14:04 KOMMUNAL

Statistik der Schweizer Städte: Die Schweiz, ein Land der Städter

Teaserbild-Quelle: wikimedia.org, Lemon_ho, CC

Drei Viertel der Schweizer Bevölkerung wohnen in städtischen Gebieten. Sie belegen dort rund zwei Millionen Wohnungen, die sich auf knapp 540 000 Gebäude verteilen. Rund 75 Prozent sind Mietwohnungen. Dies zeigt die «Statistik der Schweizer Städte 2021» des Schweizerischen Städteverbandes und des Bundesamts für Statistik (BFS), bei der heuer das Thema «Wohnen in der Stadt» im Fokus steht.

Während die Schweiz in den 1980er- und 1990er-Jahre von einer Landflucht geprägt war, erlebten Städte in den letzten 20 Jahren eine regelrechte Renaissance, auch das zeigt die aktuelle Statistik der Städte, für die 171 Städte unter die Lupe genommen worden sind. So wohnen heute drei Viertel der Bevölkerung der Schweiz im städtischen Raum. Von der urbanen Bevölkerung sind 19% 19 Jahre als oder jünger, 63% sind zwischen 20- und 64jährig und 18% sind älter als 64-Jährig. Im Vergleich zum Rest der Schweiz unterscheide sich die Altersstruktur minimal, schreibt der Städteverband in seiner Medienmitteilung.

Auch bezüglich Zivilstand sind die Unterschiede nicht sehr gross: 47% der städtischen Bevölkerung sind ledig (in den übrigen Gebieten der Schweiz sind es 42%). Zudem haben 31% der Städterinnen und Städter eine ausländische Staatsangehörigkeit, ausserhalb der Städte sind es hingegen nur 20%. Dass ein solcher Bevölkerungsmix möglich sei  und auch möglich bleibe, hängt laut Städteverband stark von der Ausgestaltung des Wohnungsmarkts ab.

Je kleiner die Gemeinde, je mehr Einfamilienhäuser?

Im 2018 verteilten sich in den Städten 2,2 Millionen Wohnungen auf 539 767 Gebäude. Davon waren 46,8% Ein- und 35,6% Mehrfamilienhäuser. Betrachtet man die Verteilung nach Gemeindegrössenklasse, zeigt sich, dass der Anteil Einfamilienhäuser mit der Abnahme der Gemeindegrösse steigt.

Bei den Mehrfamilienhäusern verhält es sich umgekehrt: Die zehn grössten Städte weisen einen durchschnittlichen Anteil von mehr als 43% auf, bei den restlichen 161 Städten liegt er unter 33%.

Drei-Zimmer-Wohnungen dominieren

Was die Grösse der Wohnungen betrifft, dominieren in den Städten vor allem Drei-Zimmer-Wohnungen. Hingegen sind in den Städten mit weniger als 20 000 Einwohnerinnen und Einwohnern Vier-Zimmer-Wohnungen leicht in der Überzahl. In den Grossstädten sind grosse Wohnungen mit fünf und mehr Zimmern am seltensten: Sie machen einen Anteil von 9,8% aus, in den übrigen Städten liegt deren Anteil hingegen bei 19%.

In den Städten leben 69% der Mieterinnen und Mieter in einer Drei- oder Vier-Zimmer-Wohnung. Hingegen verfügen Eigentümerinnen und Eigentümer mehrheitlich – oder vielmehr 86,5% – über eine Wohnung mit vier oder mehr Zimmern.

Wohneigentum auf dem Land, Mietwohnung in der Stadt

Von 2015 bis 2017 (kumuliert) waren 74% der bewohnten Wohnungen in den Schweizer Städten durch Mieterinnen und Mieter sowie Genossenschafterinnen und Genossenschafter belegt. Lediglich bei 25% handelt es sich um Eigentümerwohnungen. So sind etwa in Brig-Glis, Möhlin, Spiez und Uzwil mehr als die Hälfte in Privatbesitz. In Genf, Lausanne, Zürich und Carouge werden hingegen mehr als 90% der Wohnungen als Miet- oder Genossenschaftswohnungen genutzt.

Gemeinütziger Wohnungsbau: Zürich hat die Nase vorn

Die Städte setzen vermehrt auf den gemeinnützigen Wohnungsbau für sozial und wirtschaftlich benachteiligte Personen. Während Gebäude des gemeinnützigen Wohnungsbaus 1,3% des gesamtschweizerischen Wohngebäudebestands ausmachen, liegen die Grossstädte mit durchschnittlich 11,4% deutlich über dem landesweiten Durchschnitt.

In der Stadt Zürich sind 22,4% aller Drei-Zimmer- und 24,4% aller Vier-Zimmer-Wohnungen gemeinnützig gebaut. Aber auch kleinere Städte wie Urdorf und Birsfelden weisen mit je rund 15% einen beachtlichen Gesamtanteil gemeinnütziger Wohnungen aus.

FDP und SP am stärksten vertreten

Die «Statistik der Schweizer Städte» liefert ebenfalls Daten zur städtischen Politik. Zudem weisen sie neu den Stand der aktuellsten Gesamterneuerungswahlen aus. Die tonangebenden Parteien in der städtischen Politik sind die FDP und die SP. In den städtischen Exekutiven kommt die FDP 2020 auf einen Sitzanteil von 27,2%. Die SP folgt mit 20,6%.

Die CVP hat gegenüber dem Vorjahr 0,2% verloren und hält somit noch 15,1% der Sitze. Die SVP bleibt auf Platz vier, hat aber 0,2% verloren und hält neu 11,4%. Die Grünen konnten gegenüber dem Vorjahr 0,8% zulegen und kommen neu auf 7,7% in den städtischen Exekutiven. In den Parlamenten hält die FDP 22,3%, gefolgt von der SP mit 20,9% und der SVP mit 15,3%. Auf dem vierten Rang finden sich mit 11,6% die Grünen wieder und die CVP kommt auf einen Sitzanteil von 9,3%. (mgt/mai)

Linktipp

Online-Version der «Statistik der Schweizer Städte 2021». Download auf www.swisstats.bfs.admin.ch


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