08:12 MEINUNG

Kolumne zum Donnerstag: Spielregeln

Geschrieben von: Carla Tschümperlin
Teaserbild-Quelle: libertyslens, Flickr, CC

Bei einem Spiel gibt es in der Regel einen Gewinner und einige Verlierer. Schon als Kind wird uns beigebracht, dass wir manchmal gewinnen und manchmal verlieren. Wenn wir verlieren, sollen wir gute Verlierer sein. Man gratuliert dem Gewinner und schluckt die Enttäuschung runter und spielt die nächste Runde, mit der Hoffnung, dass man das nächste Mal gewinnt.

Schreibmaschine Kolumne Symbolbild

Quelle: libertyslens, Flickr, CC

Schreibmaschine, Schmuckbild.

Spielen macht nur dann nachhaltig Freude, wenn alle Beteiligten Spass daran haben und das Gewinnen und Verlieren und damit Freud und Leid sich immer mal wieder abwechseln. Als Kinder hatten wir einen gesunden Reflex, wenn wir in der Situationen waren, dass unfair gespielt wurde oder immer zu unseren Ungunsten. Wir sagten: «Das ist mir zu blöd. Mit Dir spiel ich nicht mehr.» Und liefen davon.

Diesen Reflex sollten wir uns auch als Erwachsene erhalten. Ob das im Markt für Betonprodukte ist oder in der Baubranche ganz allgemein: Wie viele Spiele, deren Mitspieler und Spielregeln uns zu konstanten Verlierern machen, spielen wir in unserem Berufsleben mit? Wieso machen wir Zwänge mit, obwohl wir wissen, dass dies schon längst nicht mehr fair ist und dass dies nicht unserer Vorstellung von Zusammenarbeit entspricht? Auf der Strecke bleibt damit nicht nur die gesunde Nachhaltigkeit des Unternehmertums, sondern auch die Qualität und die Freude an dem, was wir tun.

«Ja, aber alle andern machen es auch, was soll ich denn tun?», höre ich oft. Das ist keine hilfreiche Antwort, denn mit dieser Haltung degradieren wir seit Jahren unser Arbeitsklima, unseren Berufsstolz und unseren Ertrag. Das wollen wir aber nicht. Wir wollen mit Leib und Seele unternehmerisch tätig sein und auf die Produkte und Arbeitsleistungen stolz sein, die wir anbieten. Wir wollen ein Spiel, das allen Freude macht.

Was können wir dafür tun? Als Kinder liefen wir weg, wenn’s uns zu blöd war. Unfaire Auftraggeber sollte man auch heute genauso stehen lassen. Sollen sie doch ihr Spiel alleine weiter spielen. Als Erwachsene haben wir aber auch die Möglichkeit, die Spielregeln anzupassen. Als Unternehmung, als Verband, als Branche und in der Politik. Für mehr Gewinner in der Baubranche und mehr Freude an dem, was wir von Herzen gerne tun!

Geschrieben von

CEO der A. Tschümperlin AG und Vorstandsmitglied von Swissbeton.

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