13:09 BAUBRANCHE

Die Drohne, die im Dunkeln sieht

Teaserbild-Quelle: UZH

Forscher der Universität Zürich haben eine Drohne entwickelt, die auch bei schlechten Lichtbedingungen sicher fliegen kann. Möglich wird dies durch eine Spezialkamera und eine neue Software.

Damit Drohnen sicher fliegen können, müssen sie ihre genaue Position kennen und sich orientieren können. Das geschieht in der Regel mit Hilfe eines GPS-Systems. Schwierig wird es, wenn die Lichtverhältnisse nicht ideal sind. Die Kameras, die normalerweise in die Fluggeräte eingebaut sind, funktionieren nur bei gutem Licht und reduzierter Geschwindigkeit. Sonst werden die Bilder durch die schnelle Bewegung unscharf und werden folglich von den Bildverarbeitungsalgorithmen nicht erkannt.

Eine Forschergruppe der Universität Zürich und des Schweizer Forschungskonsortiums NCCR Robotics hat sich diesem Problem angenommen und eine Alternative entwickelt, wie es in einer Mitteilung heisst. Sie haben eine Spezialkamera entwickelt, die dem menschlichen Auge nachempfunden ist. „Dank dieser verliert die Drohne auch bei schnellen Bewegungen nicht die Orientierung und kann im Dunkeln mehr sehen als mit herkömmlichen Kameras“, heisst es. Dieses Forschungsprojekt verbinde als erstes seiner Art künstliche Intelligenz mit Robotik, so Davide Scaramuzza, Leiter der Uni-Forschungsgruppe. „Damit können Drohnen bald sehr viel autonomer und schneller fliegen als bisher.“

Die Spezialkamera erfasst im Gegensatz zu anderen Kameras nicht das gesamte Bild gleichzeitig, sondern individuelle Veränderungen in der Helligkeitsstufe jedes einzelnen Pixels. „So wird das Bild auch bei schnellen Bewegungen und bei schlechtem Umgebungslicht scharf“, schreiben die Forscher. Eine ebenfalls von ihnen entwickelte Software kann die Daten der Spezialkamera effizient verarbeiten.

Bis derart ausgerüstete Drohnen wirklich genutzt werden können, wird allerdings noch einige Zeit vergehen. Die Kamera, die die Forscher für den Versuch nutzten, ist ein früher Prototyp. Nun muss bewiesen werden, dass sie und die Software auch ausserhalb des Labors funktionieren. Scaramuzza: „Wir denken, dass wir es schaffen werden. Unsere bisherigen Versuche haben bereits gezeigt, dass die Kombination einer Standard- mit einer Spezialkamera das System exakter und zuverlässiger macht.“ (pd/mt)

Auf unserem Youtube-Kanal finden Sie ein Video der speziell ausgerüsteten Drohne.

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