17:09 VERSCHIEDENES

«Maison des Fées»: Übernachten wie die Feen?

Teaserbild-Quelle: Gataric Fotografie

Zuwachs bei der Stiftung Ferien im Baudenkmal: 1914 als Landhaus erbaut spiegelt die «Maison des Fées» in Charmey FR die romantisierte Naturverbundenheit ihrer Zeit wider. Seit Kurzem können in dem märchenhaften Haus Feriengäste die Baukultur von Einst erleben.

1914 entwarf der Lyoner Architekten Etienne Curny (1861-1945) das Landhaus mit dem märchenhaften Namen «Maison des Fées». Als Ferienhaus konzipiert, um in den Schweizer Bergen die Sommerfrische zu geniessen, steht das Baudenkmal abgelegen auf leichter Anhöhe am Rande einer alten und von Wald umzäunten Weideeben.

Vom Stil her hatte sich Curny des Gebäudes den Schweizer Heimatstil zum Vorbild genommen, der damals als Architekturstil europaweit verbreitet gewesen war, wobei wohl auch regionale Bauten den Architekten beeinflusst haben dürften. So erinnert der wuchtige Rundboden beim Vordach der Hauptfassade stark an die typischen Bauernhäuser der Gegend. Viel Holz, zahlreiche Fenster und grosszügige Balkone verstärken den Eindruck in der Natur zu leben.

Vom Architekten zur Künstlerin

In den 30er Jahren verkaufte der französische Bauherr das Haus an den Freiburger Unternehmer und Nationalrat James Glasson (1878-1952), der hier bis Ende der 70er Jahren jeweils seine Ferien verbrachte. Schliesslich erwarb der Freiburger Professor Alexander von Zelewsky und seine Frau Hedi (geb. Ebner) 1984 das Haus, ihnen diente es von 1987 bis 2006 als Hauptwohnsitz. Im obersten Stockwerk richtete sich Hedi von Zelewsky ihr Künstleratelier ein, das bis heute weitgehend unverändert erhalten geblieben ist.

Im Jahr 2019 übernahmen ihre Tochter das Haus und liess es vom Büro „0815 architekten“ und in Zusammenarbeit mit der kantonalen Denkmalpflege renovieren, wobei sie grossen Wert drauf legten, die ursprüngliche Substanz zu erhalten und die alten Raumqualitäten wiederherzustellen. So wurden zum Beispiel die neuen Küchenelemente aus Chromstahl freigelegt und mit Abstand vor der Wand platziert, um die typischen vertikalen Bretter der «parois fribourgeoises» nicht zu verdecken. Die Spannteppiche der wurden entfernt und die originalen Tannenriemen geschliffen und geölt.

Schützenswertes Kulturgut

Weil das Haus als bauhistorisch relevant gilt, wurde es 2019 ins Verzeichnis der schützenswerten Kulturgüter aufgenommen. Seit dieser Woche können in dem märchenhaften Baudenkmal bis zu sechs Feriengäste die Baukultur der Jahrhundertwende hautnah erleben. (mgt/mai)

Weitere Informationen zur «Maison des Fées» und Buchung auf https://ferienimbaudenkmal.ch/maison-des-fees/

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© James Sullivan, unsplash

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