15:06 KOMMUNAL

Umnutzung: Reformierte Kirche Wipkingen in Zürich soll der Schule dienen

Teaserbild-Quelle: Ikiwaner, eigenes Werk, Copyrighted free use

Nachdem es in der Stadt Zürich an Schulraum mangelt, wird mit unkonventionellen Mitteln neuer Schulraum geschaffen: Die reformierte Kirche Wipkingen soll als Verpflegungs- und Betreuungsraum für die Schulanlage Waidhalde genutzt werden. Des Weiteren sollen auch eine Bibliothek und ein Mehrzwecksaal Platz finden.

Kirche Wipkingen

Quelle: Ikiwaner, eigenes Werk, Copyrighted free use

Neues Leben für die Kirche Wipkingen: Ab Sommer 2026 sollen sich hier Schüler unter anderem verpflegen und Aufgaben machen können.

Mit dieser Umnutzung der Kirche könnten in der benachbarten Schulanlage Waidhalde drei bis vier Klassenzimmer freigespielt werden, teilten die Stadt Zürich und die reformierte Kirche Zürich am Mittwoch mit. „So können wir mit einer kreativen Lösung den anhaltend hohen Schulraumbedarf im Schulkreis Waidberg entschärfen“, wird Schulvorsteher Filippo Leutenegger in der Mitteilung zitiert. Weil auf diese Weise auch keine zusätzlichen Pavillons aufgestellt werden müssen, bleibt laut Leutenegger der wertvolle Freiraum rund um die Schulanlage erhalten - er kann gar rund um die Kirche erweitert werden.                                                         

Ein Umbau mit Herausforderungen

Die Umnutzung, der die reformierte Kirchgemeinde am 18. Mai zugestimmt hatte, Diese ist gemäss Vertrag vorerst auf 15 Jahre ausgelegt, wobei eine Option auf eine zweimalige Verlängerung um je fünf Jahre besteht.

Die Kirche soll der Stadtzürcher Schule ab Sommer 2026 zur Verfügung stehen. Die bauliche Herausforderung sei dabei nicht zu unterschätzen, wird Hochbauvorstand André Odermatt (SP) in der Medienmitteilung zitiert. Gemäss Machbarkeitsstudien sei es aber möglich, die notwendigen Flächen mit dem Einbau von schwebenden Kuben zu schaffen. Damit nur diese Kuben sowie die Räume im Erdgeschoss beheizt werden müssen, soll zwischen Erd- und Obergeschoss ein transparentes Folienkissen als Dämmschicht eingezogen werden.

Alle Um- und Einbauten sollen „die Anmutung des grosszügigen Kirchenraums möglichst wenig beeinträchtigten“ und so vorgenommen werden, dass sie wieder rückgängig gemacht werden können. Die Details werden im Rahmen eines Architekturwettbewerbs erarbeitet. Über das Projekt und den Kredit befindet dann das Stadtparlament.

Kirchliche Räume mit neuen Nutzungen

Seit der Fusion von 32 Kirchgemeinden zur Kirchgemeinde der Stadt Zürich im Jahr 2019 führten Kirchenpflege und Stadtrat einen regelmässigen Dialog, wie der Mitteilung zu entnehmen ist. Dies mit dem Ziel, „gemeinsam Projekte von allgemeinem Nutzen zu fördern“. Der Einzug der Schule in die Kirche Wipkingen sei ein Gewinn für beide Seiten, so Michael Hauser, Ressortleiter Immobilien der Kirchenpflege. „Während der Bedarf an Schulraum in Zürich wächst, bieten unsere Häuser Chancen für zusätzliche Nutzung.“

Die reformierte Kirchgemeinde dürfte weitere kirchliche Räume für neue Nutzungen öffnen, dies jeweils unter Berücksichtigung der lokalen Bedürfnisse und mit Einbezug der Mitglieder. Ein entsprechendes Immobilien-Leitbild hat die Kirchenpflege kürzlich zuhanden des Kirchgemeindeparlaments verabschiedet.

Die reformierte Kirche Wipkingen stammt von 1908 und seit 2018 geschlossen. Zuvor war sie nur noch alle zwei Wochen genutzt worden, da sie immer weniger Besucherinnen und Besucher hatte. 2020 wurde sie dem Verein Klimastreikräume befristet zur Gebrauchsleihe übergeben. Diese Zwischennutzung endet spätestens mit Beginn des Umbaus Anfang 2025. (sda/mai)

 


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