«Wir müssen aufhören, Häuser als Finanzanlage zu sehen»
Barbara Buser kämpft seit Jahrzehnten gegen den Abriss von Gebäuden. Ein neuer Kinofilm porträtiert die Basler Architektin und ihren «Caring Economy»-Ansatz – eine Wirtschaft, die Sorge trägt zur Umwelt, zu den Menschen und zu einem sinnvollen Zusammenleben.
Quelle: zvg
Barbara Buser propagiert Umnutzung statt Abriss: Bestehende Bausubstanz erhalten, Materialien wiederverwerten und Immobilien zum Wohl von Menschen und Umwelt gestalten – das ist ihre «Caring Economy».
er Kinofilm «Barbara Buser, Pionierin der Nachhaltigkeit»
zeichnet nicht nur ein schönes Porträt einer Schweizer Architektin, er legt
auch den Finger auf ein brennendes Thema: die Fragwürdigkeit der
gewinnmaximierenden Architekturpraxis. Willkommen in der Welt von Barbara
Buser, die seit Jahrzehnten gegen den Abriss von Gebäuden kämpft und
stattdessen Umnutzungen propagiert und umsetzt. Ihr Ziel: Materialien und
Bauteile wiederverwerten, bestehende Substanz erhalten und Immobilien nicht im
Sinne des Profits gestalten, sondern zum Wohl von Menschen und Umwelt.
Maschinenfabrik wird zu Quartierzentrum
Ihr prominentestes Werk ist das Gundeldinger Feld in Basel.
Die einstige Maschinenfabrik Burckhardt verwandelte sie und die Mitarbeitenden
von «baubüro insitu», das sie mit Eric Honegger gegründet hatte, in ein
pulsierendes Quartierzentrum, wo Kreativwirtschaft und Kultur, Büros und
Bistros und viel Freiraum eine lebendige und lebenswerte Zone für alle bildet.
Ein Konzept, das sich seit Anfang der sukzessiven Arealumwandlung vor 25 Jahren
bewährt. Ihren Ansatz bezeichnet die Basler Architektin als «Caring Economy»,
eine Wirtschaft, die Sorge trägt zur Umwelt, zu den Menschen und zu einem
sinnvollen Zusammenleben.
Weitere Beispiele solcher Umnutzungen im Sinne der
Kreislaufwirtschaft und des Gemeinwohls sind der Lagerplatz in Winterthur, die
Werkstadt in Zürich, die Markthalle Basel oder aktuell das Franck Areal
ebenfalls in Basel, aber das sind nur einige wenige: Barbara Buser habe in
ihrer Karriere mehr Gebäude vor dem Abriss gerettet, als Herzog de Meuron je
gebaut haben, sagt Andreas Ruby, bis Ende 2025 Direktor des Schweizerischen
Architekturmuseums Basel, im Film.
Mitinitiantin der Schweizer Bauteilbörse
Zum «baubüro insitu» kamen drei weitere Firmen hinzu, die sich für eine kreislauffähige Bauwirtschaft einsetzen und die mittlerweile rund 100 Mitarbeitende beschäftigen. Buser war zudem Mitinitiantin der Schweizer Bauteilbörse in den 1990er-Jahren und folgt seit Jahrzehnten ihrem Credo, das sie im Film wiederholt: «Wir müssen aufhören, Häuser als Finanzanlage zu sehen.» Der Film stammt von der Regisseurin Gabriele Schärer und feierte seine Schweizer Premiere am 16. April. Seither ist er in diversen Städten zu sehen.
Quelle: zvg
Plakat zum Kinofilm «Barbara Buser, Pionierin der Nachhaltigkeit», der derzeit in diversen Städten zu sehen ist.