08:02 MEINUNG

Kolumne zum Donnerstag: Die Schweiz übernimmt eine digitale Führungsrolle

Autoren: Markus Weber
Teaserbild-Quelle: libertyslens, Flickr, CC

In der Kolumne zum Donnerstag berichten Exponenten der Branche über das, was sie bewegt. Heute beschäftigt sich Markus Weber, Präsident von Bauen digital Schweiz/buildingSMART Switzerland, mit der neuen Cloud-basierten Kollaborations-Plattform «Use Case Management».

Schreibmaschine Kolumne Symbolbild

Quelle: libertyslens, Flickr, CC

Schreibmaschine, Schmuckbild.

Wie auch in allen anderen Wirtschaftsbereichen führt die Digitalisierung in derBau- und Immobilienbranchezu fundamentalen Veränderungen. Digitalisierung bedeutet Vernetzung und damit datenbasierte Dienstleistungen über den gesamten Life-Cycle eines Bauobjekts mit einem klaren Fokus: Steigerung von Effizienz, Qualität, Transparenz und Nachhaltigkeit. Die Kehrseite der Medaille: erhöhter Preis- und Margendruck, Verdrängung etablierter Geschäftsmodelle und Neuordnung der Wertschöpfungskette.

Die Bau- und Immobilienbranche ist ein mächtiger Wirtschaftsbereich, trägt er doch in der Schweiz mit rund 15 Prozent zum Bruttoinlandprodukt bei. Jedes Land tut also gut daran, die Wettbewerbsfähigkeit dieses längst im globalen Wettbewerb stehenden Wirtschaftsbereichs nachhaltig zu erhalten beziehungsweise zu steigern. Und die Schweiz hat im Vergleich zu vielen umliegenden Ländern eine zusätzliche Herausforderung zu lösen: Die vielen Klein- und Mittelbetriebe (KMU) haben in ihren Margen kaum Reserven für Forschung und Entwicklung abgebildet.

Dies war einer der wesentlichen Gründe dazu, dass an der Swissbau 2016 der neue Verein «Bauen digital Schweiz/buildingSMART Switzerland» ins Leben gerufen wurde. Ein Verein, der erstmals die Akteure der gesamten Wertschöpfungskette der Bau- und Immobilienwirtschaft vereinigt. Damit wurde die Basis für ein neues Verständnis der Zusammenarbeit geschaffen. Denn mit der Digitalisierung werden alle Akteure entlang der Wertschöpfungskette vernetzt und zum integrierenden Bestandteil von durchgängigen Prozessen.

Bald darauf wurde die Vision der Cloud-basierten Kollaborations-Plattform «Use Case Management» geboren: Ein virtueller Kollaborationsraum, wo sich die Akteure der gesamten Wertschöpfungskette in der Cloud treffen, Prozesse dokumentieren und Erfahrungen teilen. Geführt durch eine einheitliche Logik und Struktur, können die einzelnen Akteure ihre disziplinären Prozesse beziehungsweise Use Cases in der digitalen Welt abbilden. Die einheitliche Logik und Struktur ermöglichen schliesslich die Zusammenführung der einzelnen Prozesse zu einem multidisziplinären und durchgängigen Gesamtprozess.

An der Swissbau 2018 wurde das «Use Case Management» erstmals einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt. Bald darauf weckte es auch im Ausland Interesse. So unterzeichneten am Schweizer BIM-Kongress im November 2018 die buildingSMART-Chapter Schweiz, Deutschland, Österreich und Frankreich dazu eine gemeinsame Roadmap. Und im Oktober 2019 wurde das «Use Case Management» am internationalen Standard Summit in Peking als integrierender Bestandteil der internationalen buildingSMART-Tools und -Serviceangebote angekündigt.

Das «Use Case Management» wird ab sofort unter der Dachmarke von «buildingSMART International» geführt und künftig auch direkt in deren Webseite https://ucm.buildingsmart.org eingebettet sein. Damit wird die Cloud-basierte Kollaborations-Plattform «Use Case Management» zum zentralen Instrument für die ganze Welt.

Autoren

Präsident Bauen digital Schweiz/buildingSMART Switzerland und Mitglied Geschäftsleitung Amstein+Walthert AG

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