Weisse Villa in Mulegns erhält ihre Farben zurück
Die Weisse Villa in Mulegns war nie wirklich weiss, sondern bunt – diesen Sommer soll das historische Gebäude seine ursprünglichen Farben zurückerhalten. Die Sanierungsarbeiten sind am Montag mit dem Spatenstich gestartet.
Die Villa hat eine bewegte Vorgeschichte: Sie sollte ursprünglich für den Ausbau der Julierstrasse abgerissen werden. Am Ende konnte das Gebäude aber davor bewahrt werden. Über zwei Jahre wurden Fundamente ausgegraben, Stützkonstruktionen betoniert und Schienen verlegt, um das Haus zu verschieben und zu erhalten. Heute steht es unter eidgenössischem Denkmalschutz.
Farbige Vergangenheit
Wie die Stiftung Origen am Montag mitteilte, erhält die Villa nun auch ein neues, farbiges Kleid. Denn das Gebäude trägt seinen Namen zu Unrecht: Der Architekt Jean-Baptiste Lafargue aus Bordeaux verlieh ihr demnach eine farbige Fassung, die von violetten, roten, grünen und ockerfarbenen Tönen geprägt war. Später erhielt sie noch andere Farbkostüme.
Die Villa habe sich der Zeit und dem Geschmack der jeweiligen Bewohner angepasst, schreibt die Stiftung. Erst zuletzt erhielt sie die heutige, einheitliche weisse Fassung. Das soll sich nun ändern. Die steinernen Fensterrahmen sollen demnach von der Farbe befreit werden, um die Pastelltöne darunter neu zu interpretieren und dem Haus «seine verspielte Aura» zurückzugeben.
Die Villa wird derzeit von farbigen Blachen umhüllt. Diese dienen der Farbfindung, künftig soll jede Fassade einen historischen Anstrich der französischen Villa widerspiegeln.
Silberwand für Norina Gilli
Auch im Innenbereich verändert sich das Haus. Die Stiftung widmet den zentralen Salon einer historischen Persönlichkeit: Norina Gilli, Tochter eines Zuckerbäckers aus Florenz, die im 19. Jahrhundert international bekannt wurde. Die Wände des Saals werden demnach mit einem von Martin Leuthold gewebten Silberstoff bespannt.
Dieser soll an Norina Gilli erinnern. «Sie eroberte Max Reinharts Mirakelbühnen, erkaufte als georgische Prinzessin fürstliche Düfte in New York und beschloss ihr Leben in der Obhut eines berühmten Gurus», heisst es in der Mitteilung.
Die sanierte Villa soll künftig gemeinsam mit dem neuen Zuckerbäckermuseum das Dorf Mulegns beleben. (mgt/pb)
Quelle: Stefan Kaiser
Die Stiftung widmet den zentralen Salon der Villa einer historischen Persönlichkeit: Norina Gilli, Tochter eines Zuckerbäckers aus Florenz.