Was derzeit in Schaffhausen, Thurgau und im Appenzell gebaut wird
Welche Bauprojekte stehen im Kanton Thurgau, Schaffhausen und im Appenzellerland an? Von der neuen Zwischenstütze der Säntisbahn über die Altstadtaufwertung in Arbon bis zum neuen Stadtteil beim Schaffhauser Güterbahnhof – ein Überblick zu Projekten in der Region.
Projekte im Bau oder in Planung
Quelle: PD / Stadt Arbon
Der Römerhof im Jahr 2030: Entsiegelte Böden sowie neue Grünflächen und Bäume sorgen nicht nur für mehr Biodiversität, sondern auch für eine bessere Kühlung der Umgebung und leichteren Abfluss von Regenwasser.
Eine neue Altstadt für Arbon
Arbon TG – Das Arboner Stimmvolk hat im März einen Kredit für die Aufwertung der Haupt- und Promenadenstrasse bewilligt – der ersten Etappe der «Vision 2040 – Neue Altstadt Arbon». Ausgangspunkt dafür war der ohnehin fällige Ersatz sanierungsbedürftiger Werkleitungen, daraus wurde ein Projekt, mit dem der öffentliche Raum in Arbon gleich mitumgestaltet und aufgewertet wird. Konkret werden die Fahrbahnen und Trottoirs ohne Randsteine auf eine Ebene gebracht und versiegelte Flächen zu begrünten Begegnungsorten umgestaltet. Der Marktplatz erhält einen grossen Baum, neue Pflästerungen und Sitzmöglichkeiten, während die Stadtmauer und geschützte Bauten gestalterisch in Szene gesetzt werden. Anders als beim 2018 an der Urne gescheiterten Vorgängerprojekt «Lebensraum Altstadt» bleibt das Verkehrsregime unverändert – auf Einbahnstrecken wird verzichtet. Während der öffentlichen Auflage des Vorhabens im Juni sind jedoch Einsprachen eingegangen. Diese werden derzeit geprüft.
Quelle: Appenzeller Bahnen
Visualisierung des neuen Fahrzeuges der Linie Rheineck-Walzenhausen aussen.
Bahnlinie Rheineck-Walzenhausen wird führerlos
Walzenhausen AR – Damit die Bahnlinie Rheineck–Walzenhausen langfristig erhalten bleibt und künftig führerlos fahren kann, erneuern die Appenzeller Bahnen nahezu die gesamte Infrastruktur der Strecke. Das Auftragsvolumen beträgt rund 27 Millionen Franken. Erneuert werden unter anderem die Fahrbahn, die beiden Tunnel, mehrere Brücken sowie die Bahnhöfe Rheineck und Walzenhausen, die stufenlose respektive barrierefreie Zugänge erhalten. Kernstück ist ein neues digitales Zugsteuerungssystem, das die Züge künftig automatisiert überwacht und steuert. Die Hauptarbeiten sollen im Januar 2027 starten, vorbehältlich der noch ausstehenden Plangenehmigung durch das Bundesamt für Verkehr (BAV). Parallel dazu baut Stadler Rail ein neues Fahrzeug für die Linie. Die Inbetriebnahme der modernisierten Bahn ist für 2028 geplant.
Quelle: pd/ Huber Visuals
Visualisierung der geplanten Dachkonstruktion, mit der das Schwimmbad im Winter als Hallenbad genutzt wrden soll.
Ein Wassersportzentrum für Romanshorn
Romanshorn TG – Eigentlich hätten die Romanshornerinnen und Romanshorner am 27. September über einen laut Stadtrat «grossen Wurf» abstimmen sollen: ein Wassersportzentrum auf dem Seebad-Areal mitsamt Surfbecken, Seesteg und Wellnessbereich für rund 75 Millionen Franken, das dank einer ausklappbaren Dachkonstruktion im Winter als Hallenbad genutzt werden kann. Doch daraus wird vorerst nichts: Die Stadt hat die Abstimmung zum Projekt und zur dafür nötigen Baurechtsvergabe verschoben. Grund dafür sind offene Fragen hinsichtlich der Finanzierung und zur Ausgestaltung des Baurechtsvertrags. Wann und ob neu abgestimmt wird, hängt vom weiteren Verlauf ab – ein Termin steht bislang nicht fest.
