07:01 BAUREGIONEN

Was derzeit im Kanton St. Gallen und Glarus gebaut wird

Geschrieben von: Pascale Boschung (pb)
Teaserbild-Quelle: Studio Diode

Welche Bauprojekte stehen im Kanton St. Gallen und im Kanton Glarus an? Von der geplanten Lachszucht am Walensee bis zur Neubau einer Moschee in der Stadt St. Gallen – ein Überblick zu Projekten in der Region.


Projekte im Bau oder in Planung

Neubau Altersheim der Sana Fürstenland in Gossau

Quelle: Sana Fürstenland AG

Visualisierung: So soll sich das neue Pflegeheim der Sana Fürstenland AG in Gossau präsentieren.

Ewiger Rechtsstreit um Altersheim in Gossau

Gossau SG – Der Streit um das seit über zehn Jahren geplante Alterszentrum der Sana Fürstenland AG nimmt kein Ende. Nachdem das Verwaltungsgericht Ende April die Beschwerden der Einsprecher grösstenteils abgewiesen hatte, wird das Bauprojekt nun ein Fall fürs Bundesgericht: Die Beschwerdeführer haben das Urteil weitergezogen. Sie fordern unter anderem eine unabhängige Begutachtung, etwa durch die Eidgenössische Natur- und Heimatschutzkommission, und machen verschiedenste Verfahrensfehler geltend.

Visualisierung der Moschee El-Hidaje in St. Gallen

Quelle: Agusi GmbH

Visualisierung: So soll die geplante Moschee im Westen der Stadt St. Gallen dereinst aussehen.

Petition gegen geplante Moschee in Stadt St. Gallen

St. Gallen – Die Islamisch-Albanische Gemeinschaft «El-Hidaje» plant in der Stadt St. Gallen für rund 15 Millionen Franken einen Moschee-Neubau mit Platz für bis zu 400 Personen. Widerstand erfährt das Projekt von der stadtsanktgaller SVP: Sie hat eine Petition eingereicht und befürchtet negative Auswirkungen auf das Quartier sowie eine Finanzierung aus dem Ausland. Laut dem Imam, Mehas Alija, ist eine Finanzierung über Spenden, Bankkredite und einen Liegenschaftsverkauf geplant. Ein Baugesuch liegt bislang nicht vor.

Überbauung Wittenbach Aurora Anlagestiftung

Quelle: Itten+Brechbühl AG

Visualisierung: Die Aurora-Anlagestiftung plant in Wittenbach über 60 neue Wohnungen.

Neuer Wohnraum im Grünen in Wittenbach

Wittenbach SG – Gleich an drei Orten entsteht in Wittenbach Wohnraum mit insgesamt fast 130 neuen Mietwohnungen. Im «Widenbach» baut die Aurora Anlagestiftung St. Gallen seit Ende August für rund 36 Millionen Franken vier Mehrfamilienhäuser mit 62 Minergie-Wohnungen (Visualisierung oben). Die Überbauung soll ab Ende 2027 vermietet werden. Derweil entstehen im «Bächipark» zwei weitere Überbauungen: An der Leestrasse baut die Schetter Liegenschaften AG zwei Mehrfamilienhäuser mit 26 Mietwohnungen, während die Filipaj Architektur AG an der alten Leestrasse drei weitere Mehrfamilienhäuser mit 39 Wohnungen realisiert. 

Lachsfarm am Walensee in Mollis

Quelle: PD / Swiss Blue Salmon AG

Visualisierung: So könnte sich die Lachszucht-Anlage am Walensee dereinst präsentieren.

Umstrittene Lachszucht am Walensee

Mollis GL – Die Firma Swiss Blue Salmon AG plant am Walensee für 180 Millionen Franken eine der grössten Lachszuchten der Schweiz, in der dereinst 4000 Tonnen Lachs pro Jahr produziert werden sollen. Geplant ist laut dem Unternehmen eine geschlossene Kreislaufanlage: Das durch Fischausscheidungen verschmutzte Wasser wird mit Bakterien gefiltert, entgast, per UV-Strahlung von Keimen befreit und mit Sauerstoff angereichert, bevor es zurück in die Becken fliesst. Daneben soll das Wasser vom Walensee eine passive Kühlung der Anlage ermöglichen.

Das Projekt erfährt aber Widerstand. Die Tierschutzorganisation Fair-Fish hat Einsprache erhoben: Die Lachse würden in der Kreislaufanlage viermal dichter gehalten als in Meereskäfigen. Daneben hat auch der WWF Bedenken geäussert zur allgemein steigenden Lachsproduktion. Dies etwa in Bezug auf die Fütterung: Für ein Kilo Zuchtlachs werden laut WWF bis zu drei Kilo Wildfisch als Fischmehl benötigt. Ob die geplante Lachszucht am Walensee tatsächlich gebaut werden kann, hängt vom derzeit noch hängigen Einspracheverfahren ab.

Baustelle beim Mahlwerk Uzwil

Quelle: zvg

Blick auf die aktuelle Baustelle: Der Rückbau des ehemaligen Bürogebäudes auf dem Areal ist bereits erfolgt.

Neue Industriehalle fürs Mahlwerk Uzwil

Uzwil SG – Auf dem «Spickel» des Bühler-Areals entwickelt die Uze AG seit 2025 das «Mahlwerk Uzwil», einen Innovationshub auf rund 18 680 Quadratmetern. Die Gemeinde hat im Juli die Baubewilligung für eine neue Industriehalle erteilt. Auf zwei Geschossen entstehen rund 3260 Quadratmeter für Produktion, Montage sowie Forschung und Entwicklung. Die Flächen werden im Rohbau an die Mieter übergeben, die sie ab Frühjahr 2028 ausbauen können. Über der Halle entsteht zudem ein fünfgeschossiges Parkhaus.

