17:16 VERSCHIEDENES

Warum brennen Europas Wälder?

Teaserbild-Quelle: Enthält modifizierte Copernicus-Sentinel-Daten 2026, Attribution, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=196297627

Weshalb so viele Wälder in Europa brennen, weshalb sich die Lage nicht entspannen wird und weshalb solche Extremereignisse in den kommenden Jahrzehnten zunehmen, erklärt Julia Miller, Waldbrandexpertin am WSL-Institut für Schnee- und Lawinenforschung, im Interview.

Aufnahme der Copernicus-Sentinel-2-Mission von den Waldbränden bei Bordeaux, 26. Juli 2026.  (Falschfarbenbild)

Quelle: Enthält modifizierte Copernicus-Sentinel-Daten 2026, Attribution, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=196297627

Die Satelliten-Aufnahme zeigt das Gebiet westlich von Bordeaux im Südwesten Frankreichs, wo nach wie vor Waldbrände das Land verwüsten – angefacht durch Wind und die Hitzewelle. Man geht davon aus, dass eine Fläche, die mindestens viermal so gross ist wie Paris, durch die Waldbrände verwüstet wurde. Dieses Falschfarbenbild vedeutlich die verbrannte Landschaft (schwarze Bereiche), allerdings sind sie nicht zu verwechseln mit der Bucht von Arcachon unten links und dem Atlantik vor der Küste sowie den den beiden Seen am oberen Bildrand, die ebenfalls schwarz dargestellt sind.

Spanien, Frankreich, Kroatien, Deutschland. Europas Wälder und Felder brennen. Woran liegt das?
Julia Miller: Das liegt an einer besonderen Wettersituation, die wir seit Jahresbeginn beobachten. Wir hatten starken Niederschlag im Januar und Februar in Spanien und Frankreich, während in den Alpen einen ausgeprägter Schneemangel und Trockenheit herrschten. Dann hatten wir im Mai eine ausgeprägte Hitzewelle, die auf eine Vegetationsperiode folgte. Die zweite Hitzewelle kam dann Mitte, Ende Juni, weshalb die Vegetation jetzt stark ausgetrocknet ist und wir in mehreren Regionen Europas erhöhtes Waldbrandgeschehen beobachten.

Wird das in den kommenden Wochen und Monaten so weitergehen?
Davon können wir ausgehen. Die Waldbrandsaison ist früh gestartet und mit dem wärmsten Monat August steuern wir jetzt auf die Hochsaison zu, während wir erwarten können, dass mit September und Oktober weitere trockene Monate folgen, die feuergünstig sind.

Ist 2026 ein Ausnahmejahr? Oder wird das in den kommenden Jahrzehnten zur Normalität, so eine Situation?
2026 ist definitiv ein Ausnahmejahr, das wir in unseren Wetterbeobachtungen markieren können. Es wurden mehrere Rekorde gebrochen. Wenn wir uns die Klimaprojektion anschauen, sehen wir aber sehr deutlich, dass die Extremereignisse Trockenheit, Hitzewellen und Waldbrände mit der Erderwärmung zunehmen werden.

Was kann man dagegen tun?
Primär müssen wir mehr Präventionsmassnahmen ergreifen. Allerdings ist die effizienteste Methode, gegen den Klimawandel vorzugehen und die Erderwärmung soweit es geht zu beschränken. (Interview: Jochen Bettzieche, WSL)

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