11:06 VERSCHIEDENES

Bilderstrecke: Psychedelische Satellitenbilder vom Yukon-Delta

Teaser-Quelle: Jesse Allen, Robert Simmon, NASA-Earth-Observatory

Das Yukon-Delta ist ein bemerkenswertes Beispiel dafür, wie Wasser und Eis das Land formen können. Zahlreiche Satellitenbilder zeigen das Naturspektakel aus der Luft. – Teilweise mit psychedelischen Farben, um etwa geologische Merkmale besser sichtbar zu machen.  

Satellitenbild des Yukon-Delta von 2002

Quelle: Jesse Allen, Robert Simmon, NASA-Earth-Observatory

Der Landsat-7-Satellit hat dieses Naturfarbbild des Yukon-Deltas am 22. September 2002 aufgenommen. Die blasse Farbe des Meerwassers rund um das Delta zeugt von den hohen Sedimenten, die die Flüsse in die Beringsee spühlen.

Das Yukon-Kuskokwim-Delta im Südwesten von Alaska zählt zu den grössten seiner Art. Die beiden Flüsse des Staates münden hier getrennt in die Beringsee ins Meer. Die lebendige Landschaft wird von zahlreichen Thermokarstseen und flachen Senken durchzogen, die unter anderem das Resultat des schmelzenden Permafrosts sind.

Der nördliche Abschnitt des Deltas, wo der Yukon-Fluss ins Meer mündet, breitet sich wie ein Mosaik in einem schwindelerregenden Netz von Wasserstrassen aus. Für die Wissenschaft ist das gesamte Netzwerk des Deltas hochinteressant. Es ist aber vor allem dieser fächerförmige, finale Abschluss im Norden, der in den letzten 20 Jahren in zahlreichen Falschfarbenbildern präsentiert wurde, wie Atlas Obscura kürzlich in einem Artikel schrieb. 

Satelliten messen Wellenlängen des Lichts

Unter anderem vom Nasa Earth Observatory, das regelmässig Satellitenbilder und andere wissenschaftliche Informationen zu den Themen Klima und Umwelt für die breite Öffentlichkeit publiziert. Nebst der Nasa bietet aber auch die amerikanische Kartografie-Behörde United States Geological Survey (USGS) eine Reihe von atemberaubenden Satellitenbildern des Deltas.

Dass das Naturspektakel teils in kunterbunten, fast schon psychedelisch anmutenden Farben dargestellt wird, hat verschiedene Gründe. Im Gegensatz zu Fotografien handelt es sich bei solchen Falschfarben-Satellitenbildern um datengestützte Darstellungen verschiedener Wellenlängen des Lichts, darunter auch solche, die mit dem blossen Auge nicht sichtbar sind.

Falschfarbenbild des Yukon-Delta von 2002

Quelle: U.S. Geological Survey, Gemeinfrei

Dieses Falschfarbenbild des Deltas wurde aus Daten erstellt, die vom USGS im September 2002 gesammelt wurden. Es hebt die herbstliche Vegetation hervor.

Für Landschaftsbilder wie jene des Yukon-Deltas sammeln die Instrumente der Satelliten Messungen verschiedener Bänder des elektromagnetischen Spektrums. Werden diese Daten kombiniert, lässt sich die Landschaft auf spezielle Art darstellen. Mit der Kombination der Messungen des nahen Infrarots und des sichtbaren roten und grünen Lichts kann etwa die Verteilung und der Zustand der Vegetation kartiert werden, wie Atlas Obscura erklärt.

Psychedelische Farbmuster zeigen Merkmale

Möglich wird dies dank gestressten Pflanzen, die verschiedene Wellenlängen des Lichts – sichtbares und nicht sichtbares – anders absorbieren und reflektieren als gesunde Pflanzen. Mit solchen Falschfarbenbildern kann eine enorme Bandbreite an Informationen gewonnen werden, etwa die Tiefe von Gewässern oder die nach einem Brand verbleibenden Hotspots. Aber auch Merkmale wie offenes Wasser, Eis, Sträucher und nackter Boden in komplexen Umgebungen lassen sich damit ausmachen.  

Die Falschfarbenbilder zeigen all diese vielfältigen, dynamischen Elemente mit viel mehr Details, als es ein Naturfarbenbild jemals könnte. Genau aus diesem Grund sind sie eine wertvolle Grundlage, etwa für die Modellierung von Permafrostschmelzen und klimawandelbedingten Überschwemmungsmustern. Schön anzusehen sind die Aufnahmen allemal. (pb)

Satellitenbild des Yukon-Delta

Quelle: ESA, CC BY-SA 3.0 IGO

Dieses Bild aus dem Jahr 2011 kombiniert Daten des Erdobservatoriumssatelliten Envisat der ESA, die dreimal über einen Zeitraum von sechs Monaten aufgenommen wurden. Das komplexe Farbschema zeigt Veränderungen der Temperatur, des Oberflächenwassers und anderer Aspekte der Landschaft.

Satellitenbild des Yukon-Delta von 2021

Quelle: Joshua Stevens, NASA Earth Observatory

Dieses Satellitenbild wurde am 29. Mai 2021 mit dem Landsat 8 aufgenommen. Es zeigt die lebendige Landschaft des Deltas und kombiniert Bilder in natürlichen Farben des Wassers mit einem Falschfarbenbild des Landes. Auf diese Weise hebt es die gesunde, wachsende Vegetation in leuchtendem Grün hervor.

Satellitenbild des Yukon-Delta von 2002

Quelle: PA Photo Archive, flickr, gemeinfrei

In dieser Satellitenaufnahme der USGS von 2002 werden die Verzweigungsmuster der Wasserstrassen im Delta hervorgehoben.

Das Yukon-Delta aus der Luft

Quelle: Andrea Pokrzywinski, flickr CC BY 2.0

So präsentiert sich das Yukon-Delta aus einem Flugzeug.

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© James Sullivan, unsplash

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