16:38 MANAGEMENT

Porträt: Daniel Albrecht, Hochs und Tiefs eines Unermüdlichen

Geschrieben von: Simone Matthieu
Teaserbild-Quelle: Simone Matthieu

Er ist immer seinen eigenen Weg gegangen: Gegen alle Hindernisse, Andersdenkenden und etablierten Systeme, die dem ehemaligen Skirennfahrer besonders zuwider sind. Mit seinen Mondhäusern gelingt ihm ein Projekt, das seinen Vorstellungen entspricht.

Daniel Albrecht vor seinem Haus in Fiesch VS.

Quelle: Simone Matthieu

Daniel Albrecht im Garten vor seinem Haus in Fiesch. Sein Hund ist schon älter und fast taub. Irgendwann lässt er sich dann doch zu seinem Herrchen locken für ein gemeinsames Foto.

Ach, jetzt komme ich wieder ins Philosophieren», tadelt sich Daniel Albrecht selbst. Der ehemalige Skirennfahrer fragt mitfühlend: «Wie willst Du das alles in einen Text reinkriegen?» Die Frage ist nicht ganz abwegig: Er springt tatsächlich von einem Thema zum andern und wieder zurück. Das macht ihn nicht weniger sympathisch, sondern steht eher symptomatisch für sein ganzes Leben. Unzählige Projekte beginnt der 42-Jährige nach dem Ende seiner Karriere – und bricht sie auch schnell wieder ab.

Doch beginnen wir von vorne: Albrecht ist ein Self-made-Man in allen Belangen. Bereits seine Ski-Karriere verläuft ausserhalb jeder Norm. In Fiesch, wo er heute noch wohnt, wachsen er und sein Bruder im elterlichen Restaurantbetrieb auf. «Als Kind war ich sehr selbstständig und konnte mehr oder weniger tun, was ich wollte.» Niemand hat viel Zeit, den vom Skifahren begeisterten Buben zu fördern. Da es damals in Fiesch noch keine professionellen Skischulen und Trainingsmöglichkeiten gibt, trainiert er allein, eisern, zeigt sein überragendes Talent an lokalen Skirennen.

«Die Lässigen fuhren Snowboard»

Als Albrecht noch ein Knirps ist, heissen die Skigötter Pirmin Zurbriggen oder Peter Müller. Am Anfang seiner Teenagerzeit erobert eine neue Schneesportart die Pisten: «Skifahren war plötzlich out, die ‹Coolen› fuhren Snowboard», erinnert er sich. «Ich stand trotzdem lieber auf den Brettern, selbst wenn ich deshalb nicht zu den Lässigen gehörte.» Im Alter von 13 Jahren formt sich der Berufswunsch Profisportler. «Es hiess, wenn ich erst jetzt beginne, richtig zu trainieren, sei das unrealistisch.» Ein Wort, das Albrecht sein Leben lang dazu anstachelt, das angeblich Unmögliche zu erproben: «Wenn alle finden, etwas sei unrealistisch, ist mein Interesse geweckt.»

Im renommierten Schigymnasium in Stams im Tirol versucht Daniel Albrecht sein Glück. Von 60 Jungtalenten werden jeweils sechs aufgenommen. «Ich rechnete mir keine Chancen aus, dachte mir, die nehmen sicher keinen Schweizer.» Doch er besteht die Aufnahmeprüfung, wird fortan sportlich auf höchstem Niveau gefördert und gefordert. Für seine Eltern ist das in Ordnung: «Mein Vater hat gesagt: ‹Du musst selber wissen, was du willst.›»

Viele Medaillen für den Neuling

Nach der Ausbildung kommt Albrecht als 20-Jähriger ins Schweizer Junioren-Kader. Sein steiler Aufstieg zur Skirennfahrer-Spitze beginnt sogleich: 2003 holt der Neuling im Skizirkus drei Gold- und eine Silbermedaille an den Junioren-Weltmeisterschaften. Später, im Schweizer Nationalkader, wird er 2007 – wie er selbst prophezeit – Weltmeister in der Disziplin Kombination. Zusätzlich bringt er eine Silber- und eine Bronzemedaille von den Weltmeisterschaften in Schweden nach Hause. Es folgen vier Rennsiege sowie diverse Podestplatzierungen im Weltcup.

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