07:03 BAUPROJEKTE

Eine vertikale Kita von Pritzker-Preisträger Kéré für die TU München

Teaserbild-Quelle: Astrid Eckert / TUM

Ein vertikaler Spielplatz mit Rutschen: An der Technischen Universität München (TUM) ist mit der «Kinderoase» das erste dauerhafte Gebäude von Pritzker-Preisträger Francis Kéré in Europa fertiggestellt worden.

Kinderoase an der TUM

Quelle: Astrid Eckert / TUM

Der Architekt Francis Kéré hat für die TUM mit der «Kinderoase» eine Kita gebaut.

Bis zu 60 Kinder von Angehörigen der Technischen Universität München werden künftig auf rund 700 Quadratmetern in der sogenannten  «Kinderoase» betreut, heisst es in einer Mitteilung der TUM zum Neubau. In den mittleren und oberen Ebenen befinden sich gemeinschaftliche Bereiche zum Spielen, für Sport und Mahlzeiten, darunter auch ein Mehrzweck-Sportraum. Ganz oben befindet sich die sogenannte «Himmelswiese» – eine teilweise überdachte Dachterrasse.

Im Mittelpunkt des Holzbaus steht ein vertikaler Spielplatz an der Nordfassade des Gebäudes. Rutschen verbinden die einzelnen Ebenen miteinander und machen den Weg ins darunterliegende Geschoss zu einem spielerischen Erlebnis. Gleichzeitig dient der Bereich als akustischer Puffer und schützt die dahinterliegenden Gruppenräume vor dem Strassenlärm der Gabelsbergerstrasse. 

100 Tonnen Stahl für Fassade

Der Neubau wurde von Ingeborg Pohl, der Ehrensenatorin der TUM, finanziert und der Universität geschenkt. Den Entwurf lieferte Pritzker-Preisträger Francis Kéré, die Ausführungsplanung übernahm sein TUM-Professorenkollege Hermann Kaufmann. Entstanden ist der Neubau auf einer seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs unbebauten Baulücke entlang der Gabelsberger Strasse. Im Süden grenzt der Bau an die Mensa der TUM, östlich und westlich liegen Bestandsgebäude der Universität.

Kinderoase an der TUM

Quelle: Astrid Eckert / TUM

Der Entwurf für die Kinderoase stammt von Pritzker-Preisträger Francis Kéré.

Der fünfgeschossige Holzbau wurde hauptsächlich aus Fichte errichtet, Parkett und Treppenstufen bestehen aus Eschenholz; lediglich das Fluchttreppenhaus im hinteren Gebäudeteil ist in Beton ausgeführt. Für die ikonisch gefaltete Lamellenfassade aus Cortenstahl wurden 100 Tonnen Stahl verbaut, verteilt auf 2085 Lamellen mit einer Gesamtlänge von rund 7300 Metern. Das Gebäude misst 15,10 mal 17,46 Meter, die Bruttogrundfläche beträgt 1541 Quadratmeter.

Holzbau von Francis Kéré

Francis Kéré ist seit 2017 an der TUM Professor für Architectural Design and Participation. Der aus Burkina Faso in Westafrika stammende Baumeister gilt als einer der wichtigsten Vertreter der sozial engagierten Architektur der Gegenwart. «Meine ersten Projekte entstanden für Schulkinder, und heute baue ich für die Allerkleinsten. Das ist eine wunderbare Verantwortung», sagt Kéré, der 2022 mit dem renommierten Pritzker-Preis ausgezeichnet wurde, in der Mitteilung.

«Wir haben die Kinderoase konsequent aus der Perspektive der Kinder entworfen, die sie täglich nutzen werden.» Entstanden sei ein vertikaler Spielplatz, in dem sie laufen, klettern und von einem Geschoss ins nächste rutschen könnten. «Ich hoffe, dass dieses Gebäude ihre Neugier weckt und sie dazu anregt, gemeinsam zu spielen, eigene Spiele zu erfinden und miteinander aktiv zu sein», so der Architekt. (mgt/pb)

Kinderoase an der TUM

Quelle: Astrid Eckert / TUM

Kinderoase an der TUM

Quelle: Astrid Eckert / TUM

Kinderoase an der TUM

Quelle: Astrid Eckert / TUM

Kinderoase an der TUM

Quelle: Astrid Eckert / TUM

Kinderoase an der TUM

Quelle: Astrid Eckert / TUM

Kinderoase an der TUM

Quelle: Astrid Eckert / TUM

Der Neubau wurde von der Ehrensenatorin der TUM Ingeborg Pohl finanziert und der Universität geschenkt.

Kinderoase an der TUM

Quelle: Astrid Eckert / TUM

Kinderoase an der TUM

Quelle: Astrid Eckert / TUM

Kinderoase an der TUM

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