07:08 BAUBRANCHE

573 Millionen Franken für Ausbau des Zürcher Fernwärmenetzes

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Die Stadt Zürich treibt den Aus- und Neubau der Fern- und Nahwärmeversorgung voran – bis 2040 sollen rund 60 Prozent des Stadtgebiets mit klimafreundlicher Wärme versorgt werden. Der Gemeinderat hat einen Rahmenkredit von 573 Millionen Franken bewilligt. 

Microtunneling für Erweiterung der Fernwärmeversorgung Zürich

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Aufnahme von Juni 2020: Für die Sicherstellung der Fernwärmeversorgung von Zürich-West wurde zwischen der Gerstenstrasse und der Kaverne Strickhof ein neuer, über zwei Kilometer langer Microtunnel erstellt. (Symbolbild)

Der Kredit stiess am Mittwochabend mit 107 Ja- zu 14 Nein-Stimmen auf breite Zustimmung. Einzig die SVP lehnte den Antrag in der Schlussabstimmung ab. 

Mit dem Rahmenkredit soll der Bau von sechs Energieverbünden in den Quartieren Albisrieden, Altstetten, Aussersihl, City, Enge und Höngg ermöglicht werden. Angezapft werden dafür verschiedene Energiequellen, je nach lokaler Begebenheit unter anderem Seewasser, Biomasse und Abwärme.

Um die städtischen Klimaziele zu erreichen, sei der Ersatz von Heizungen der grösste Hebel, sagte der zuständige Stadtrat Michael Baumer (FDP). Denn Öl- und andere fossil betriebene Heizungen verursachten rund die Hälfte der direkten CO2-Emissionen auf Stadtgebiet. 

Beim Rahmenkredit handle es sich zwar um einen grossen Betrag, dieser sei aber nicht sonderlich umstritten, hielt deshalb auch Patrick Tscherrig (SP) mit Verweis auf die von den Stimmberechtigten klar befürworteten Klimaziele fest. «Die Investitionen kommen zudem zum grossen Teil dem lokalen Gewerbe zugute», führte er weiter aus. 

Stadtrat entscheidet über Projekte 

Über die Aufteilung der 573 Millionen Franken in einzelne Objektkredite kann der Stadtrat entscheiden. Die Stossrichtung sei an sich ja unbestritten, und die Diskussion bei einzelnen Energieverbünden drehe sich immer in etwa um die selben Fragen, meinte Baumer dazu. 

SVP und GLP behagte dies angesichts der Grösse und der Zeitdauer des Rahmenkredites nicht. Deren Antrag, dass nicht der Stadtrat, sondern der Gemeinderat über jedes einzelne Projekt befinden soll, scheiterte aber mit 92 zu 30 Stimmen deutlich. 

Mit 70 zu 37 Stimmen (bei 12 Enthaltungen) wurde aber neu festgeschrieben, dass der Stadtrat dem Gemeinderat zumindest alle zwei Jahre einen Bericht über den Fortschritt vorlegen muss. 

Siedlungsgebiet zu 30 Prozent erschlossen

Derzeit sind gemäss Stadtrat rund 30 Prozent des Siedlungsgebiets der Stadt Zürich mit thermischen Netzen der städtischen Energieversorgungsunternehmen Entsorgung + Recycling Zürich und Ewz sowie privater Verbundbetreiber erschlossen. Bis 2040 sollen es mit den sechs geplanten Energieverbünden rund 60 Prozent des Stadtgebiets sein. 

Über den Rahmenkredit werden die Stimmberechtigten der Stadt Zürich an der Urne abschliessend befinden. (sda/pb) 

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