WSL-Forschungsprojekt: Drohnen überwachen Wälder
Unsere Wälder sind durch den Klimawandel herausgefordert. Wie sie auf zunehmende Hitze und Trockenheit reagieren, wollen Forschende des WSL nun mit Drohnen überwachen und sichtbar machen.
Quelle: WSL
Aus der Luft wollen die Forschenden grossflächig überwachen, wie unsere Wälder auf Hitzestress reagieren.
Das Stichwort heisst «»Trockenstress«»: Die Klimaerwärmung nimmt seit 2000 laufend zu. So mass die Wissenschaft die heissesten Jahre seit Beginn der Aufzeichnung allesamt im neuen Jahrtausend. Der Spitzenreiter in Mitteleuropa war, gefolgt von 2023 und 2016.
Diese zunehmende Hitze und die damit einhergehende Trockenheit bedeuten für unsere Wälder aber erhöhten Stress, was zugleich eine erhöhte Anfälligkeit auf Krankheiten und Schäden bedeutet. Forstfachleute untersuchen mit Hochdruck, wie einzelne Baumarten auf Wassermangel und hohe Temperaturen reagieren
Quelle: Markus Bolliger
Der Klimawandel führt zu mehr Hitze und Trockenheit, was unseren Bäumen und Wäldern stark zusetzt.
Bisher nur für einzelne Bäume möglich
Die Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) setzt nun neu Drohnen zur Überwachung unserer Wälder ein. Bisher waren solche Kontrollen und Untersuchungen meist nur für einzelne Bäume möglich. Nun setzen Forschungsteams des WSL Drohnen mit sogenannten Multispektralkameras ein. Diese können auch für das menschliche Auge unsichtbare Bereiche des Lichtspektrums aufnehmen.
Die Kameras zeichnen ein spezielles Pigment auf, das Bäume bei Trockenheit produzieren, um ihre Blätter vor übermässiger Sonneneinstrahlung zu schützen. «So können wir erkennen, ob ein Baum akut unter Stress steht, noch bevor Schäden von Auge wahrnehmbar sind», so WSL-Geografin Petra D’Odorico in einem Mediencommuniqué.
Auch nicht einheimische Bäume
Die neue Methode soll helfen, Wälder grossflächig zu überwachen und herauszufinden, welche Baumarten am besten mit dem Klimawandel zurechtkommen. Inzwischen untersucht D’Odorico auch nicht-heimische Bäume wie die Libanonzeder oder die Orientbuche. So sollen Arten bestimmt werden, die als Ersatz für einheimische Bäume in stark betroffenen Regionen infrage kommen.
Das Forschungsteam um D'Orica hat diese der Fachwelt in der neuesten Ausgabe des Fachblatts «Agricultural and Forest Meteorology» vorgestellt. Erstmals getestet wurde die Drohnenüberwachung bereits Methode im Hitzesommer 2023 in einem Mischwald in Hölstein BL.
Und die Forschenden beobachteten unterschiedliche Reaktionen auf die Trockenheit. «Eichen erholen sich beispielsweise schneller von einem heissen Vortag als andere Baumarten», erklärt D’Odorico. Nadelbäume wiederum zeigen Trockenstress erst verspätet an, können dann aber plötzlich absterben. (SDA/bk)
Quelle: Grafik: Petra D’Odorico, WSL
Mit Multispektralkameras lässt sich der artspezifische Trockenstress grossflächig überwachen. Links: Messung des Lichtschutzes (PRI) Rechts: Messung der Verfärbung und Entlaubung (NDVI).