19:10 BAUBRANCHE

Kanton Zürich: Die Siedlungsstruktur im Wandel

Teaserbild-Quelle: Capri23auto

Der gebaute Kanton Zürich verändert sich. In einem Fünftel der vom statistischen Amt erfassten 26400 Kleinquartiere wird gebaut. Stark betroffen sind Quartiere mit vielen zwischen 1950 und 1975 errichteten Gebäuden. Wird nicht entsprechend in ihre Bausubstanz investiert, haben solche Gebäude laut Kanton das Ende ihres Lebenszyklus erreicht oder sind wirtschaftlich nicht mehr tragbar.


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Quelle: Greater Zurich Area, eigenes Werk, CC BY-SA 3.0,

Das Gesicht der Stadt Zürich wandelt sich, wie der übrige Kanton.

Während den vergangenen fünf Jahren waren von den 26’700 Kleinquartieren, in die das Statistische Amt das Siedlungsgebiet des Kantons Zürich einteilt, mehr als 6 Prozent oder rund 1700 Bauten von Gebäudeabbrüchen betroffen. Dabei handelte es sich es zum Teil um den kompletten Rückbau ganzer Siedlungen, womit Raum für neue Überbauungen geschaffen werden soll.

Wenn sich das Quartierbild ändert

Diese Entwicklung schlägt sich besonders in Quartieren mit zahlreichen Gebäuden aus den Jahren zwischen 1950 und 1975 nieder. Bei vielen dieser Bauten wird zurzeit über Abriss oder Sanierung entschieden; Denn ohne grössere Investitionen haben sie das Ende ihres Lebenszyklus’ erreicht oder sind wirtschaftlich nicht mehr tragbar.

Kombiniert man diese Gebäuderückbauten mit den Bauprojekten der letzten Jahre, ergibt sich ein Bild von baulichen Umbrüchen betroffenen Quartieren: Während der vergangenen fünf Jahre sind in zirka 4’600 Kleinquartieren Bauprojekte abgeschlossen worden oder laufen noch. Das Quartierbild verändert sich im Zuge der Neu- und Umbauprojekte vor allem in Kerngebieten dramatisch: Weil Kernzonenquartiere in der Regel klein sind, schlagen sich Einzelprojekte besonders schnell im Gesamtergebnis nieder.

Erstaunlich sei, dass auch in baulich mehrheitlich alten Quartieren in der Regel ein Zehntel der Bebauung jünger als fünf Jahre sei oder sich noch im Bau befinde, heisst es dazu in der Medienmitteilung des Kantons. Dies deute darauf hin, dass selbst diese vermeintlich stabilen Quartiere eine schleichende Veränderung durchliefen.

Bauten aus den frühen 80er-Jahren

Während sich die Bauentwicklung über einen längeren Zeitraum im Allgemeinen gut nachvollziehen lässt, fehlt eine Datengrundlage, die mit der sich mit derselben Sicherheit Aussagen über Sanierungsvorhaben machen lassen.

Aufgrund des Gebäudebestandes zeichnet sich zumindest in den nächsten Jahren ab, dass die Zahl der Gebäude, für die Entscheide bezüglich Sanierung oder Ersatz getroffen werden müssen, tendenziell weiter zunehmen. Dann dürften vor allem Bauten der frühen Achtzigerjahre abgebrochen werden. Von diesen wird es gemäss Statistischem Amt es besonders viele geben, da sie in den stärksten Baujahren des Kantons erstellt worden sind.

Werden die Rückbauten im gleichen Umfang Rahmen wie bislang vorgenommen, dann wird sich erst nach der Sanierung oder dem Rückbau von Bauten jener Zeit die Anzahl der Abrisse verringern. Davor dürfte die Zahl der sich baulich verändernden Kleinquartiere steigen.

Siedlungsentwicklung nach Innen immer wichtiger

Das Ziel des Kantons Zürich, die Siedlungsentwicklung nach innen zu fördern, wird damit laut Kanton einerseits immer wichtiger. Andererseits lägen in Sanierung und Ersatz Potenzial für die Gestaltung lebenswerter Quartiere, heisst es in der Medienmitteilung des Kantons.

Es wird zudem damit gerechnet, das die Zürcher Gemeinden sehr unterschiedlich von den zukünftigen Sanierungen betroffen sein werden: Während in Fehraltorf oder Oberweningen fast jedes dritte Haus und jede vierte Wohnung in den Achtzigerjahren erbaut wurde, spielen beispielsweise in Andelfingen oder Weiach Siedlungsentwicklungen aus dieser Zeit keine nennenswerte Rolle. (mai/mgt)

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