Ausflugstipp: Auf den Spuren der ersten Häuserbauer
Vor 7000 Jahren machten sie sich als Erste auf dem Gebiet der heutigen Schweiz sesshaft und erschufen eine Kulturlandschaft: die Pfahlbauer. Ein Lehrpfad am Pfäffikersee im Zürcher Oberland führt in ihre Lebenswelt.
Quelle: Peter Weiss
An Station 9 des Pfahlbauwegs ist eine Tafel Jakob Messikommer gewidmet: Der Landwirt aus dem nahen Robenhausen erforschte die hier gelegene Pfahlbau-Fundstelle nach ihrer Entdeckung während 60 Jahren. Seit 2011 zählt sie gemeinsam mit 110 anderen Orten zum Unesco-Welterbe.
«Der Boden der Häuser war abgehoben oder ebenerdig mit Rundhölzern bedeckt. Die Wand zwischen den Pfählen bestand aus Rutengeflechten mit Lehmverputz. Die Dächer waren mit Holzschindeln oder vielleicht auch Schilfbündeln gedeckt». Diese Informationen zur Bauweise der Häuser der ersten Menschen, die sich hierzulande dauerhaft niederliessen, sind an der siebten Station des Pfahlbauwegs am Pfäffikersee zu lesen. Nachbauten gibt es auch hier keine, sodass die Interessierten sich die karge Lebensweise in den prähistorischen Häusern ohne Isolation und mit einem Feuer als einziger Lichtquelle selbst vorstellen müssen.
Auf die Zeitreise im Kopf begibt man sich an jeder der zehn Stationen mittels eines QR-Codes , via den man
zu zahlreichen Abbildungen und Texten gelangt – und zu «einer Geschichte vor
unserer Zeit». Fiktive Kinder aus der damaligen Epoche schildern, untermalt von
einer Pfahlbau-Geräuschkulisse, eine Episode aus ihrem Leben. Das tun sie auf
so anschauliche Art und Weise, dass sich auch Kinder aus dem heutigen Smartphone-
und KI-Zeitalter in die Bronzezeit hineinversetzen mögen. In den
Glasvitrinen der Infosäulen, welche die meisten Etappen markieren, sind ausserdem
Nachbildungen diverser Fundstücke ausgestellt.
Ein Bauer und Archäologie-Pionier
Dass der Pfahlbauweg am Pfäffikersee liegt, hat damit zu
tun, dass rund um den See gleich an sieben Stellen Zeugnisse der Pfahlbauer gefunden
wurden. Die Fundstelle nahe des Wetziker Aussenquartiers Robenhausen zählt
gemeinsam mit 110 anderen in sechs Ländern zum Unesco-Weltkultuerbe «Prähistorische
Pfahlbauten um die Alpen». Der Robenhauser Landwirt Jakob erforschte sie nach
deren Entdeckung 1858 während 60 Jahren und avancierte damit zu einem Pionier
der Pfahlbau-Archäologie.
Bei hochsommerlichen Bedingungen fällt der weitgehend fehlende
Schatten in der Moorlandschaft ins Gewicht. Dafür verlocken gleich drei Freibäder
unweit des Wegs zwischen Pfäffikon und Wetzikon zum kühlenden Schwumm. In
demselben See, der vor 7000 Jahren die ersten Siedlerinnen und Siedler anzog.
Weiterführende Informationen
Zum Pfahlbauweg am Pfäffikersee:
https://www.pfahlbauweg.ch