Naturhistorisches Museum Basel rüstet seine Sammlung für Umzug
Das Naturhistorische Museum Basel bereitet den Umzug von 12 Millionen Objekten in den Neubau vor. Der Transport wird im März 2027 beginnen. Die Vorbereitungen für den Transport der fragilen Sammlungsstücke haben acht Jahre gedauert.
Quelle: Loïc Costeur
Der Blick in die osteologische Sammlung verdeutlicht: Montierte Skelette stellen eine besondere Herausforderung für den Umzug dar. Die Knochen sind fragil und werden mit dünnen Drähten zusammengehalten. Die Exponate werden komplett montiert gezügelt. Das bedeutet, dass die übergrossen Formate spezielle Anfertigungen benötigen: Grosse Kisten mit individuellen internen Stützen. Diese Sicherungsarbeit braucht Planung, Koordination und Zeit.
Das Vorhaben entspreche etwa dem Umzug von 300 bis 400 Privatwohnungen, sagte Co-Museumsdirektor David Alder am Donnerstag vor den Medien. Rund die Hälfte der Objekte befindet sich im externen Sammlungsdepot in Münchenstein. Der Rest lagert in den Katakomben unter dem Museumsbau von Melchior Berri an der Augustinergasse.
Am neuen Standort im St. Johann-Quartier soll die heute verborgene Sammlung für Besucherinnen und Besucher sichtbar sein, wie Alder sagte. Mit dem rund 1 Million Franken teuren Transport beauftragt ist das Logistikunternehmen Welti-Furrer, das bereits die zoologische Sammlung der Universität Zürich zügelte.
Für die Giraffe braucht es einen Kran
Eine Herausforderung wird die bekannte Giraffe im Treppenhaus des Berri-Baus. Seine Firma werde sich voraussichtlich rund eine Woche lang mit ihr beschäftigen, sagte Markus Maushart, CEO von Welti-Furrer. Erst müsse das Präparat in eine grosse Kiste verpackt werden. Nachher wird ein Kran die Giraffe aus dem Gebäude befördern.
Quelle: Eva Flury
Zwölf Millionen Objekte sind es insgesamt, die ins neue Museum mitgenommen werden. Die vielseitige Sammlung erforderte eine auf das Sammelgut angepasste, individuelle Vorbereitung. Objekte mussten in Schubladen fixiert, Präparate sicher auf Podesten befestigt und Felle gereinigt werden. Die Installation beim Infopoint veranschaulicht diese vorbereitenden Umzugsmassnahmen in den Sammlungen.
Auch für viele Sammlungsstücke ist der Aufwand gross, wie Präparatoriumsleiter Alwin Probst erläuterte. Die Vogeleier lagern in gepolsterten Gehäusen und manche Skelette brauchten eine Asbestreinigung. Während heute giftfrei gearbeitet wird, ersetzten die Präparatoren früher die Bandscheiben durch asbesthaltiges Material. Zudem sind manche der alten Präparate arsenhaltig, was entsprechende Schutzkleidung erforderlich macht.
Vorsicht vor Hitze und Frassinsekten
Eine delikate Angelegenheit für den Umzug sind auch die in Ethanol eingelegten Präparate. Das Museumsteam musste sämtliche Gefässe kontrollieren und bei Bedarf reinigen und abdichten. Allgemein muss der Umzug der Objekte nach einem präzisen Zeitplan erfolgen.
Manche Objekte dürfen nur während der kalten Jahreszeit transportiert werden, um nicht der Hitze und Frassinsekten ausgesetzt zu sein. Zudem sollen die Arbeiten wenn möglich ausserhalb der Öffnungszeiten stattfinden, wie Kurator André Puschnig sagte. So sollen Besuche und Umzug aneinander vorbeigehen.
Bis im Februar 2028 sollen die Objekte aus der Sammlung am neuen Standort sein. Im gleichen Jahr folgen die Ausstellungsobjekte, darunter Publikumslieblinge wie die Giraffe und der Höhlenbär. Der Berri-Bau wird im im Winter 2028 schliessen und das neue Museum im Sommer 2029 öffnen. (sda)
Quelle: Gregor Brändli
Das Naturhistorische Museum Basel verfügt über eine der grössten Sammlungen naturkundlicher Objekte. Über fünf Millionen Käfer, Insekten, Schmetterlinge und andere Wirbellose; sechs Millionen Säugetiere, Fische, Saurier, Mollusken; hunderttausende Vögel, Amphibien und Reptilien; zehntausende Mineralien und vieles mehr: Zwölf Millionen Objekte sind es insgesamt, die ins neue Museum mitgenommen werden.
Quelle: Gregor Brändli
Den Anfang des Umzugs im März 2027 machen die Sammlungen im Berribau. Die Mineralogie, Anthropologie, Paläontologie und Osteologie werden als erste in den Regalen am neuen Standort eingeräumt, in den Wintermonaten folgen dann die Sammlungen aus dem externen Depot, unter anderem die Insekten- und Käfersammlung. Die Nass-Sammlung, erfährt eine besondere Behandlung, da die in Ethanol konservierten Exponate aufgrund von Glasbruch und einer daraus resultierenden Explosionsgefahr einen Spezialtransport benötigen.
Quelle: Maurice Lunak
Die gesamte Eiersammlung wurde für den Transport ins neue Museum sicher verpackt. Diese Ammer-Eier veranschaulichen die neue Lagerung: Sanft gepolstert in Kapokfaser und in Polysterol-Schachteln gebettet. Im Zuge dieser Arbeiten wurde ebenfalls das gesamte Polstermaterial vereinheitlicht.
Quelle: Maurice Lunak
Fossile Vogeleier, eingebettet in alterungsbeständigen Polypropylen-Schaumstoff, sind für den Umzug sicher verpackt. Die passgenaue Aussparung garantiert eine Stabilisierung der Eier für den Transport.