BAK Economics: Konjunkturelle Belebung erst für 2027 erwartet
Im angelaufenen Jahr erwartet das Prognoseinstitut BAK Economics weiterhin nur eine verhaltene konjunkturelle Entwicklung. Im 2027 sollte dann besser werden - aber nicht für alle Branchen. Zumindest für die Bauwirtschaft sieht es aktuell relativ gut aus.
Konkret erwartet das Institut für 2026 unverändert ein Wachstum des um Sportevents bereinigten BIP von 0,9 Prozent. 2027 sollten dann laut den Experten 1,5 Prozent drin liegen, wie es am Donnerstag an einem Webinar hiess.
Düstere Prognosen für Maschinenbau, positiver Blick auf die Bauwirtschaft
Allerdings dürften sich die einzelnen Wirtschaftszweige gemäss den Ökonomen dabei sehr uneinheitlich entwickeln. Die grössten Impulse kommen von der pharmazeutischen Industrie. Für diese sagen die Experten für 2026 und 2027 ein Wachstum von 5,1 und 7,0 Prozent voraus. Hingegen sieht es für andere Bereiche der Industrie laut der BAK-Prognose düster aus: Für den Maschinenbau etwa werden rückläufige Wachstumsraten von 3,6 und 1,8 Prozent vorhergesagt. Ebenso dürfte es mit der Metallindustrie abwärts gehen.
Besser sieht es für die Uhrenindustrie aus (+0,9/+1,1%) aus. Und noch deutlichere Impulse erwarten die Fachleute von der Bauwirtschaft, die im laufenden Jahr respektive im 2026 gut 2 Prozent zulegen dürfte: «Die Pipeline in der Branche ist sehr gut gefüllt», hiess es dazu.
«Trumps Verhalten ist disruptiv»
Allerdings sind laut BAK-Economics-Chefökonom Claude Maurer sämtliche Vorhersagen mit Vorsicht zu geniessen. Der Grund dafür liegt laut Maurer in der Politik des US-Präsidenten: «Trumps Verhalten ist disruptiv und kann nicht prognostiziert werden.» Für den Moment seien zwar sehr hohe Zölle vom Tisch. «Das Handelsbilanz-Problem verschwindet aber nicht», so Maurer weiter. Mit anderen Worten: Neue Zoll-Attacken sind gemäss dem Wirtschaftsexperten nicht auszuschliessen. (awp sda/mai)