12:07 BAUBRANCHE

Holz: Höhere Nachfrage, grössere Ernte und steigende Preise

Teaserbild-Quelle: Matt Seymour, Unsplash

Im 2021 wurde mit fünf Millionen Kubikmetern insgesamt vier Prozent mehr Holz geerntet als im Vorjahr. Die Ernte ist beim Stammholz wie beim Energieholz höher ausgefallen. Zudem hat sich die Nachfrage 2021 erhöht und ebenso die Holzpreise, wie die aktuelle Forststatistik des Bundesamts für Statistik (BFS) und das forstwirtschaftliche Testbetriebsnetz des Bundesamtes für Umwelt (Bafu) zeigen.

Baumstämme (Symbolbild)

Quelle: Foundry, Pixabay-Lizenz

Im Vergleich zum Vorjahr wurde in Schweizer Wädern mehr Holz geerntet.

Die Zunahme ist die zweite Ertragssteigerung bei der Holzernte in Folge. Letztmals wurde in den Jahren 2018 und 2012 im gleichen Umfang Holz geerntet. In Hinblick auf die Versorgung sei das ein positives Signal aus der Forstwirtschaft, schreibt das BFS dazu.   Die Menge an Stammholz oder Sägeholz macht  mit 2,5 Millionen Kubikmetern knapp 50 Prozent der gesamten Holzernte aus, sie hat gegenüber dem Vorjahr um 6 Prozent zugenommen. Derweil umfasste die Menge an Energieholz zwei Millionen Kubikmeter und machte damit rund 40 Prozent der gesamten Holzernte aus; Sie hat sich somit um 2 Prozent erhöht. Sozusagen unverändert blieb die Menge an Industrieholz: Sie lag bei 0,5 Millionen Kubikmetern und einem Gesamtanteil von rund 10% bleibt.

Mehr als doppelt so viel Nadelholz wie Laubholz

Bezogen auf die in den Schweizer Wäldern geernteten Holzarten ist das Nadelholz mit einem 69%-Anteil mehr als doppelt so stark vertreten wie das Laubholz mit 31%. Beinahe zwei Drittel des Holzes stammen aus Wäldern in öffentlichem und ein Drittel aus privatem Besitz. Wie das BFS schreibt, hat sich dieses Verhältnis hat seit der Erhebung 2020 kaum verändert. Demgegenüber verteilen sich die Waldflächen der Schweiz auf 71% öffentlichen und 29% privaten Grund.

Holz zum Heizen in den letzten 20 Jahren massiv gestiegen

Energieholz wird immer wichtiger: Noch vor 20 Jahren lag sein Anteil an der Gesamternte lediglich bei 20%. Die stetige Zunahme führt man beim BFS vor allem auf die Hackschnitzel zurück: Die vermehrt installierten grossen Holzheizungen benötigten eine konstante Zufuhr. Mit der grösseren Ernte von Energieholz verringerte sich in den vergangenen 20 Jahren der Anteil des Stammholzes, es machte damals noch einen Anteil von 70% aus.

Derweil ist der Anteil an Industrieholz mit 10% über die Jahre stabil geblieben. Dies obwohl die meisten Verarbeiter die Produktion in dieser Zeitspanne eingestellt haben, wie das BFS schreibt.

Kleine Holzöfen wegen Unsicherheit bei der
Energieversorgung vermehrt gefragt?

Holzofen (Symbolbild)

Quelle: Matt Seymour, Unsplash

Wegen der unsicheren Energielage, dürfte wieder vermehrt mit Kleinöfen geheizt worden sein.

Wie die Forststatistik zudem zeigt, wird seit 2014 im Schweizer Wald mehr Hackholz als Stückholz produziert. Der Anteil Hackholz am gesamten Energieholz betrug im Jahr 2021 63%. Als 2004 erstmals das Energieholz getrennt nach diesen beiden Sortimenten erfasste wurde, waren es noch 24%. Demgegenüber sank der Anteil von Stückholz von 76% konstant auf heute noch 37%. 

Umso erstaunlicher sei es daher, dass das Gesamtvolumen an geerntetem Stückholz von 2020 bis 2021 um 5%, dasjenige von Hackholz dagegen lediglich um 0,5% gestiegen sei, schreibt das BFS. Dies weise darauf hin, dass bei zunehmender Unsicherheit in der Energieversorgung Stückholzfeuerungen wie Cheminées und kleine Holzöfen wie zum Beispiel der Schwedenofen wieder vermehrt gefragt sind.

Höhere Holzpreise reduzieren Verluste bei Forstbetrieben

Die 656 Schweizer Forstbetriebe konnten 2021 gesamthaft Einnahmen von 583 Millionen Franken ausweisen. Die Ausgaben hingegen betrugen 590 Millionen Franken, woraus eine Unterdeckung von rund 7 Millionen Franken resultierte. 2020 lag das Minus noch bei 44 Millionen Franken. Als Grund führt das BFS die gestiegenen Holzpreise an. Die hohe Nachfrage habe die Preise soweit erhöht, als dass sie von Fachleuten als «auf einem normalen Niveau liegend» beurteilt würden.

Bei den Betrieben aus dem forstwirtschaftlichen Testbetriebsnetz respektive bei 160 ausgewählten Forstbetrieben, die eine Vollkostenrechnung führen, haben sich die Verluste im Vergleich zum Vorjahr halbiert: In der Waldbewirtschaftung beliefen sich die Verluste 2021 auf 33 Franken pro Hektar – im Vorjahr waren es noch 66 Franken. 

Bezogen auf den Kubikmeter aufgerüstetem Holz resultierte ein Verlust von 8 Franken (2020: –16 Franken/m3). Auch konnte der Verlust über den Gesamtbetrieb (Waldbewirtschaftung, Sachgüter und Dienstleistungen) von 59 Franken pro Hektar auf 29 Franken/ha verringert werden. Die halbierten Verluste sind auf einen um 8 Franken höheren durchschnittlichen Holzerlös von 69 Franken pro Kubikemeter zurückzuführen. Beim Nadelstammholz stiegen die Preise um 13 Franken von 72 auf 85 Franken/m3. (mai/mgt)

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