Erweiterung Gemeindehaus in Schwanden

Quelle: PD / Glarus Süd

Visualisierung: Nordansicht des sanierten und erweiterten Gemeindehauses in Schwanden.

Ein Ensemble fürs Gemeindehaus

Glarus Süd GL – Die Gemeinde erneuert und erweitert ihr Gemeindehaus in Schwanden. Seit der Gemeindefusion 2011 ist die Verwaltung auf mehrere Standorte verteilt, zudem genügt das alte Gemeindehaus den heutigen Anforderungen nicht mehr. Anstelle des zurückgebauten alten Werkhofs und der Trafostation entsteht vor diesem Hintergrund ein angrenzender Neubau mit barrierefreiem Haupteingang, der mit dem kernsanierten Bestandsgebäude künftig ein neues Gemeindehaus-Ensemble bildet. Die Bauarbeiten sind Ende Mai mit dem Spatenstich gestartet. Vorgesehen sind eine zeitgemässe Erneuerung der Arbeits- und Verwaltungsräume, mehr Barrierefreiheit sowie eine moderne Energie- und Gebäudetechnik. Die Fertigstellung des Gesamtprojekts ist für Ende 2027 geplant.

Installationsplatz Geothermieprojekt St. Gallen

Quelle: Stadt St. Gallen / St. Galler Stadtwerke

Vom früheren Geothermieprojekt in St. Gallen blieb nur das heute versiegelte Bohrloch «GT-1» übrig.

Neuer Anlauf für die Geothermie in St. Gallen?

St. Gallen – Dreizehn Jahre nach dem Geothermieprojekt in der Stadt St. Gallen, das aufgrund eines Erdbebens gestoppt wurde, könnte es im Kanton bald einen neuen Anlauf geben. Ein im Auftrag der Regierung erstellter Abschlussbericht bewertet die Region als «geothermisch attraktiv»: Würden die vier aussichtsreichsten Standorte im Kanton erschlossen, liesse sich ein jährlicher Wärmebezug von über 200 Gigawattstunden erzielen – rund ein Fünftel des kantonalen Ziels für erneuerbare Energien. Als mög­liche Standorte werden unter anderem Buchs, Ebnat-Kappel und Widnau / Diepoldsau genannt. Der Bericht empfiehlt ein schrittweises Vorgehen mit ersten Testbohrungen in geringerer Tiefe.



Wettbewerbe aus der Region

Siegerprojekts «Paradiso» für Jenny-Areal in Glarus Süd

Quelle: Studio Diode

Visualisierung des Siegerprojekts «Paradiso» von Knorr & Pürckhauer Architekten für das Jenny-Areal in Glarus Süd.

Wohnen im Park am Bahnhof

Glarus Nord GL – Neben dem Bahnhof Ziegelbrücke auf dem Jenny- Areal im Teilgebiet Rosenegg soll neuer Wohnraum entstehen. Den Studienauftrag für das Initialprojekt «Hof» hat das Team von Knorr & Pürckhauer Architekten mit Gersbach Landschaftsarchitektur und dem eingereichten Projekt «Paradiso» gewonnen. Vorgesehen sind zwei 75 Meter lange, siebengeschossige Längsbauten mit 148 Mietwohnungen, die in zwei Etappen realisiert werden können.

Erweiterung Primarschule Dorf in Flums

Quelle: PD

Visualisierung: So soll sich die Primarschule Dorf in Flums SG dereinst präsentieren.

Mehr Platz für Schulhaus in Flums

Flums SG – Das Primarschulhaus in Flums aus den 1960er-Jahren genügt den Anforderungen nicht mehr und bietet zu wenig Platz. Den Projektwettbewerb gewann der Entwurf «Enfilade» von Fiechter & Salzmann Architekten: Ein neues dreigeschossiges Volumen im Süden soll die zwei Bestandsbauten ergänzen. Zudem ist anstelle des Verbindungsteils ein neuer, gedeckter Zugangsbereich geplant. Über den Objektkredit soll im Frühjahr 2027 abgestimmt werden.

Neubau Kindergarten Halden in St. Gallen

Quelle: PD

Visualisierung des Siegerprojekts «Zvieri» für die neue Tagesbetreuung und den Kindergarten «Halden» in St. Gallen.

«Zvieri» schafft mehr Schulraum

Stadt St. Gallen – Im Schuleinzugsgebiet Halden steigen die Schüler­zahlen. Auf dem südwestlichen Schulareal soll deshalb ein Neubau mit einer Tagesbetreuung für bis zu 224 Kinder, einem Kinder­garten und ergänzenden Schulräumen entstehen. Aus dem entsprechenden Wettbewerb ging das Projekt «Zvieri» von Richter Tobler Architekten aus Basel als Sieger hervor. Der Entwurf sieht einen Neubau vor, der den bestehenden Hartplatz vor Ort erhält. Der Baukredit soll im Sommer 2027 dem Stadtparlament vorgelegt werden, die Eröffnung ist auf Beginn des Schuljahrs 2030/31 geplant.

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Redaktorin Baublatt

Zeichnet, schreibt und kreiert gerne. Themenbereiche: Bauprojekte sowohl international als auch regional, News aus Wissenschaft, Forschung, Technik, Architektur und Design.

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