Holcim im ersten Halbjahr mit mehr Umsatz
Holcim hat im Frühling massiv Gas gegeben und damit den Rückstand vom Jahresbeginn aufgeholt, als der eisige Winter das Geschäft gebremst hatte. Damit hat der Baustoffkonzern die Erwartungen im ersten Semester übertroffen und steckt nun seine Ziele für das Gesamtjahr höher.
Insgesamt schaffte Holcim im ersten Halbjahr 2026 eine
leichte Umsatzsteigerung um 0,7 Prozent auf 7,93 Milliarden Franken, wie der
Innerschweizer Konzern am Freitag bekannt gab. Dass es nicht mehr wurden, ist
auf den starken Franken und Verkäufe von Geschäftsteilen zurückzuführen, die
zusammen den Umsatz um 333 Millionen Franken drückten.
Immerhin liess der Gegenwind durch den starken Franken im
Frühling massiv nach. Zudem profitierte Holcim ab März auch vom besseren Wetter,
sodass die Baustellen nach der Winterstarre wieder voll den Betrieb aufnahmen.
Dies führte zu einem organischen Wachstum aus eigener Kraft um 5,2 Prozent im
ersten Halbjahr.
Erwartungen weit übertroffen
Der wiederkehrende Betriebsgewinn auf Stufe EBIT stagnierte
bei 1,44 Milliarden Franken. Grund waren ebenfalls die Verkäufe von
Geschäftseinheiten mit hohen Margen und der starke Franken. Ohne diese wäre der
wiederkehrende EBIT um satte 11,5 Prozent gestiegen und damit mehr als doppelt
so stark wie der Umsatz.
Das zweistellige organische Wachstum des EBIT sei getrieben
von der höheren Kundennachfrage nach den nachhaltigen Produkten und Lösungen,
der konsequenten Kostendisziplin und der operativen Exzellenz, erklärte
Konzernchef Miljan Gutovic am Freitag.
Insgesamt hat Holcim sogar die optimistischsten Erwartungen
der Analysten übertroffen. Dennoch reagierten die Investoren mit Verkäufen. Die
Aktie sank bis gegen 12.40 Uhr in einem festeren Gesamtmarkt um 1,0 Prozent auf
74,66 Franken.
Hitzewellen ohne grosse Auswirkungen auf Geschäft
Weder der Iran-Krieg, noch die Hitzewellen oder die
verheerenden Waldbrände haben Holcim gebremst. Bei gewissen Projekten habe es
durch die grosse Hitze vielleicht Verzögerungen von einem oder zwei Tagen
gegeben. «Aber das ist nicht signifikant», sagte Gutovic im Gespräch mit der
Nachrichtenagentur AWP.
Ähnlich sieht es bei den Feuersbrünsten im Westen Europas
aus: «Die Waldbrände waren bisher noch nicht schädlich für die Performance
unseres Geschäfts in Frankreich und Spanien.»
Holcim hat im ersten Halbjahr in allen Weltregionen aus
eigener Kraft deutlich zugelegt. Am grössten war die Steigerung in der Region
Asien, Naher Osten und Afrika. In Lateinamerika gelang ebenfalls ein kräftiges
Wachstum. Mexiko habe ihn positiv überrascht. Auch in Zentralamerika sei das
Momentum stark. Peru boome.
Die grösste Überraschung sei aber Australien. «Die Zahl der Infrastrukturbauten ist unglaublich», sagte Gutovic.
Auch in der grössten Region ging es nach oben. «Europa
verzeichnete einen starken Umsatz, der sich im zweiten Quartal beschleunigte»,
sagte Gutovic am Freitag in Telefonkonferenzen für Journalisten und Analysten.
Dies sei auf die gute Entwicklung in Deutschland, der Schweiz, Spanien,
Griechenland und Osteuropa zurückzuführen. «Europa ist definitiv auf
Erholungskurs.»
Ziele höher gesteckt
Für 2026 zeigt sich Gutovic zuversichtlich: Aufgrund der
starken Ergebnisse habe man die Prognose für das Gesamtjahr 2026 schon jetzt
erhöht, statt wie üblicherweise erst im dritten Quartal.
Neu erwartet Holcim ein Umsatzwachstum von rund 5 Prozent
nach bisher 3 bis 5 Prozent. Der Betriebsgewinn soll gleichzeitig um rund 10
Prozent zulegen. Bisher hatte Holcim ein Plus von rund 8 bis 10 Prozent
ausgegeben.
Die entsprechende Marge soll weiter steigen. Im zweiten Halbjahr dürften die Aufträge aus dem riesigen deutschen Infrastrukturprogramm hereinkommen und Rückenwind verleihen. (awp sda)