Kanton Bern: 873 Millionen Überschuss
Der Kanton Bern hat letztes Jahr 873 Millionen Überschuss erzielt; viel besser als erwartet. Doch Finanzdirektorin Astrid Bärtschi warnt: Das Resultat ist das Ergebnis einmaliger Sondereffekte.
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Der Kanton Bern hat das Jahr 2025 mit einem üppigen Überschuss abgeschlossen.
«Wir haben nichts gespart», betont die bernische Finanzdirektorin Astrid Bärtschi vor den Medien mehrfach. Der Grund: Der Kanton hat bei einem Haushalt von 13 Milliarden letztes Jahr 873 Millionen Überschuss erzielt, was Begehrlichkeiten aus der Politik oder auf den nationalen Finanz- und Lastenausgleich wecken dürfte.
Die Finanzdirektion beton, dass das üppige Ergebnis vor allem auf Sondereffekte zurückzuführen ist: zum Beispiel die Auflösung von Rückstellungen im Zusammenhang mit einem grossen Strassenbauprojekt, das nicht umgesetzt wird, oder die bereits Ende 2025 erreichten Vollkapitalisierung der Bernischen Pensionskasse.
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Mittelfristig steht der Kanton vor grossen finanziellen Herausforderungen.
238 Millionen von Nationalbank
Einen hübschen Batzen, genauer 238 Millionen Franken, stammt aus der nicht eingeplanten Gewinnausschüttung der Nationalbank. Ohne all diese Sondereffekte würde der Kanton Bern rund 50 Millionen unter Budget abschliessen.
So oder so führt das gute Rechnungsergebnis 2025 zu einer Stärkung des Eigenkapitals und einem weiteren Schuldenabbau. Mittelfristig steht der Kanton aber vor grossen finanziellen Herausforderungen: in erster Linie die Abschaffung des Eigenmietwerts, Mehrbelastungen im Gesundheitswesen oder das Entlastungspaket des Bundes. Regierungsrätin Bärtschi will deshalb ihre «zurückhaltende Finanzpolitik» weiterführen um zu verhindern, dass der Kanton aufgrund absehbarer Mehrbelastungen in ein strukturelles Defizit gerät. Gleichzeitig soll die steuerliche Belastung im Kantonsvergleich in Richtung Mittelfeld senken. (SDA/bk)