Ameise in Goethe-Bernstein entdeckt
Der Deutsche Dichter Johann Wolfgang von Goethe hatte eine Sammlung von rund 40 Bernsteinen aus der Ostsee zusammengetragen. In einem der Steine entdeckten Forschende nun eine ausgestorbene Ameisenart.
Quelle: Evak / eigenes Werk, CC BY-SA 4.0
In einem Bernstein konserviertes Insekt: In einem solchen Bernsteinstück des Dichters Goethe entdeckten Forschende eine ausgestorbene Ameisenart.
«Dichterfürst» lautet eine oft gewählte Bezeichnung für Johann Wolfgang von Goethe (1749 - 1832), welcher der deutschen Literatur einige klassische Werke geschenkt hat. Doch der Weimarer Goethe war nicht nur Dichter, sondern auch Sammler und Universalgelehrter. Ihm wird das Zitat «Sammler sind glückliche Menschen» zugeschrieben: Er hatte zeitlebens grosse Freude am Zusammentragen, Ordnen und Bewahren von Naturgegenständen wie auch von Kunst und Literatur. Für seine naturwissenschaftliche Tätigkeit erhielt der Dichter eine ganze Reihe von Auszeichnungen.
Fasziniert war der Forscher Goethe unter anderem von Bernstein: Etwa 40 Stücke aus dem Ostseeraum hat er im Laufe seines langen Lebens gesammelt. Und in einigen von diesen haben Forschende nun überraschende Entdeckungen gemacht.
Quelle: wikicommons / Public Domain
Johann Wolfgang von Goethe, hier in einem Gemälde von 1787 in Italien, gemalt von Johann Heinrich Wilhelm Tischbein, war nicht nur Dichter, sondern auch Sammler und Naturwissenschaftler.
Mit blossen Auge nicht erkennbar
Mittels moderner Bildgebungstechniken gelang es Experten der Friedrich-Schiller-Universität in Jena, in einem der Bernstein-Stücke ein rund 40 Millionen Jahre altes Fossil einer Ameise zu entdecken, das mit blossem Auge nicht erkennbar ist.
Es handelt sich um die ausgestorbene Art Ctenobethylus goepperti, die oft in Bernstein gefunden wird. Dank des guten Erhaltungszustands konnten in diesem Fund aber neue Erkenntnisse über diese Art gewonnen worden. Erstmals konnten Forscher in das Innere einer solchen Ameise schauen können und Strukturen im Kopf- und Brustbereich sichtbar machen. In zwei weiteren Steinen wurden zudem eine Trauermücke und eine Kriebelmücke entdeckt. (SDA/bk)