09:01 VERSCHIEDENES

Bruno-Weber-Park wird provisorisch unter Schutz gestellt

Teaserbild-Quelle: Claudia Bertoldi

Der Rechtsdienst des Regierungsrats des Kantons Aargau hat den Bruno-Weber-Park superprovisorisch unter Schutz gestellt. Er entspricht damit einem Gesuch von Bruno Webers Witwe, Maria Anna Weber, die sich gegen bauliche Veränderungen im Park zur Wehr setzt.

Oberhalb von Spreitenbach und Dietikon hat sich der 2011 verstorbenen Künstler Bruno Weber ein besonderes Denkmal gesetzt: Der nach ihm benannte Park gilt als die schweizweit grösste Skulpturenansammlung eines einzelnen Künstlers. Das Privatanwesen des Künstlers, auf dem er seit Ende der 60er-Jahre mit seiner Familie lebte, ist von Frühjahr bis Herbst für Besucher geöffnet.

Fabelwesen im Bruno-Weber-Park

Quelle: Claudia Bertoldi

Schlangen, Vögel, Götzen und unzähligen Fabelwesen sind über das gesamte Gelände des Bruno-Weber-Parks verstreut zu finden.

Neben dem schlossähnlichen Wohnhaus mit Turm und den zahlreichen Nebengebäuden wie Doppelpyramide und Wassergarten gehören auch eine ausgedehnte Parkanlage mit Hunderten von Skulpturen und eine umfangreiche Sammlung an Bildern, Skizzen und Zeichnungen zum Bestand. Das alles muss erhalten werden, was angesichts des zunehmenden Alters der Anlage einen grossen finanziellen und zeitlichen Aufwand verlangt. Eine Sanierung und Erhaltungsarbeiten sind dringend nötig. Dazu bedarf es einer systematischen Vorgehensweise.

Bereits lange vor dem Ableben des Künstlers wurde 1991 die Bruno-Weber-Stiftung 1991 gegründet, die sich gemeinsam mit der Familie des Künstlers für den Erhalt, die Dokumentation und den Ausbau des Weinrebenparks einsetzt. Nach grossen Schwierigkeiten und Unstimmigkeiten wurde im Oktober 2014 die Schliessung des Parks verfügt. Das Komitee «Rettet den Bruno-Weber-Park» sammelte daraufhin 16 000 Unterschriften für den Erhalt der Parkanlage und konnte die Schliessung verhindern. Ein neuer Stiftungsrat wurde berufen und erarbeitete ein Konzept für die Erhaltungsmassnahmen in den kommenden Jahrzehnten. Die Arbeiten an den bizarren Gebäuden und Skulpturen sind aufwendig und teuer, müssen angesichts des begrenzten Budgets also etappenweise erfolgen.

Wassergarten im Bruno-Weber-Park.

Quelle: Claudia Bertoldi

Der Wassergarten ist die Hauptattraktion im Park.

Nun wurde der Bruno-Weber-Park wurde superprovisorisch unter Schutz gestellt. Damit sind geplante bauliche Massnahmen auf Eis gelegt. Es ist nicht das erste Rechtsverfahren um Bruno Webers Erbe, berichtet die Limmattaler Zeitung. „Der Rechtsdienst des Regierungsrats des Kantons Aargau habe den Bruno-Weber-Park superprovisorisch unter Schutz gestellt und entspreche damit einem Gesuch von Bruno Webers Witwe Maria Anna Weber, die vom Verein Freunde Bruno-Weber-Park unterstützt wird.“

Gestartet wurde das Denkmalschutzverfahren bereits im September 2016, initiiert von Maria Anna Weber. Die Bruno-Weber-Stiftung, Betreiberin des Bruno-Weber-Parks, ist gegen die Unterschutzstellung, da dies die Weiterentwicklung des Parks verunmöglicht. Das Gesuch wurde im Herbst 2018 von der Aargauer Abteilung Kultur abgewiesen. Maria Anna Weber reichte Beschwerde an den Regierungsrat ein. Diese ist derzeit noch hängig.

Ausserdem ersuchte die Witwe Webers um superprovisorische Unterschutzstellung des Parks. Sie begründete dies damit, da die Bauprojekte der Bruno-Weber-Stiftung das Werk Bruno Webers akut gefährden würden. Dem Gesuch wurde nun teilweise entsprochen teilte der Verein Freunde Bruno-Weber-Park jetzt mit und äusserte die Hoffnung, dass der Park vom Regierungsrat noch dieses Jahr unter Denkmalschutz gestellt wird.

Damit ist nun vorläufig auch ein Baubewilligungsverfahren sistiert, das für einen Holzbau auf dem Flachdach des Wassergartensaals angestrengt worden war. In diesem Bau sollen nach den Plänen der Stiftung die Original-Schalungen für Beton-Skulpturen konserviert werden. Die Präsidentin der Bruno-Weber-Stiftung, Isabelle Cart erklärte, dass eine Unterschutzstellung die Probleme nicht lösen würden und man auf einen baldigen, sinnvollen Entscheid des Regierungsrates hoffe. Rund um Webers Erbe laufen bereits zahlreiche Rechtsverfahren, Einigungen sind zurzeit nicht in Sicht. (cb)

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