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Bernhard Salzmann: «Der neue Landesmantelvertrag: Stabilität für das Bauhauptgewerbe»

Geschrieben von: Bernhard Salzmann
Teaserbild-Quelle: zvg

In seiner Kolumne beleuchtet Bernhard Salzmann, Direktor des SBV, die Bedeutung des neuen Landesmantelvertrags (LMV) für das Bauhauptgewerbe. Er zeigt auf, weshalb die Einigung weit über klassische Arbeitsbedingungen hinausgeht, welche Rolle Stabilität und Planungssicherheit in der Branche spielen – und warum der LMV ein entscheidendes Signal für die Zukunft der Sozialpartnerschaft setzt.

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Quelle: Fons Heijnsbroek, Unsplash

Das Fundament für eine stabile und partnerschaftliche Zusammenarbeit ist gesetzt.

Die Einigung auf den neuen Landesmantelvertrag (LMV) im Bauhauptgewerbe ist mehr als nur ein weiterer Gesamtarbeitsvertrag. Sie ist ein Signal für Stabilität in einer Branche, die für die Schweiz von zentraler Bedeutung ist. Baustellen laufen über Jahre, Projekte werden lange im Voraus geplant, Investitionen sind hoch. Gerade deshalb braucht es verlässliche Rahmenbedingungen. Das schafft der neue LMV.

Mit einer Laufzeit bis 2031 bringt der Vertrag ganze sechs Jahre Stabilität und Planungssicherheit. Das ist in der heutigen Zeit alles andere als selbstverständlich. Unternehmen erhalten damit die Möglichkeit, Projekte langfristig zu kalkulieren und ihre Mitarbeitenden frühzeitig über Perspektiven und Bedingungen zu informieren. Diese Stabilität ist ein klarer Vorteil für Betriebe wie für Beschäftigte.

Ein weiterer wichtiger Punkt betrifft die Löhne. Bleibt die jährliche Teuerung un­ter zwei Prozent, entfallen in dieser Zeit die jährlichen Lohnverhandlungen, und die Lohnentwicklung ist vertraglich definiert. Auch das schafft Ruhe und Berechenbarkeit. Die lange Laufzeit zeigt, dass beide Seiten Verantwortung übernehmen wollen. Statt jährlich Grundsatzdebatten zu führen, können sich alle Beteiligten stärker auf das konzentrieren, worum es eigentlich geht: gute Arbeit, sichere Arbeitsplätze und funktionierende Projekte. Das Risiko der Teuerung wird nicht einseitig auf eine Seite überwälzt, sondern zu gleichen Teilen von Arbeitgeber und Arbeit­nehmer getragen. Das sorgt für Fairness und stärkt das Vertrauen innerhalb der Sozialpartnerschaft.

Neben der Stabilität bringt der neue LMV auch konkrete Verbesserungen im Alltag auf den Baustellen. Moderne Arbeitszeit­regelungen schaffen mehr Flexibilität, angepasst an die Realität der Branche. Bauunternehmen können ihre Arbeitszeiten besser an die Auftragslage anpassen. Gleichzeitig profitieren auch die Mitarbeitenden davon, beispielsweise über die neue Option ein Langzeitferienkonto zu schaffen. Wer etwa längere Aufenthalte im Ausland plant oder private Projekte verfolgen möchte, kann dies künftig einfacher organisieren.

Der Weg zu dieser Einigung war allerdings nicht einfach. Das Vertrauen zwischen den Verhandlungspartnern war zeitweise stark belastet. Gewalt, Einschüchterungen und Sachbeschädigungen im Umfeld von Gewerkschaftsaktionen überschatteten die Gespräche. Solche Vorfälle stehen im klaren Widerspruch zur Tradition der Sozialpartnerschaft, die in der Schweiz eigentlich auf Dialog und gegenseitigem Respekt basiert. Der neue LMV zieht daraus Kon­sequenzen. Die Friedenspflicht wird klar gestärkt. Bei Verstössen kann künftig schneller reagiert werden, und vereinbarte Strafzahlungen werden unmittelbar fällig. Damit sollen Betriebe, Mitarbeitende und laufende Projekte besser geschützt werden. Die Botschaft für die Zukunft ist eindeu­tig: Konflikte gehören an den Verhandlungstisch und nicht auf die Baustelle. Wenn diese Grundregel eingehalten wird, kann der neue LMV genau das leisten, was die Branche braucht: Ruhe, Verlässlichkeit und ein solides Fundament für die kommenden Jahre.

Geschrieben von

Direktor des Schweizerischen Baumeisterverbandes.

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