Saldo der Preiserwartungen für das laufende Quartal aus den Ergebnissen der KOF Konjunkturumfragen abgetragen. Mithilfe dieser Zusatzinformationen lässt sich das zu erwartende Bauinvestitionsvolumen einordnen. Sollten sich die Baupreise in diesem Jahr breitflächig verteuern, werden die real getätigten Bauinvestitionen weniger stark zunehmen, als die vom KOF-Baublatt-Ausblick prognostizierten nominalen Veränderungsraten anzeigen. 

Zwischen Oktober und April 2025 sind die Baupreise in der Schweiz gemäss der Dezember-Publikation des BFS Baupreisindex nur minim angestiegen (0.3%). Die Baupreisteuerung innerhalb eines Jahres, von Oktober 2025 bis Oktober 2026, belief sich auf 0.9 Prozent. Die Jahresteuerung lag somit leicht höher als im April 2025 (+0.7%) und Oktober 2024 (+0.6%). Bis im März 2026 setzten sich die höheren Preise für Ölprodukte noch nicht breitflächig in anderen Materialpreisen durch. Eine länger andauernde Lieferkettenstörung könnte sich dennoch in steigenden aggregierten Materialpreisindizes bemerkbar machen.

Hintergrund der Methode

Die meisten Bauvorhaben hängen von einer staatlichen Bewilligung ab. Deshalb nutzt das KOF für den vorliegenden Ausblick Informationen über Baugesuche und -bewilligungen, die das Baublatt erhoben hat. Die angewendete Analysemethode erlaubt eine Voraussage über die zu erwartenden nominalen Bauinvestitionen der nächsten vier Quartale.

Der KOF-Baublatt-Ausblick bezieht sich auf die nominalen Bauinvestitionen, da im Baubewilligungsverfahren alle Angaben zu den geplanten Baukosten zu laufenden Preisen erfolgen. Alle Niveauangaben werden saisonbereinigt. (KOF)

kof.ethz.ch/prognosen-indikatoren/indikatoren/kof-baublatt-ausblick.html

Geschrieben von

Das KOF Institut der ETH Zürich liefert fundierte Informationen im Bereich der Wirtschafts- und Konjunkturforschung. Sie erstellt eine Vielzahl von Prognosen und Indikatoren zur Konjunkturbeobachtung.

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Der KOF-Baublatt-Ausblick beziffert die zu erwartenden nominellen Bauinvestitionen der nächsten vier Quartale. Erstellt wird die Prognose von der KOF Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich. Die Analyse basiert auf Daten zu Baubewilligungen und -gesuchen, welche die Baublatt-Herausgeberin Infopro Digital Schweiz GmbH systematisch erhebt.

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