08:05 BAUBRANCHE

Bewegung aufs Land: Coronakrise setzt den grossen Städten zu

Geschrieben von: Stefan Gyr (stg)
Teaserbild-Quelle: Katharina Wieland Müller, pixelio.de

Die Covid-19-Pandemie wird zwar zu keiner allgemeinen Stadtflucht führen, aber die Ortszentren verändern sich. Grüne Aussenräume gewinnen an Bedeutung, und der Strukturwandel im Detailhandel beschleunigt sich. Zu diesen Schlüssen kommen Fachleute von Espace Suisse.

Altstadt Bern Corona Erdgeschoss

Quelle: Katharina Wieland Müller, pixelio.de

Altstadt von Bern. Läden in Ortszentren hatten es bereits vor der Coronakrise oft schwer. Besonders in den Erdgeschossen brechen Nutzungen und Mieterträge weg.

Die Covid-19-Pandemie wird dauerhafte Veränderungen unseres Lebensmodells nach sich ziehen», schreibt der schweizerische Raumplanungsverband Espace Suisse in seinem neuen Bericht mit dem Titel «Post Corona». So wird das dezentrale Büro auch nach dem Abklingen der Krise verbreitet bleiben und unser Arbeitsmodell langfristig verändern. Diese weni­ger ortsgebundene Arbeitsweise wird in den nächsten Jahren für diverse Innovationen und Verschiebungen sorgen. Gearbeitet wird künftig nicht nur in privaten Küchen, Wohn- und Schlafzimmern, sondern auch an dritten Orten: in Coworking-Spaces, ausgelagerten Firmenbüros oder zugemieteten Räumen

Daraus ergeben sich wiederum neue Raumbedürfnisse. Regionalzentren spielen dabei mit ihrem Angebot für Kinderbetreuung, Einkauf und Freizeit eine wichtige Rolle. Das klassische Büro wird aber seinen Platz als Identifikationspunkt behalten und insbesondere zur Mit­arbeiterbindung und Innovationsfähigkeit beitragen. Die da­für benötigten Begegnungs- und Besprechungsflächen und die Anforderungen an deren Qualität werden zu­nehmen.

Wunsch nach mehr Wohnfläche

Weil zu Hause der Platz zum Arbeiten oft knapp ist, besteht ein erhöhtes Bedürfnis nach erweiter­tem privatem Raum. Dies wird teilweise die Nachfrage nach grösseren Wohnungen verstärken. Gleichzeitig ist der Arbeitsweg bei der Wahl des Wohnorts nicht mehr so entscheidend wie bisher, da künftig weniger häufig an den Arbeitsplatz gependelt wird.

Der Wunsch nach mehr Wohnfläche wird eine Bewe­gung in die Vorstädte und in die ländlichen Gebiete zur Folge haben, wo Wohnraum günstiger ist. Dies wird vor allem für Familien ein Thema sein. Diese Wohnflächen werden allerdings mit längeren Wegen und einem Verlust an Zentralität erkauft. Auf dem Land wird deshalb das Auto als Verkehrsmittel noch attraktiver, während sich in den Städten die sanfte Mobilität durchsetzen dürfte.

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Redaktor Baublatt

Seine Spezialgebiete sind politische, rechtliche und gesellschaftliche Fragen sowie Themen der Raumentwicklung.

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