11:03 VERSCHIEDENES

KOF-Konjunkturprognose: Schweizer Wirtschaft erholt sich

Teaserbild-Quelle: Wu Yi, Unsplash

Auch dieses Jahr prägt das Coronavirus die Wirtschaftsentwicklung weltweit und in der Schweiz. Die Konjunkturforschungsstelle der ETH (KOF) prognostiziert, dass sie sich allmählich erholen wird und in der Schweiz im dritten Quartal wieder Vorkrisenniveau erreicht.

Kran im Gegenlicht

Quelle: Wu Yi, Unsplash

Doch rosigiere Aussichten? Laut KOF ist die Wirtschaft insgesamt weniger stark von der zweiten Pandemiewelle getroffen als bis anhin befürchtet

Die Ende Dezember beschlossenen und im Januar verschärften Eindämmungsmassnahmen gingen nicht spurlos an der Schweizer Wirtschaft vorüber. In ihrem Basisszenario erwartet die KOF für das erste Quartal dieses Jahres einen Rückgang des Bruttoinlandprodukts (BIP): Während es das Gastgewerbe abermals besonders treffen dürfte, zeigen sich die Industriefirmen widerstandfähig. Die KOF geht davon aus, dass sie ihre Produktion im ersten Quartal sogar werden steigern können.

Obwohl die Unterschiede zwischen den Branchen und innerhalb einzelner Branchen gross sind, ist die Wirtschaft gemäss KOF insgesamt weniger stark von der zweiten Pandemiewelle betroffen als bisher befürchtet.

Gesamtwirtschaftliche Erholung ab zweitem  Quartal

Ab dem zweiten Quartal erwartet die KOF eine gesamtwirtschaftliche Erholung. Diese sollte auch dem Arbeitsmarkt Auftrieb geben und einen Aufbau der Beschäftigung zur Folge haben. Für dieses Jahr geht die KOF von einem BIP-Wachstum von 3.0% aus und korrigiert damit ihr Prognose-Update vom Februar um knapp 1 Prozentpunkt nach oben. Die stärksten Wachstumsimpulse kommen aus den Sektoren Industrie und Staat sowie aus den konsumentennahen Dienstleistungen. Für das Jahr 2022 erwartet die KOF einen BIP-Zuwachs von 2.8%, was einer Abwärtsrevision von knapp 1 Prozentpunkt entspricht. Gemäss Basisszenario erreicht das Schweizer BIP das Vorkrisenniveau bereits im dritten Quartal dieses Jahres.

Impfkampagnen helfen der Wirtschaft

Im ersten Quartal 2021 erwartet die KOF eine leicht rückläufige Entwicklung der Weltwirtschaft. Während im vierten Quartal 2020 die positiven Impulse aus Ostasien und den USA für das globale BIP prägend waren, geht die KOF in ihrem Basisszenario davon aus, dass im ersten Quartal dieses Jahres das negative Wachstum des Euroraums das internationale Umfeld aus Schweizer Sicht dominieren wird.

Ab dem zweiten Quartal dürften die in vielen Ländern angelaufenen Impfkampagnen zu einem Abbau der nicht pharmazeutischen Massnahmen führen und, flankiert von fiskalischen Anreizprogrammen, eine weltwirtschaftliche Erholung einleiten.

Moderate Inflation, steigende Staatsschulden

Die Inflationsprognose der KOF verschiebt sich wegen des höheren Erdölpreises, des leicht nachlassenden Frankenkurses und der etwas günstigeren Einschätzung der Wirtschaftslage nach oben. Für dieses Jahr rechnet die KOF mit einer durchschnittlichen Inflation von 0.3% und für nächstes mit 0.4%. Die Staatsschulden im Verhältnis zum BIP dürften gemäss KOF im 2021 auf knapp über 30% (nach Maastricht-Berechnungsweise) ansteigen, was in etwa der Schuldenquote von vor zehn Jahren entspricht. - Schweizer Schuldenquote ist damit allerdings im  internationalen Vergleich noch immer recht tief.

Privater Konsum gewinnt an Schwung

Anfang dieses Jahres blieb die Entwicklung des privaten Konsums geschwächt. Er beginnt sich erst ab dem zweiten Quartal wieder zu erholen, so die Annahme der KOF, und dürfte dabei Ende 2021 das Vorkrisenniveau erreichen. Der Staatskonsum wird auch in diesem Jahr aufgrund von pandemiebedingten Mehrausgaben auf einem hohen Niveau verbleiben und dadurch positiv zum Wachstum beitragen, während kommendes Jahr aber wieder mit einer Reduktion der Staatsausgaben zu rechnen sein dürfte. Nach starken, pandemiebedingten Schwankungen im vergangenen Jahr dürften die Ausrüstungsinvestitionen im laufenden Jahr wieder Auftrieb erhalten.

Zwar hemmen die Eindämmungsmassnahmen und die Unsicherheit über den weiteren Verlauf der Pandemie im ersten Halbjahr des laufenden Jahres die Investitionstätigkeit der Unternehmen noch. Ab der zweiten Jahreshälfte werden die Ausrüstungsinvestitionen jedoch wieder zunehmen. Die KOF geht zudem davon aus, dass der Schweizer Aussenhandel mit Waren und Dienstleistungen wieder an Fahrt gewinnen wird.

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