Quelle: zvg, Post
Visualisierung: So soll das neue Paketzentrum der Post in Frauenfeld aussehen.
Frauenfeld erhält zweites Post-Paketzentrum
Frauenfeld TG – Die Post hat im Juni mit dem Bau eines neuen regionalen Paketzentrums in Frauenfeld begonnen. Sie investiert 200 Millionen Franken in den Neubau, es entstehen 220 neue Arbeitsplätze. «Mit dem regionalen Paketzentrum Frauenfeld bekennen wir uns klar zur Region und investieren langfristig in unser Kerngeschäft – die Logistik», sagte Post-Logistikchef Johannes Cramer am Spatenstich. Bis Weihnachten 2029 sollen hier bis zu 12'000 Pakete pro Stunde sortiert werden. Den Boden hat die Post im Baurecht übernommen. Nach Fertigstellung soll der Bau das bestehende, nationale Paketzentrum in der Nähe während dessen geplanter Sanierung teilweise ersetzen und danach verstärken.
Quelle: Atelier Corso
Visualisierung: So könnte sich das Güterbahnhofareal in Schaffhausen künftig präsentieren.
Neuer Stadtteil auf Güterbahnhofareal in Schaffhausen
Schaffhausen – Auf dem Areal rund um den Güterbahnhof an der Fulachstrasse planen die SBB, die Stadt und der Kanton Schaffhausen eine umfassende Neugestaltung. Herzstück des Grossprojekts ist eine neue SBB-Serviceanlage für 70 bis 90 Millionen Franken mit drei je 150 Meter langen Instandhaltungsgleisen in einer rund 220 Meter langen Halle, die bis 2032 in Betrieb gehen und rund 60 Arbeitsplätze schaffen soll. Oberhalb der Serviceanlage sollen dereinst Büro- und Wohngebäude für rund 800 Menschen sowie 900 weitere Arbeitsplätze entstehen, ergänzt durch eine Fussgänger- und Velo-Passerelle zur Hochstrasse. Die Stadt rechnet für die nötigen Vorinvestitionen mit rund 34 Millionen Franken; die Stimmbevölkerung dürfte im Frühjahr 2027 darüber entscheiden.
Quelle: Kanton Appenzell Innerrhoden
Visualisierung: So soll ich das neue Verwaltungsgebäude im Appenzeller Dorfkern dereinst präsentieren.
Kein Neubau in Appenzell wegen Ortsbildschutz
Appenzell AI – Der Kanton Appenzell Innerrhoden hat Anfang September das seit längerem geplante Projekt für ein neues Verwaltungsgebäude im Dorfkern sistiert und seine Rekurse gegen die Einspracheentscheide der Baukommission Inneres Land zurückgezogen. Grund dafür sind Gutachten der eidgenössischen Natur- und Heimatschutzkommission sowie der Kommission für Denkmalpflege, wonach der Bau das Ortsbild von nationaler Bedeutung schwerwiegend beeinträchtigt hätte und den Vorgaben der Schutzziele widerspricht. Das kantonale Bau- und Umweltdepartement sucht nun nach neuen Optionen, um die angespannte Raumsituation der kantonalen Verwaltung zu lösen.
