20:01 VERSCHIEDENES

Wintersport-Infrastrukturen im Hochgebirge bedrohen das Alpenschneehuhn

Teaserbild-Quelle: H. Zell, eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, wikimedia.org

Während die wärmeren Temperaturen die Baumgrenze höher rücken lassen und dafür sorgen, dass sich der Wintersporttourismus ins Hochgebirge verlagert, verkleinert sich der Lebensraum des Alpenschneehuhns zusehends. Die Vogelwarte Sempach warnt davor, dass der Vogel damit langfristig aus den Alpen zu verschwinden droht.

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Quelle: Martin Meier / zVg Vogelwarte Sempach

Der wachsende Wintertourismus in höheren Lagen kann für Vögel im Hochgebirge - wie zum Beispiel das Alpenschneehuhn - schwerwiegende Folgen haben.

Der viel zu milde Winter habe Diskussionen angestossen, die auch das Alpenschneehuhn betreffen und ihm schaden könnten, schreibt die Vogelwarte in ihrer Medienmitteilung. Eine der Ursache sieht sie im Bau von Infrastrukturen für den Wintersport, die im Zuge des Klimawandels immer öfter im Hochgebirge errichtet werden, aber auch in der steigenden Baumgrenze. Dies, weil das das Alpenschneehuhn in seinem Revier offene Gebiete mit wenig Vegetation, vielen Steinen sowie vielfältigen Felsformationen braucht und sich darum kaum in der Nähe Bäumen, einer dichten Vegetation, Wald oder Skipisten ansiedelt.

Die letzten verbliebenen Naturräume im Hochgebirge für den Ausbau von Wintersportanlangen zu opfern wäre fatal, heisst es in der Medienmitteilung. „Ganz zu schweigen von den zusätzlichen Störungen durch die zunehmende Präsenz des Menschen im Winter und im Sommer.“

Alpenschneehuhn-Bestand um ein Drittel zurückgegangen

Schwindender Lebensraum und sinkende Bestände führen laut der Vogelschutzwarte dazu, dass sich Schneehuhn-Populationen voneinander isolieren, was wiederum sein Aussterben beschleunigt. So ist der Bestand seit  Mitte der 1990er-Jahre um rund ein Drittel zurückgegangen. Auch wenn in den letzten Jahren keine weiteren Rückgänge festgestellt wurden, erachtet die Vogelwarte die langfristigen Aussichten für das Alpenschneehuhn als schlecht. Dabei trage die Schweiz eine hohe internationale Verantwortung für das Überleben dieser Art: 40  Prozent der mitteleuropäischen Population brüten hier.

Um den Fortbestand des Alpenschneehuhns in der Schweiz erhalten, dann müssen seine Lebensräume laut Vogelwarte erhalten und menschliche Störungen zu minimiert werden. (mgt/mai)

Alpenschneehuhn im Winterkleid

Quelle: H. Zell, eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, wikimedia.org

Bevor es Winter wird, wechselt das Alpenschneehuhn in ein weisses, dichteres Federkleid. Dann sind auch die Zehen stärker befiedert, damit es besser über den Schnee laufen kann.

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