Campus Irchel: 112 Millionen Franken für Rochadebau «Portal UZH»
Der Zürcher Regierungsrat beantragt dem Kantonsrat einen Objektkredit von 112 Millionen Franken für den Rochadebau «Portal UZH» auf dem Campus Irchel. Der Gesamtkredit für das Projekt beträgt 655 Millionen Franken.
Quelle: Filippo Bolognese Images
Visualisierung: Das Gebäude trägt das Wort «Portal» im Namen, weil es für die Besucherinnen und Besucher den Zugangsbereich zum Campus Irchel Mitte bildet.
Der Campus Irchel bildet seit 1978 neben dem Hochschulgebiet Zürich Zentrum den zweiten Hauptstandort der Universität Zürich (UZH), wie die Zürcher Staatskanzlei am Donnerstag mitteilte. Rund 8600 Studierende werden hier in naturwissenschaftlichen und medizinischen Fächern unterrichtet, zudem ist der Campus Arbeitsort für über 3000 Mitarbeitende.
Nach rund 50 Betriebsjahren müssen zahlreiche Gebäude sowie die Infrastruktur zur Versorgung mit Wärme, Kälte, Strom, Luft und Wasser instand gesetzt werden. Dies ist in mehreren Etappen ab Mitte der 2030er-Jahre geplant. Damit der Betrieb für die rund 12'000 Studierenden und Mitarbeitenden während der Bauarbeiten aufrechterhalten werden kann, braucht es laut Mitteilung einen Rochadebau.
Dieser soll über die mehrjährigen Bauetappen die nötigen Flächen bereitstellen, um die einzelnen Gebäude für die jeweiligen Arbeiten räumen zu können. Gleichzeitig werden im Rochadebau mit dem Namen «Portal UZH» die gebäudetechnischen Anlagen für den ganzen Campus verortet. Diese befinden sich gemäss Mitteilung heute in der Etappe «UZI1» von 1979 und sind ebenfalls erneuerungsbedürftig.
Quelle: Filippo Bolognese Images
Visualisierung: Der Rochadebau wird über einen Eingangsbereich betreten, der mit einer begrünten Dachterrasse überdeckt ist.
Hörsäle, Labore und Technikanlagen
Der Name des Gebäudes resultiert daraus, dass es den Zugangsbereich zum Campus Irchel Mitte bildet, heisst es in der Mitteilung. Der Holz-Beton-Hybridbau besteht aus einem sechsgeschossigen Kopfbau und einem fünfstöckigen Labortrakt. Der Kopfbau beinhaltet Hörsäle, Seminarräume sowie Lehr- und Arbeitsplätze. Der direkt anschliessende Labortrakt enthält neben Laboren auch Büros und Begegnungszonen. Technik- und Logistikanlagen sind in den Untergeschossen untergebracht.
Das Gebäude soll sich gemäss Mitteilung harmonisch in die Gesamtanlage auf dem Irchel einfügen, die als Schutzobjekt im Bundesinventar der schützenswerten Ortsbilder ISOS aufgeführt ist. Zudem werden in Absprache mit der Stadt Zürich «umfangreiche ökologische Ersatzmassnahmen im Irchelpark» umgesetzt – gemäss Mitteilung wurde bereits eine Weiheranlage verlegt und ökologisch aufgewertet.
Quelle: Hochbauamt Kanton Zürich
Die Situation auf dem Camus Irchel Mitte zeigt, wie sich das Gebäude in den Campus einfügt und welche Bauetappen dank ihm instandgesetzt werden können.
Der Rochadebau soll den Standard Minergie-P-ECO erfüllen und strebt die Zertifizierung auf Stufe Gold der Schweizer Gesellschaft für nachhaltige Immobilienwirtschaft (SGNI) an. Für die Kühlung sind rund 90 Prozent natürliche Kälte durch Nachtauskühlung und Erdsonden vorgesehen, auf Dächern und Fassaden sollen zudem Photovoltaikanlagen installiert werden. Der Kanton Zürich berücksichtigt bei der Realisierung laut Mitteilung die Prinzipien der Kreislaufwirtschaft – insbesondere bei der modularen Bauweise, die eine künftige Umnutzung, eine Erweiterung oder den Rückbau vereinfachen soll.
Gesamtkredit von 655 Millionen Franken
Der Gesamtkredit beträgt laut der Staatskanzlei 655 Millionen Franken. Der Grossteil davon ist mit 543 Millionen Franken bereits gebunden, die restlichen 112 Millionen Franken sind neue Ausgaben, die dem Kantonsrat nun als Objektkredit beantragt werden. Die Mehrfachnutzung des Gebäudes während der Bauetappen durch Infrastruktur, Forschung und Lehre reduziere die Investitions- und Betriebskosten, heisst es.
Verläuft die Umsetzung nach Plan, kann der Bau im Jahr 2035 bezogen werden. Der Rochadebau ist bezüglich der Fläche für die Universität Zürich saldoneutral und bietet gemäss Mitteilung langfristig die Möglichkeit, Mietverträge von ausgelagerten Bereichen aufzulösen und die entsprechenden Nutzungen auf dem Campus Irchel zu konzentrieren. (mgt/pb)
Quelle: Filippo Bolognese Images
Visualisierung: Ein Blick ins Innere des Kopfbaus zeigt das Atrium, welcher das Foyer mit Hörsälen, Seminarräumen sowie Lehr- und Arbeitsplätzen für Studierende und Mitarbeitende verbindet.