354 neue Mauersegler-Brutplätze in Stadt Zürich entdeckt
Die Stadt Zürich hat mit über 100 Freiwilligen ihr Gebäudebrüter-Inventar aktualisiert. Dabei wurden 354 neue Brutplätze von Mauerseglern entdeckt. Die Daten helfen dabei, die unter Druck stehenden Vogelarten besser zu schützen.
Quelle: Marcel Ruppen
Nahaufnahme einer Mehlschwalbe: Bei der Untersuchung wurden knapp 190 Brutpaare erfasst.
Von 2023 bis 2025 suchten 120 geschulte Freiwillige von lokalen Naturschutzvereinen 142 Stadtgebiete nach versteckten Brutplätzen an Gebäuden ab, wie die Stadt Zürich am Freitag mitteilte. Die Suche erfolgte mit speziellen Feldkarten und einer App, die eine exakte geografische Verortung der Brutstandorte ermöglichte. Das Ergebnis sind 1859 dokumentierte Brutstandorte, davon sind zurzeit 712 sicher von Vögeln besetzt.
Auch die Anzahl Brutpaare je Standort wurde erfasst, da solche Vogelarten gerne nebeneinander in Kolonien von bis zu mehreren Dutzend Paaren brüten. Die mit Abstand häufigste Art mit mindestens 1176 erfassten Paaren ist der Mauersegler, gefolgt vom Alpensegler und der Mehlschwalbe mit jeweils knapp 190 Brutpaaren. Deutlich seltener in Zürich anzutreffen seien Rauchschwalben, Dohlen und Turmfalken, heisst es.
Zusätzlich zu den bereits bekannten Standorten haben die Freiwilligen zahlreiche neue Brutplätze und Nester gefunden: 354 von Mauerseglern, 24 von Alpenseglern, 15 von Mehlschwalben sowie 23 von Rauchschwalben.
Inventar wird alle 10 Jahre aktualisiert
Alle bei der Untersuchung entdeckten Gebäudebrüterarten gelten als potenziell gefährdet. Ihre Brut- und Nistplätze sind gesetzlich geschützt, gehen aber bei Sanierungen oder Bauarbeiten häufig verloren. Das liegt daran, dass die Nester selbst bei genauer Suche oft unsichtbar sind: Mauersegler und Alpensegler brüten in kleinen Spalten hinter Dächern, Fassaden oder unter Dachrinnen.
Die erfassten Bestände im städtischen Gebäudebrüter-Inventar stellen laut der Stadt deshalb nur Minimalwerte dar. Um Veränderungen zu erfassen, wird das Inventar zukünftig alle zehn Jahre aktualisiert. Ergänzend dazu setzt Grün Stadt Zürich auf gezielte Nachkontrollen potenzieller Brutplätze, etwa bei Nistkästen oder früheren, nicht mehr bestätigten Standorten.
Quelle: Marcel Ruppen
Mauersegler-Gruppe im Flug: Die Vögel brüten gerne nebeneinander in Kolonien von bis zu mehreren Dutzend Paaren.
Neue Meldeplattform für Brutplätze
Bisher gab es keine einfache digitale Möglichkeit, um Brutstandorte auf dem Zürcher Stadtgebiet zu erfassen. Das ändert sich: Ab sofort können Privatpersonen ihre Beobachtungen auf der neuen Meldeplattform der Orniplan AG, die auch die Aktualisierung des Gebäudebrüter-Inventars der Stadt Zürich begleitet hat, online eintragen.
Damit werde ein wichtiger Beitrag zum Schutz dieser unter Druck stehenden Brutvögel geleistet, heisst es. Die Daten aus der Meldeplattform fliessen periodisch in das städtische Gebäudebrüter-Inventar ein und unterstützen die Fachstelle von Grün Stadt Zürich dabei, gezielte Schutzmassnahmen für die gefährdeten Brutplätze zu planen.
Grundeigentümer sind gesetzlich verpflichtet, Brut- und Nistplätze von Gebäudebrütern zu schützen und diese auch bei Bauprojekten zu berücksichtigen. Grün Stadt Zürich bietet dazu kostenlose Beratungen für Bauherrschaften an. Bei Bauvorhaben an inventarisierten Gebäuden ist diese Beratung obligatorisch. (mgt/pb)
Quelle: Marcel Ruppen
Potenziell gefährdet: Der Mauersegler.