ZKB-Immostudie sieht Entspannungssignale, Wohnraum bleibt aber knapp
Neuer Trend auf dem Wohnungsmarkt: Immer häufiger müssen Mieten in den Inseraten gesenkt werden, damit sich die Wohnungen vermieten lassen. Die Autoren aktuellen ZKB-Studie deuten dies als leichtes Entspannungssignal. Wohnraum bleibe aber knapp.
Besonders ausgeprägt sei das Inserate-Phänomen im Kanton Zürich, schreibt die Zürcher Kantonalbank (ZKB) in der am Dienstag veröffentlichten Untersuchung. Bei fast jedem zwanzigsten Immobilieninserat sei dies inzwischen der Fall. Zwischenzeitlich habe es den Anschein gehabt, Vermieter könnten nahezu beliebige Mietpreise verlangen. "Nun zeigt sich, dass dem nicht so ist." Dennoch: Von einer eigentlichen Entspannung wollen die Studienautoren nicht sprechen. "Die Knappheit am Mietwohnungsmarkt bleibt bestehen, sie akzentuiert sich aber nicht weiter", sagte ZKB-Immobilienexpertin Ursina Kubli am Dienstag vor den Medien.
Insgesamt erwarten die ZKB-Experten nun einen moderaten Anstieg der Angebotsmieten von schweizweit 2,0 Prozent im laufenden und von 1,5 Prozent im kommenden Jahr. Dies sei nicht zuletzt die Folge steigender Nebenkosten infolge der Ölpreisexplosion. Eine wirkliche Entspannung sei auch deshalb nicht zu erwarten, weil es eine aufgestaute Nachfrage gebe. Wegen der Knappheit am Mietwohnungsmarkt sei die Bevölkerung in den vergangenen Jahren nur wenig umzugsfreudig gewesen. "Manche werden den bis anhin aufgeschobenen Umzug nachholen, sobald geeignete Wohnungen auf den Markt kommen", heisst es in der Studie.
Interesse an Eigenheim hat Zenit überschritten
Auch bei den Eigenheimpreisen dreht sich die Spirale nicht mehr ungebremst nach oben. Die ZKB-Ökonomen erwarten Preissteigerungen von 3,5 Prozent im Jahr 2026 und im Jahr 2027. In der Studie ist von einer "gewissen Abkühlung" die Rede. Mit dem aktuell hohen Preisniveau werde die Luft nach oben allmählich dünner. Das Interesse an den eigenen vier Wänden scheint laut den Experten seinen Höhepunkt zudem vorerst überschritten zu haben: Dies spiegle sich auch in den neu aktivierten Suchabos für Eigenheime wider. Zusätzlich wirke sich ein Mix aus leicht gestiegenen langfristigen Hypozinsen und ein nicht mehr ganz so heiss laufender Arbeitsmarkt dämpfend auf die Nachfrage aus. (awp sda/mai)