Historische Parkanlage am Römerholz in Winterthur geht an den Bund
Nach rund 60 Jahren wird das historische Ensemble beim Römerholz in Winterthur wieder vervollständigt: Die Erben des Mäzen und Kunstsammlers Oskar Reinhart haben die Parkanlage mit Badeanlage dem Bund übertragen.
Quelle: Archiv Kantonale Denkmalpflege Zürich. Urs Siegenthaler
Die Parkanlage am Römerholz in Winterthur wird nach der Schenkung wieder Teil des historischen Ensembles der Sammlung Oskar Reinhart.
Die private Kunstsammlung sowie die Villa am Römerholz waren bereits 1966 gemäss testamentarischer Verfügung in Bundesbesitz übergegangen. Ein grösserer Teil des Grundstücks – darunter die Badeanlage sowie ein Abschnitt der historischen Gartenanlage – wurde nach Reinharts Tod jedoch vom ursprünglichen Areal abgetrennt und innerhalb der Familie vererbt.
Mit der aktuellen Übertragung kehre nun ein zentraler Teil
des ehemaligen Wohnsitzes Reinharts in das historische Gesamtensemble am
Römerholz zurück, teilte das Bundesamt für Bauten und Logistik (BBL) am
Donnerstag mit. Nach dem Willen Oskar Reinharts entsprechend sind seine
ehemalige Villa, seine Kunstsammlung und ein Teil des Parks seit 1970 im Rahmen
der Sammlung Oskar Reinhart «Am Römerholz» öffentlich zugänglich.
Die Sammlung umfasst 209 Werke europäischer Kunst von der Spätgotik bis an die Schwelle der klassischen Moderne und zählt zu den bedeutenden privaten Kunstsammlungen Europas.
Quelle: Archiv Kantonale Denkmalpflege Zürich. Urs Siegenthaler
Die Parkanlage beim Römerholz wurde Anfang des 20. Jahrhunderts als Teil des Wohnsitzes des Sammlers Oskar Reinhart angelegt.
Historische Integrität wiederhergestellt
Die Schenkung leiste einen wesentlichen Beitrag zur Bewahrung des kulturhistorisch herausragenden Ortes, heisst es weiter. Erstmals seit rund 60 Jahren könne das Römerholz damit künftig wieder als historisch gewachsene Gesamtanlage verstanden und erlebt werden.
Ein zentraler Bestandteil der Schenkung ist die zwischen 1929 und 1932 errichtete Badeanlage. Sie wurde als eigenständiger Gebäudekomplex mit Frei- und Hallenbad konzipiert und vermittelt einen Einblick in das private Umfeld Reinharts und in seine Vorstellung einer Verbindung von Kunst, Freizeit und Lebensstil.
Der vom Winterthurer Architekten Robert Sträuli (1898–1986) entworfene Bau umfasst ein Freibad mit einem Aussenecken und einem umfriedeten Hof mit Pavillon sowie ein Hallenbad und Innenräume um einen Innenhof. Dazu gehören unter anderem ein Badebereich, eine Turnhalle, Duschen, eine Dampfsauna, Fitnesseinrichtungen sowie eine Innen-Bocciabahn und ein Künstleratelier mit Terrasse über den Badeeinrichtungen.
Quelle: Archiv Kantonale Denkmalpflege Zürich. Urs Siegenthaler
Ein zentraler Bestandteil der Schenkung ist die zwischen 1929 und 1932 errichtete Badeanlage.
Quelle: Archiv Kantonale Denkmalpflege Zürich. Urs Siegenthaler
Die Badeanlage wurde als eigenständiger Gebäudekomplex mit Frei- und Hallenbad konzipiert und vermittelt einen Einblick in das private Umfeld Reinharts.
Werke bedeutender Schweizer Künstler
Die Badeanlage ist gemäss dem Bundesamt für Kultur (BAK)
nicht nur architektonisch bemerkenswert, sondern auch kunsthistorisch von
grosser Bedeutung. Oskar Reinhart habe mehrere namhafte Künstler seiner Zeit
mit der Gestaltung einzelner Bereiche beauftragt. Dazu zählen Mosaike von Karl
Otto Hügin im Hallenbad sowie Fresken in der Bocciabahn von Künstlern wie Carl
Hofer, Karl Walser, Maurice Barraud, Alexandre Blanchet und Ernst Morgenthaler.
Bemerkenswert ist laut BAK auch die hohe Integrität und Authentizität der gesamten Anlage. Viele Bauteile, Ausstattungen und technischen Installationen sind unverändert erhalten geblieben. Auch die Parkanlage, die um 1915 von den renommierten Gartenarchitekten Gebrüder Meertens im Stil eines Architekturgartens angelegt wurde, zählt zu den wenigen noch erhaltenen Ensembles dieser Art.
Museumsbetrieb vorgesehen
Das Bundesamt für Bauten und Logistik (BBL) vertritt den Bund als Eigentümer der neu übertragenen Flächen. Für Nutzung, Vermittlung und die Integration in den Museumsbetrieb ist das Bundesamt für Kultur (BAK) zuständig. Nach denkmalpflegerischen Sicherungs- und Instandsetzungsmassnahmen soll die Park- und Freizeitanlage schrittweise öffentlich zugänglich gemacht werden.
Langfristig ist gemäss Mitteilung eine Einbindung der Gebäude in den musealen Betrieb vorgesehen – unter anderem für dokumentarische Präsentationen und erweiterte Vermittlungs- und Teilhabeangebote. Die Sammlung Oskar Reinhart «Am Römerholz» öffnet nach abgeschlossenen Umbauarbeiten am 9. Mai 2026 wieder für das Publikum. (mgt/pb)
Quelle: Archiv Kantonale Denkmalpflege Zürich. Urs Siegenthaler
Oskar Reinhart hat mehrere namhafte Künstler seiner Zeit mit der Gestaltung einzelner Bereiche beauftragt. Dazu zählen Mosaike von Karl Otto Hügin im Hallenbad...
Quelle: Archiv Kantonale Denkmalpflege Zürich. Urs Siegenthaler
... sowie Fresken in der Bocciabahn von Künstlern wie Carl Hofer, Karl Walser, Maurice Barraud, Alexandre Blanchet und Ernst Morgenthaler.
Quelle: Archiv Kantonale Denkmalpflege Zürich. Urs Siegenthaler