08:01 MEINUNG

Kolumne von Patrick Suppiger: «Das Beste aus zwei Welten»

Geschrieben von: Patrick Suppiger
Teaserbild-Quelle: Betonsuisse

Patrick Suppiger, der Geschäftsführer von Betonsuisse, zeigt in seiner Kolumne auf, dass die Hybridbauweise umweltfreundlichere und effizientere Gebäude erzeugt.


Patrick Suppiger Geschäftsführer von Betonsuisse

Quelle: Betonsuisse

Patrick Suppiger ist Geschäftsführer von Betonsuisse.

Unsere Welt ist von Natur aus hybrid: von der genetischen Mischung in unserem Erbgut bis hin zu den vielfältigen Materialien, die wir in der Geschichte des Bauens verwendet haben. Die Kombination von unterschiedlichen Elementen, um das Beste aus beiden Welten zu vereinen, liegt in unserer Natur. In der Architektur eröffnet die Hybridbauweise eine faszinierende Perspektive, die weit über die traditionelle Materialauswahl hinausgeht. 

Die Hybridisierung ist kein neues Konzept. In der Biologie, Genetik, Chemie und vielen anderen Bereichen hat sich das Verfahren fest etabliert. In unserer Arbeitswelt sind wir längst zu «hybriden Subjekten» geworden, geprägt von unterschiedlichen kulturellen Einflüssen. Die gebaute Umwelt ist keine Ausnahme, und die Herausforderung besteht darin, die Potenziale der Hybridbauweise zu verstehen und zu nutzen. 

Die Hybridbauweise bietet ihrerseits eine ästhetische Fusion verschiedener Materialien, eröffnet aber auch eine einzigartige Chance, Nachhaltigkeit in den Mittelpunkt der Bauindustrie zu rücken. Die Kombination von Baustoffen ermöglicht es, ihre besten Eigenschaften gezielt auszuspielen und somit nicht nur die Bauqualität zu optimieren, sondern auch umweltfreundlichere, effizientere Gebäude zu schaffen. 

Die nachhaltige Anwendung der Hybridbauweise bedeutet, dass jeder Baustoff so eingesetzt wird, dass er seine optimale Leistung entfalten kann. Dies geht über den reinen ästhetischen Aspekt hinaus und trägt dazu bei, dass durch die gezielte Anwendung die Umweltbelastung minimiert wird und somit die Ressourcen effizienter genutzt werden können.

Die Kombination von Beton und Holz, Stahl und Glas oder anderen Materialien schafft einerseits architektonische Vielfalt und andererseits eine ökologische Balance. Beton verfügt über eine hohe Druckfestigkeit, Langlebigkeit sowie die Fähigkeit zur Sicherstellung des Brandschutzes und des Schallschutzes. Diese Eigenschaften, gepaart mit der hohen Zugfestigkeit und des geringeren Gewichts von Holz, ermöglicht beispielsweise eine optimale Nutzung der Eigenschaften beider Materialien beispielsweise bei Deckensystemen. Dies führt zu einem reduzierten Bedarf an Rohstoffen und einem insgesamt nachhaltigeren Bauprozess. 

Die Hybridbauweise ist auf der einen Seite eine gestalterische Entscheidung und auf der anderen Seite auch eine strategische Möglichkeit, den ökologischen Fussabdruck von Bauprojekten zu minimieren. Der bewusste Einsatz von Materialien trägt dazu bei, Gebäude mit einer verbesserten Energieeffizienz und Lebensqualität für die Nutzer zu schaffen. 

In Zeiten von zwingend notwendigem Umweltbewusstsein wird die Hybridbauweise zu einem Schlüsselkonzept für zukunftsweisendes Bauen. Die Verbindung unterschiedlicher Materialien eröffnet gestalterische Freiheiten, wie aber auch die Möglichkeit, Ressourcen zu schonen, die Umweltauswirkungen zu minimieren und gleichzeitig das Beste für die Nutzer eines Gebäudes zu erreichen. Diese nachhaltige Perspektive unterstreicht, dass die Hybridbauweise nicht nur eine architektonische Wahl ist, sondern eine Verpflichtung zur Schaffung einer umweltfreundlichen und zukunftsorientierten Baukultur. 

In der Praxis stossen Architekten, Planer und Investoren auf Herausforderungen und Chancen. In Zeiten eines erhöhten Umweltbewusstseins und des Klimawandels gewinnt die Hybridbauweise an Bedeutung. Der Fokus auf CO₂-Einsparung und Ressourcenschonung verlangt nach innovativen Lösungen. Hier gibt die Hybridbauweise eine mögliche Antwort, indem sie gestalterische Freiheit mit ökologischer Verantwortung vereint. Die Verwendung von Hybridgebäuden im Hochbau eröffnet neue Möglichkeiten, um auf die Anforderungen von Brandschutz, Festigkeit und Konstruktion einzugehen.

In Wettbewerben stehen Architekten oft vor grossen Herausforderungen. Zu viele Vorgaben für bestimmte Bauweisen können einschränkend und innovationshemmend wirken, da nicht jedes Material für jeden Gebäudetyp gleichermassen gut geeignet und nicht sinnvoll ist. Die Freiheit, Materialien je nach Bedarf zu kombinieren, sollte ein zentraler Aspekt bei der Planung sein. Nachhaltigeres Bauen bedeutet auch, Materialien bewusst einzusetzen. 

Die Zukunft des Bauens liegt unter anderem im hybriden Zusammenspiel verschiedener Materialien. Beton wird dabei eine entscheidende Rolle spielen, nicht ausschliesslich aufgrund seiner vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten im Bereich der Mobilität, im Wohnbau und bei der Gewinnung erneuerbarer Energien, sondern auch in Bezug auf die Kreislaufwirtschaft und der Versorgungssicherheit. 

Forschung und Innovation zur CO₂-Optimierung von Beton zeigen, dass dieses Material auch in Zeiten des Umweltbewusstseins relevant bleibt. Die Hybridbauweise ist also mehr als nur eine Kombination von Materialien; sie ist eine Brücke zwischen Tradition und Innovation, eine Antwort auf die Anforderungen unserer Zeit und eine Quelle grenzenloser gestalterischer Möglichkeiten. Architekten, Planer und Investoren sollten diese Vielfalt nutzen, um nachhaltige, ästhetische und zukunftsweisende Gebäude zu schaffen.

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Geschäftsführer von Betonsuisse.

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