08:43 BAUPROJEKTE

Was derzeit in Freiburg, Neuenburg und Jura geplant und gebaut wird

Geschrieben von: Jean-A. Luque (jal)
Teaserbild-Quelle: Urban Project

Welche Bauprojekte stehen in Neuenburg, Freiburg und Jura an? Von der Verwandlung der Maison Cailler in einen Schoggipark über den neuen Uni-Neubau «Univers» in Neuenburg bis zum blockierten Schulneubau in Delémont – ein Überblick zu Projekten in der Region.


Projekte im Bau oder in Planung

Visualisierung des Schoggiparks des Maison Caillier

Quelle: Urban Project

Das Maison Caillier wird zum Schoggipark

Broc FR – In Broc am Fusse der Voralpen plant die Maison Cailler eine Transformation zu einem Themenpark. Das 400 Millionen Franken teure Projekt sieht eine Erweiterung von 2000 auf 30 000 Quadratmeter vor, mit einem ausgebauten Parcours rund um die Geschichte, Herstellung und Nachhaltigkeit des Kakaos sowie neuen interaktiven Installationen. Ein markantes Zeichen setzt ein Gewächshaus beim Eingang: In den bis zu 26 Meter hohen, kakaobohnenförmigen Bauten aus Glas und Metall (Bild links) sollen dereinst echte Kakaobäume wachsen. Die übrige Architektur setzt auf eine zurückhaltende Sprache mit gefärbtem Beton, lokalem Holz und grosszügigen Verglasungen. Weiter soll eine Seilbahn den Park mit einem unterirdischen Parkhaus verbinden. Die erste Etappe des Themenparks soll 2030 eröffnen; bis 2035 sollen ausserdem drei Hotels, ein Wellnessbereich sowie ein Seminarzentrum entstehen.

Baustelle des Autobahnanschlusses Matran bei A12

Quelle: Jean-A. Luque

Grossbaustelle in Matran bis 2027

Matran FR – Die Arbeiten am künftigen Autobahnanschluss Matran an der A12 stellen einen bedeutenden Eingriff in eine der meistbefahrenen Autobahnachsen des Kantons Freiburg dar. Das Projekt zielt darauf ab, die bestehende Infrastruktur anzupassen, um den Verkehrsfluss zwischen der Autobahn und dem lokalen Strassennetz zu verbessern. Vorgesehen sind der Umbau der Ein- und Ausfahrtsrampen sowie neue Verzögerungs- und Beschleunigungsspuren. Weiter werden mehrere Stützmauern und Querungsbauwerke angepasst oder teilweise neu gebaut. Das Bauprojekt beinhaltet ausserdem Lärmschutzanlagen sowie landschaftliche Ausgleichsmassnahmen. Die Bauarbeiten finden in einem anspruchsvollen Umfeld zwischen Autobahnverkehr, Wohngebieten und nahen Gewerbebetrieben statt. Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 45 Millionen Franken. Die Inbetriebnahme ist für Sommer 2027 vorgesehen.

Erneuerung naturhistorisches Museum Freiburg

Quelle: zamparo architectes

Neuer Auftritt für das Naturhistorische Museum Freiburg

Freiburg FR – Das Naturhistorische Museum Freiburg wird für 71 Millionen Franken umfassend erneuert – 60 Millionen entfallen auf die Gebäudesanierung und den Neubau, 11 Millionen auf die Konzeption und Realisierung der neuen Dauerausstellung. Mit dem Projekt werden die Rundgänge im Museum übersichtlicher und attraktiver gestaltet: Die Sammlungen – von zoologischen Präparaten bis zu geologischen Stücken – werden künftig in einer immersiven Szenografie präsentiert, die die Vielfalt der Bestände im Museum stärker zur Geltung bringen soll. Darüber hinaus werden die Klimatisierungsanlagen erneuert, die für die Konservierung sensibler Objekte unerlässlich sind. Weiter ist eine Vergrösserung der Empfangs- und Vermittlungsbereiche vorgesehen, um den stetig wachsenden Besucherzahlen Rechnung zu tragen. Die Wiedereröffnung des Naturhistorischen Museums Freiburg ist für 2028 geplant.

Neubau der Universität Neuenburg

Quelle: SP – Berrel Kräutler Architekten AG

Ein «Univers»-Neubau für die Uni Neuenburg

Neuenburg NE – Mit dem Projekt «Univers» erhält die Universität Neuenburg einen markanten Neubau am Ufer des Neuenburgersees – mehr als vierzig Jahre nach ihrer Ansiedlung an diesem Standort. Der rund 100 Millionen Franken teure Bau, der vom Grossen Rat genehmigt wurde, soll mehrere heute über die Stadt verteilte Institute unter einem Dach vereinen und so die Attraktivität der Universität stärken. Geplant sind Lehr- und Forschungsräume sowie ein neues Auditorium mit rund 700 Plätzen. Das Gebäude entsteht auf dem ehemaligen Areal des Panespo-Komplexes, der lange als provisorisch galt und dessen letzte Überreste vor rund zehn Jahren abgerissen wurden. Die rund 8000 Quadratmeter grosse, aufgeschüttene Fläche am See lag danach jahrelang brach. Das Gebäude orientiert sich sowohl zum See als auch zur Stadt hin. Die Terrassierungsarbeiten haben dieses Jahr begonnen; die Fertigstellung ist für 2029 geplant.

