Quartalsbericht Q3/2026: Wachstum nimmt wieder Fahrt auf
Der Hochbau legt im 3. Quartal kräftig zu: Die Segmente Wohnbau sowie Handel und Verwaltung treiben die geplante Bausumme auf einen neuen Spitzenwert. Der Industrie- und Gewerbebau bleibt derweil hinter dem Vorjahr zurück.
Quelle: Philippe Surber, Unsplash
Wohnraum bleibt in der Schweiz knapp – auch in der Stadt Zürich (Bild). Das BWO erwartet von den gestiegenen Baugesuchen ab 2027 einen stärkeren Wohnungszuwachs.
Das Schweizer Bauhaupt- und Ausbaugewerbe hat im 3. Quartal 2026 spürbar an Tempo
gewonnen. Die auf Basis von Gesuchen ermittelte Bausumme erhöhte sich im
Vergleich zum entsprechenden Vorjahresquartal um 9,5 Prozent, wie aus den
Zahlen der Baublatt-Herausgeberin Infopro Digital Schweiz GmbH hervorgeht. Gegenüber
dem Vorquartal resultierte ein Plus von 12,0 Prozent. Die nominale Hochbausumme
bewegte sich bei rund 15,2 Milliarden Franken und damit deutlich über der Marke
des 2. Quartals (13,6 Mrd.
Fr.); sie übertraf zudem alle dritten Quartale der Jahre 2021 bis 2025. Auch
die Anzahl der eingereichten Baugesuche nahm um 9,6 Prozent auf 15 261 Projekte zu.
Bei den eingereichten Baugesuchen zeigt sich ein regionales
Gefälle: Die Deutschschweiz verzeichnete mit +12,3 Prozent das stärkste
Wachstum, gefolgt vom Tessin (+9,7 %)
und der Romandie (+1,0 %).
Ein Blick auf die erteilten Baubewilligungen zeigt ein differenzierteres Bild:
Schweizweit sank deren Zahl im 3. Quartal
gegenüber dem Vorjahresquartal um 0,9 Prozent auf 5980. In der Deutschschweiz
gingen die Bewilligungen dabei zurück (-3,3 %),
während in der Romandie (+2,3 %)
und im Tessin (+8,4 %) mehr
Projekte grünes Licht erhielten.
Wohnbau mit neuem Höchstwert
Den grössten Anteil am Ergebnis hatte erneut der Wohnbau. Die Investitionen im Segment legten mit einem Plus von 13,1 Prozent zum Vorjahresquartal kräftig zu und lagen auch klar über dem Wert des Vorquartals (+7,5 %). Im Segment Mehrfamilienhäuser (MFH) stiegen die geplanten Investitionen zum Vorjahresquartal um 12,7 Prozent und übertrafen damit den Sechsjahresdurchschnitt (+11,2 %). Zwei Entwicklungen prägten das Ergebnis: Erstens legte das Neubaugeschäft mit einem Plus von 14,2 Prozent erneut kräftig zu, noch stärker als im 2. Quartal (+12,6 %). Zweitens erholte sich der An- und Umbau: Nach dem Minus im Vorquartal (-4,8 %) liegt er nun 8,2 Prozent über dem Vorjahr, zum Vorquartal resultierte ein Plus von 3,7 Prozent.
Im Segment Einfamilienhäuser (EFH) setzte sich die positive Entwicklung fort: Das Renovierungsgeschäft legte zum Vorjahresquartal um 21,4 Prozent zu (2. Quartal: +16,9 %), gab zum Vorquartal aber nach (-6,9 %). Die geplanten Investitionen für Neubauten stiegen ebenfalls zum Vorjahresquartal (+7,4 %), lagen aber auch hier unter dem Vorquartal (-2,9 %). Zum Vergleich: Über alle Baugesuche betrachtet entfielen 62,9 Prozent der geplanten Bausumme auf reine Neubauten und 37,1 Prozent auf An- und Umbauten (2. Quartal: 58,9 resp. 41,1 Prozent).
Ab hier ist dieser Artikel nur noch für Abonnenten vollständig verfügbar.
Jetzt einloggenSie sind noch nicht Abonnent? Übersicht Abonnemente