16:08 BAUBRANCHE

Grüner Asphalt mit Pflanzenkohle für Basler Strassen

Teaserbild-Quelle: zvg / Kanton Basel-Stadt

Ein mit Pflanzenkohle versetzter Asphalt, der pro Jahr 450 Tonnen mehr CO2 bindet, als die Asphaltproduktion verursacht: Das Bau- und Verkehrsdepartement des Kantons Basel-Stadt hat mit einem Basler Institut für Baustofftechnologie einen Öko-Asphalt entwickelt. In der St.-Alban-Vorstadt soll er erstmals eingesetzt werden.

Strassenbaustelle

Quelle: zvg / Kanton Basel-Stadt

Der Kanton will mit dem umweltfreundlichen Asphalt seinen CO2-Fussabdruck reduzieren.

Entwickelt worden ist der umweltfreundliche Strassenbelag vom Basler Tiefbauamt und den Industriellen Werken Basel (IWB) in Zusammenarbeit mit dem Institut Viatec Basel AG. Der Pflanzenkohle-Asphalt sei von hoher Qualität, zeige gute technische Eigenschaften, erfülle alle Anforderungen der Schweizer Asphaltnormen und sei  langlebig, schreibt der Kanton in seiner Medienmitteilung. Die Kosten für einen Strassenbelag mit Pflanzenkohle seien geringfügig höher als bei einem Standardbelag.

Zwei bis drei Prozent Pflanzenkohle

Grün wird der Asphalt, in dem ihm neben einem Anteil von rund 50 Prozent Recyclingmaterial ein Anteil von 2 bis 3 Prozent Pflanzenkohle beigemischt wird. Dieser  kleine Anteil reicht - ausgehend von einem Asphaltverbrauch von 23'400 Tonnen pro Jahr - aus, dass im Strassenbelag 450 Tonnen mehr CO2-Äquivalent eingelagert wird als die Produktion verursacht, wie Michael Schweizer, für den Strassenbau zuständiger Abteilungsleiter im Tiefbauamt, erklärt.

Dem Strassenbelag sehe man diese Beimischung nicht an, zumal der Deckbelagvorerst unangetastet bleibe. Die Zugabe von Pflanzenkohle in der unteren Tragschicht des Strassenbelags hat laut Schweizer die positive Eigenschaft, dass sie Spurrillen besser vor schweren Lastwagen oder Bussen schützt.

Baumabschnitte und Weihnachtsbäume

Die Pflanzenkohle werde in den IWB unter anderem aus regelmässig anfallenden Baumabschnitten aus der regionalen Umgebung, aber auch aus ausgedienten Weihnachtsbäumen gewonnen, erklärt Dominik Born, Projektentwickler bei den IWB. Schon länger wird sie von der Stadtgärtnerei zur Verbesserung der Bodenqualität eingesetzt. Auch bei der Zementherstellung komme Pflanzenkohle bereits verbreitet zum Einsatz.

Die Kosten für einen Strassenbelag mit Pflanzenkohle seien geringfügig höher als bei einem Standardbelag, hiess es an der Medienkonferenz. Das liege vor allem am  aufwändigeren Mischvorgang. Wie es weiter hiess, dauert es seine Zeit bis die leichte Pflanzenkohle mit den ungleich schwereren Steinchen und dem Bitumen genügend durchmischt sei. (sda/mai)

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