Klotener Ried: Naturidylle zwischen den Pisten
Der Flughafen Zürich fertigt nicht nur 32 Millionen Fluggäste pro Jahr ab: Neben all den Maschinen birgt das Areal auch das Naturschutzgebiet Klotener Ried, das von Tieren und Naturfreunden gleichermassen geschätzt wird.
Quelle: wikicommons /arkelin
Das Klotener Ried ist ein verstecktes kleines Idyll, das von Flora und Faune gleichermassen geschätzt wird wie von Naturfans.
Der Flughafen Zürich erstreckt sich über eine Gesamtfläche von 9,5 Quadratkilometern und beherbergt zwei Terminals, drei Docks sowie umfangreiche Flugbetriebsflächen. Bei all der Infrastruktur besteht aber immer noch die Hälfte des Areals aus Grünflächen, einige davon sogar als Naturschutzflächen.
Das grösste dieser Naturschutzgebiete ist das Klotener Ried, das zwischen den Pisten 16/34 und 14/32 liegt. Es stellt die Überreste der ehemaligen grossen Flachmoorlandschaft dar und ist heute Heimat für verschiedene und zum Teil sehr seltene Tier- und Pflanzenarten. Die Naturschutzflächen wurden bei Bau des Flughafens 1946 angelegt, da dieser in einem Feuchtgebiet gebaut wurde und einige der grossen, geschützten Riedflächen der Ebene zwischen Kloten und Oberglatt beanspruchte.
Um diesen Verlust auszugleichen, wurde in unmittelbarer Nähe der Pisten und mit grossem baulichen Aufwand eine wertvolle, historisch gewachsene Kulturlandschaft erhalten und ein Naturschutzgebiet geschaffen. Ungestört von Starts und Landungen leben seither in den geschützten Bruchwäldern, Riedwiesen und Flachmooren zahlreiche Vögel, Fledermäuse, Amphibien, Fische, Reptilien, Libellen und Pflanzen.
Quelle: ETH-Bibliothek Zürich, Bildarchiv / Fotograf: Vogt, Jules / CC BY-SA 4.0
Beim Bau des Flughafens 1946 wurde das Naturschutzgebiet geschaffen, als Ausgleich für verloren gegangene Flachmoorlandschaften.
Risiko Vogelschlag
Allerdings ist es nötig, das eigentliche Flughafengelände für Vögel nicht zu attraktiv zu machen: Vor allem grosse Vögel und Schwarmvögel können ein Sicherheitsrisiko darstellen. Kollisionen von Vögeln mit Flugzeugen, der so genannte Vogelschlag, können schwerwiegende Folgen haben. Die Bewirtschaftung der Grünflächen ist deshalb entsprechend ausgerichtet: Offene Flächen werden meist als extensiv genutzte Langgraswiesen bewirtschaftet, was ihrem ökologischen Wert dient und auch als Vogelschlagprävention wirkt. Hohes Gras macht es Greifvögeln schwer, am Boden Beutetiere zu erspähen. Und Schwarmvögel lassen sich nicht gerne auf diesen Flächen nieder. Als weitere Massnahme werden am Flughafen Wiesel speziell gefördert: Sie stellen eine Beutekonkurrenz für die Greifvögel dar und halten deren Population so im Schach.
Quelle: Stadt Zürich
Seit einigen Jahren leben auch wieder zwei Biberfamilien beim Flughafen: Sie sorgen für mehr Biodiversität.
Biber schaffen Lebensräume
Besonders erfreulich: In den letzten Jahren haben sich sogar zwei Biberfamilien in Pistennähe angesiedelt. Hier sind die Tiere sicher vor Joggern, Hunden und Katzen, da nur wenige Wege durch das Gebiet neben dem Flughafen führen. Die Rückkehr der Biber freut die Wildtierhüter des Flughafens besonders. Denn die Nager schaffen durch ihre Dämme und Überflutungsgebiete neue Lebensräume und fördern die Artenvielfalt. Nur vor gewissen Gebieten in Pistennähe müssen die Tierhüter den Biber fernhalten, da die von ihnen geschaffenen Teiche zahlreiche Vögel anziehen und wiederum die Gefahr eines Vogelschlages bergen.
Daneben besteht die Hauptaufgabe der Flughafen-Ranger darin, die Landschaft und ihre Bewohner zu pflegen und zu schützen. Sogar eine Zählung der Tiere nehmen die Wildhüter vor. Dank ihrer vielfältigen Arbeit funktioniert in der Riedlandschaft rund um den Flughafen Zürich das Nebeneinander von wirtschaftlicher Nutzung und Bewahrung der Umwelt. So gilt die Gegend als Paradies für Hobby-Ornithologen, da sich die Vögel vom Fluglärm nicht stören lassen.
Printausgabe zur Flughafenregion Zürich
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