Basler Bauinspektorat-Chefin muss nach Kritik der GPK gehen
Luzia Wigger Stein, die Leiterin des Basler Bau- und Gastgewerbeinspektorats (BGI) wird Anfang 2027 frühzeitig pensioniert. Grund ist die externe und interne Kritik an der Führungs- und Zusammenarbeitskultur, die auch die Geschäftsprüfungskommission (GPK) des Grossen Rats untersuchte.
Bauherrschaften kritisieren seit Längerem die Dauer bei Bewilligungsverfahren,
wie das Bau- und Verkehrsdepartement (BVD) unter Esther Keller (GLP) am
Mittwoch mitteilte. Auf diese und weitere Punkte wies auch die GPK in ihrem
Spezialbericht vom Juni hin.
Neben diesen Themen hätten sich auch die Herausforderungen
im Bereich Baubewilligungen in den vergangenen Jahren verändert, auch aufgrund
des Netto-Null-Ziels in der Klimapolitik des Kantons, heisst es im Communiqué.
Esther Keller: «Wir sind noch nicht am Ziel»
Die Regierung wird im September zu den Empfehlungen der GPK Stellung beziehen. Das BGI habe schon einiges umgesetzt, zum Beispiel die längeren Öffnungszeiten für die Beratung und die Umstellung auf ein durchgängig digitales Verfahren, wie Esther Keller auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA schreibt. «Wir sind aber noch nicht am Ziel und ich möchte, dass eine neue Leitung den Veränderungsprozess in der Arbeitskultur vorantreibt.»
Luzia Wigger Stein hat Jahrgang 1969. Vorzeitige Pensionierungen
sind in Basel-Stadt ab dem 58. Altersjahr möglich, in diesem Fall also nächstes
Jahr. Keller machte keine Angaben darüber, wie viel diese Frühpensionierung den
Kanton kostet – aus Gründen des Daten- und Persönlichkeitsschutzes, wie sie schreibt.
Interpellation zu Kosten der Frühpensionierung
Grossrat Christian Moesch (FDP) reicht zu diesem Thema eine
Interpellation ein, wie er am Mittwoch mitteilte. Er möchte von der Regierung
wissen, was diese vorzeitige Pensionierung kostet und ob sie zu Lasten der
Steuerzahlenden geht.
Das BVD wird die Stelle bald neu ausschreiben. Die neue
Person soll Erfahrung in Architektur und Bauwesen vorweisen. Zudem solle sie
eine «moderne Führungskultur» prägen, in der die «Zusammenarbeit und das Finden
von Lösungen» im Vordergrund stehe, schreibt Keller weiter.
Auslöser für den Spezialbericht der GPK waren zahlreiche Klagen von Kundinnen und Kunden wie auch von der Mitarbeiterschaft. Die GPK kritisierte unter anderem übermässig lange und unberechenbare Verfahren bei Baugesuchen und ein als toxisch beschriebenes Arbeitsklima. (sda)