13:10 VERSCHIEDENES

«Wir müssen aufhören, Häuser als Finanzanlage zu sehen»

Geschrieben von: Katrin Ambühl (ka)
Teaserbild-Quelle: zvg

Barbara Buser kämpft seit Jahrzehnten gegen den Abriss von Gebäuden. Ein neuer Kinofilm porträtiert die Basler Architektin und ihren «Caring Economy»-Ansatz – eine Wirtschaft, die Sorge trägt zur Umwelt, zu den Menschen und zu einem sinnvollen Zusammenleben.

Filmstill mit Barbara Buser

Quelle: zvg

Barbara Buser propagiert Umnutzung statt Abriss: Bestehende Bausubstanz erhalten, Materialien wiederverwerten und Immobilien zum Wohl von Menschen und Umwelt gestalten – das ist ihre «Caring Economy».

er Kinofilm «Barbara Buser, Pionierin der Nachhaltigkeit» zeichnet nicht nur ein schönes Porträt einer Schweizer Architektin, er legt auch den Finger auf ein brennendes Thema: die Fragwürdigkeit der gewinnmaximierenden Architekturpraxis. Willkommen in der Welt von Barbara Buser, die seit Jahrzehnten gegen den Abriss von Gebäuden kämpft und stattdessen Umnutzungen propagiert und umsetzt. Ihr Ziel: Materialien und Bauteile wiederverwerten, bestehende Substanz erhalten und Immobilien nicht im Sinne des Profits gestalten, sondern zum Wohl von Menschen und Umwelt. 

Maschinenfabrik wird zu Quartierzentrum

Ihr prominentestes Werk ist das Gundeldinger Feld in Basel. Die einstige Maschinenfabrik Burckhardt verwandelte sie und die Mitarbeitenden von «baubüro insitu», das sie mit Eric Honegger gegründet hatte, in ein pulsierendes Quartierzentrum, wo Kreativwirtschaft und Kultur, Büros und Bistros und viel Freiraum eine lebendige und lebenswerte Zone für alle bildet. Ein Konzept, das sich seit Anfang der sukzessiven Arealumwandlung vor 25 Jahren bewährt. Ihren Ansatz bezeichnet die Basler Architektin als «Caring Economy», eine Wirtschaft, die Sorge trägt zur Umwelt, zu den Menschen und zu einem sinnvollen Zusammenleben. 

Weitere Beispiele solcher Umnutzungen im Sinne der Kreislaufwirtschaft und des Gemeinwohls sind der Lagerplatz in Winterthur, die Werkstadt in Zürich, die Markthalle Basel oder aktuell das Franck Areal ebenfalls in Basel, aber das sind nur einige wenige: Barbara Buser habe in ihrer Karriere mehr Gebäude vor dem Abriss gerettet, als Herzog de Meuron je gebaut haben, sagt Andreas Ruby, bis Ende 2025 Direktor des Schweizerischen Architekturmuseums Basel, im Film. 

Mitinitiantin der Schweizer Bauteilbörse

Zum «baubüro insitu» kamen drei weitere Firmen hinzu, die sich für eine kreislauffähige Bauwirtschaft einsetzen und die mittlerweile rund 100 Mitarbeitende beschäftigen. Buser war zudem Mitinitiantin der Schweizer Bauteilbörse in den 1990er-Jahren und folgt seit Jahrzehnten ihrem Credo, das sie im Film wiederholt: «Wir müssen aufhören, Häuser als Finanzanlage zu sehen.» Der Film stammt von der Regisseurin Gabriele Schärer und feierte seine Schweizer Premiere am 16. April. Seither ist er in diversen Städten zu sehen.

Plakat Kinofilm Barbara Buser, Pionierin der Nachhaltigkeit

Quelle: zvg

Plakat zum Kinofilm «Barbara Buser, Pionierin der Nachhaltigkeit», der derzeit in diversen Städten zu sehen ist.

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Freie Mitarbeiterin für das Baublatt.

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