Hotelpläne beim Heilbad sind gescheitert
Grub AR – Am 4. September 2008 war die Welt beim «Wellnesspark Appenzellerland» noch in Ordnung: Mit dem Spatenstich startete das über 50 Millionen Franken teure Grossprojekt mit Hotel, Appartements und Ärztehaus neben dem Heilbad. 18 Jahre später ist nur ein Gebäude mit Eigentumswohnungen gebaut – und die Projektgesellschaft Park Residenz Appenzellerland AG ist pleite. Dazu geführt haben laut einem Artikel der «Appenzeller Zeitung» von Mitte September unter anderem eine schwierige Investorensuche für das Vorhaben, ein geplanter Anlagefonds, der an der Coronapandemie scheiterte sowie ein abgesprungener Geschäftspartner.
Quelle: Säntis-Schwebebahn AG
Die neue Zwischenstütze ist 43 Meter hoch, 160 Tonnen schwer und verfügt über einen alpinen Zwischenausstieg auf 2267,25 Metern über Meer.
Eine neue Zwischenstütze für die Säntisbahn
Schwägalp – Bei der Säntisbahn thront seit Ende Juli eine neue Zwischenstütze auf dem Berg: Die 43 Meter hohe, 160 Tonnen schwere Stahlkonstruktion wurde im Rahmen des Projekts «Säntis 2026» für die neue Säntisbahn errichtet. Vier Fundamentblöcke mit rund 420 Kubikmetern Beton sowie 16 Felsanker sichern die Konstruktion im Gelände. Neu kommt die Bahn mit nur einer statt bisher zwei Zwischenstützen aus – dafür wurde sie breiter und massiver gebaut, mit stärkeren Tragseilen, um die höheren Zugkräfte sicher aufzunehmen. Der für die Montage eingesetzte Baukran wurde Anfang August per Helikopter zurückgebaut. Als Nächstes folgt der Einzug der neuen Tragseile.
Wettbewerbe aus der Region
Quelle: PD / Stadt Schaffhausen
Visualisierung: So soll der neue Dreifachkindergarten Kreuzgut in Schaffhausen dereinst aussehen.
Ein Dreifachkindergarten aus Holz für Schaffhausen
Schaffhausen – Der sanierungsbedürftige Doppelkindergarten beim Schulhaus Kreuzgut in Schaffhausen wird durch einen neuen Dreifachkindergarten mit integrierter Schulinsel ersetzt. Aus dem Wettbewerb ging der Entwurf «Baumhaus» der Architektin Agnieszka Slota als Siegerprojekt hervor. Die Jury überzeugte unter anderem die geplante Holzbauweise mit Ausrichtung auf Kreislaufwirtschaft.
Quelle: OVI Images GmbH
Visualisierung: Das Projekt «Linea silens» gewann den Studienauftrag zur geplanten Velobrücke über den Wattbach zwischen St.Gallen und Teufen.
Eine Velobrücke über den Wattbach
Teufen AR – Der Kanton Appenzell Ausserrhoden, die Stadt St. Gallen und die Gemeinde Teufen planen eine neue Velobrücke über den Wattbach, die die Liebegg-Siedlung sicher umfährt. Aus einem Studienauftrag ging das Projekt «Linea silens» der Büros Bänziger Partner AG, Michael Meier und Marius Hug Architekten AG sowie Lorenz Eugster Landschaftsarchitektur als Sieger hervor.
Quelle: K&L Architekten AG
Visualisierung: So soll der Haupteingang des neuen Hallenbads der KSS aussehen.
Neues KSS-Hallenbad mit Sauna-Dach
Schaffhausen – Seit Juni steht das Siegerprojekt für den 2023 vom Volk bewilligten Neubau des Hallenbads KSS fest. Der Entwurf «Katamaran» von K&L Architekten AG und Uniola Landschaftsarchitektur AG überzeugte die Jury mit einer klaren Zonierung der verschiedenen Nutzungen, einem Saunagarten auf dem Dach sowie einer Holz-Glas-Fassade. Das Preisgericht sieht in der Weiterbearbeitung noch Potenzial. So soll insbesondere die Qualität der flexiblen Holzstruktur als offener, pavillonartiger Bau mit der Fassade gestärkt werden. Der Baustart soll frühestens 2028/29 erfolgen.