Neuer Hauptsitz von Viteos in La Chaux-de-Fonds

Quelle: Viteos

Neuer Hauptsitz für Viteos in La Chaux-de-Fonds

La Chaux-de-Fonds NE – Das Energieunternehmen Viteos baut in La Chaux-de-Fonds einen neuen Hauptsitz, der einen Grossteil der heute auf mehrere Standorte verteilten Mitarbeitenden unter einem Dach vereinen soll. Der zeitgemässe Bau setzt auf eine klare, rationale Volumetrie und eine funktionale Organisation der Arbeitsflächen und Gemeinschaftsbereiche. Die Fassaden sollen Energiesysteme wie unter anderem Photovoltaikmodule beinhalten und werden von grosszügigen Verglasungen geprägt – wodurch die Identität des Unternehmens als Akteur der Energiewende sichtbar gemacht werden soll. Das Gebäude fügt sich in sein städtisches Umfeld ein, berücksichtigt die anspruchsvolle Topografie und begrenzt die Grundfläche. Über seine Funktion als Firmensitz hinaus soll der Neubau zum architektonischen Manifest der Energiewende im Kanton Neuenburg werden. Die Inbetriebnahme ist für 2027 vorgesehen.

Schulneubau Les Arquebusiers in Delémont

Quelle: Stähelin Partner Architectes SA1

Schulneubau in Delémont juristisch blockiert

Delémont JU – Auf dem Gelände «Les Arquebusiers» im Zentrum von Delémont, der Hauptstadt des Kantons Jura, sollte eigentlich seit Langem ein dringend benötigter Neubau für die Primarschule gebaut werden. Zwei provisorische Schulpavillons aus den 1970er-Jahren stehen dort aber noch immer – mehr als fünfzig Jahre nach ihrer Errichtung. Das geplante Schulgebäude überzeugt durch eine kompakte, funktional klare Anlage: Die Baukörper gruppieren sich um einen zentralen Begegnungsraum, der Klassenzimmer, Aufenthaltsbereiche und Mehrzweckräume verbindet. Als Hauptmaterial ist regionales Holz vorgesehen, um kurze Lieferketten zu fördern. Doch das Schulraumprojekt liegt derzeit auf Eis: Ein Rechtsstreit zwischen der Gemeinde Delémont und einer Erbengemeinschaft blockiert den für den Neubau notwendigen Sondernutzungsplan «Les Arquebusiers». Ein Ende des Verfahrens ist derzeit nicht absehbar.



Aktuelle Projektwettbewerbe aus der Region

Neubau Schule Wolfacker in Düdingen

Quelle: cyaan_visualization, Zürich

Neubau für Primarschule Wolfacker: Mit dem Entwurf «Esplanade» haben Ramser Schmid Architekten und Eberli Landschaftsarchitektur den Projektwett­bewerb für die Erweiterung und den Neubau der Primarschule Wolfacker in Düdingen FR gewonnen. Das Siegerprojekt sieht ein langes Gebäude entlang der Alfons-Aeby-Strasse vor, das die bestehenden Bauten im Norden mit dem Neubau im Süden verbindet.

Sanierung Gymnasium Lycée Blaise-Cendrars in La Chaux-de-Fonds

Quelle: McIver - Ek Chevroulet Architectes

Gymnasium aus 70ern wird saniert: Das Architekturbüro MacIver-Ek Chevroulet hat den Wettbewerb für die Sanierung des Gymnasiums Lycée Blaise-Cendrars in La Chaux-de-Fonds NE gewonnen. Das Projekt umfasst eine behutsame, energetische und bauliche Erneuerung der drei Gebäude aus den 1970er-Jahren. Ein Landschaftskonzept soll die Schule zudem stärker im umgebenden Wald verankern.

Neubau für die Alterspsychiatrie in Marsens

Quelle: Ferrari Architectes

Neubau für die Alterspsychologie: Ferrari Architectes hat den Projektwettbewerb für einen Neubau für die Alterspsychiatrie des Réseau fribourgeois de santé mentale (RFSM) in Marsens FR gewonnen. Der rund 50 Millionen Franken teure Neubau soll die Bettenkapazität von heute 54 auf 105 verdoppeln – eine Reaktion auf den demografischen Wandel im Kanton Freiburg. Der Entwurf fügt sich in die bestehende Struktur des Areals ein und stärkt dessen zentrale Achse, ohne den Denkmalwert der bestehenden Anlage zu beeinträchtigen. Der Baustart ist für Mitte 2028 vorgesehen, die Inbetriebnahme für 2030.


Geschrieben von

Chefredaktor Batimag

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