14:11 MANAGEMENT

Nächstes Jahr steigen die Schweizer Löhne voraussichtlich nur leicht

Teaserbild-Quelle: Bild erstellt mit KI / mai

Trotz besserer Konjunkturaussichten dürften die Schweizer Löhne nächstes Jahr nur leicht steigen: Im Schnitt planen Unternehmen für 2027 durchschnittliche Lohnerhöhungen von 1,0 Prozent, dies nach 1,1 Prozent im aktuellen Jahr. Das zeigt die heute veröffentlichte «UBS-Lohnumfrage» bei knapp 400 Schweizer Unternehmen.

Berufe (Symbolbild)

Quelle: Bild erstellt mit KI / mai

Verschiedene Berufe, verschiedene Löhne. (Symbolbild)

Wie die UBS schreibt, bliebe damit bei einer erwarteten Inflation von 0,8 Prozent ein Reallohnzuwachs von lediglich 0,2 Prozent. Dies liegt unter dem langfristigen Durchschnitt von 0,8 Prozent sowie unter dem für 2026 erwarteten Kaufkraftgewinn von 0,4 Prozent. «Für den privaten Konsum dürften von der Lohnentwicklung entsprechend wenig Impulse ausgehen», sagte UBS-Ökonomin Meret Mügeli in einer Videokonferenz. Steigende Krankenkassenprämien würden die verfügbaren Einkommen der Haushalte zusätzlich belasten.

Die höchsten Lohnerhöhungen sind laut der Umfrage in den Bereichen Energieversorgung sowie Ver- und Entsorgung mit 1,5 Prozent vorgesehen. Chemie und Pharma sowie die Metallbranche planen je 1,2 Prozent. Am unteren Ende liegen der Detailhandel mit 0,8 Prozent und die Uhren- und Schmuckbranche mit 0,7 Prozent.

Im Bau besteht der strukturelle Fachkräftemangel weiter

Allerdings: Die Unternehmen zeigen sich mit Blick nach vorn mehrheitlich zuversichtlich. «Der Ausblick auf das nächste Jahr hat sich auch in der Industrie deutlich aufgehellt», so Mügeli. Auch der aktuelle Energiepreisschock werde als temporär angesehen.  Jedoch bleibt der Arbeitsmarktausblick verhalten. Die Mehrheit der Firmen rechnet demnach mit einer unveränderten Arbeitslosenquote und einem stagnierenden Personalbestand.

Diese Entwicklung spiegelt sich auch in der Rekrutierung. Hatten 2022 noch 80 Prozent der Unternehmen Mühe, offene Stellen zu besetzen, waren es in der aktuellen Umfrage nur noch 39 Prozent und damit weniger als im längerfristigen Durchschnitt. Gemäss UBS hatten die konjunkturelle Abkühlung und die Normalisierung nach der Corona-Erholung die Rekrutierung erleichtert. In Branchen wie dem Bau sowie dem Gesundheits- und Sozialwesen bestehe der strukturelle Fachkräftemangel aber weiterhin.

KI erhöht Anforderungen an Arbeitnehmende

Auch KI verändert den Arbeitsmarkt, auch das zeigt die aktuelle Erhebung der UBS:  Zwar setzen 95 Prozent der Unternehmen die Technologie zumindest gelegentlich ein, in zentrale Geschäftsprozesse integriert ist sie aber erst bei jedem sechsten Unternehmen. Bei 40 Prozent unterstützt oder automatisiert KI bereits typische Aufgaben von Berufseinsteigenden. «Wir erwarten keine Massenarbeitslosigkeit durch KI», sagte UBS-Ökonom Alessandro Bee. Vielmehr dürfte die Technologie die Anforderungen an Arbeitnehmende erhöhen.

Für 2027 erwartet die UBS ein um Sportereignisse bereinigtes Wirtschaftswachstum von 1,5 Prozent. Zudem rechnet die Bank damit, dass die Schweizerische Nationalbank (SNB) den Leitzins im März auf 0,25 Prozent und im Juni auf 0,5 Prozent anhebt.(awp sda/mai)

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