12:18 BAUPROJEKTE

Studienauftrag Ober Emmenweid, Emmen LU: Die dörfliche Gartenstadt-Idee

Geschrieben von: Manuel Pestalozzi (mp)
Teaserbild-Quelle: Lussi Partner AG, Vetschpartner AG

Das kleine Wohnquartier Ober Emmenweid am Rande von Emmenbrücke ist historisch eng mit dem Industriegebiet Emmenweid verbunden. Einst als Siedlung für Werktätige konzipiert, soll es jetzt verdichtet werden. Ein Studienauftrag lieferte einen interessanten Vorschlag für das «Weiterbauen».

Visualisierung Gestaltungsplan Ober Emmenweid Emmen LU

Quelle: Lussi Partner AG, Vetschpartner AG

Die Gasse zwischen den Neubauten gibt einen Blick auf die erhaltenen Wohnhäuser aus den 1930er-Jahren frei.

Die Gemeinde Emmen liegt nördlich von Luzern. Sie hat eine typische Agglomerationsgeschichte hinter sich: Das Dorf in der Nähe der Reuss erhielt Mitte des 19. Jahrhunderts einen Bahnhof. Dieser wurde allerdings rund zwei Kilometer südwestlich vom Ortszentrum erstellt, in der Nähe der Brücke über die Kleine Emme, die anschliessend in die Reuss mündet. Bei ihm entstand der neue Ortsteil Emmenbrücke, der das ursprüngliche Dorf bald einmal überflügelte.

Beim linken Ufer der Emme mit dem Weiler Emmenweid entstanden grössere Industrieanlagen: 1850 kauften die Brüder Ludwig und Franz Xaver von Moos eine Liegenschaft in der Emmenweid und legten den Grundstein für die Eisenfabrik von Moos. Französische Investoren gründeten 1906 auf der Emmenweid die «Viscose Emmenbrücke», eine Kunstseidenfabrik. Diese beiden Grossunternehmen prägen die Luzerner Gemeinde bis heute.

Abgelegene Fabriksiedlung

Für die Werktätigen mussten in grosser Zahl neue Wohngelegenheiten geschaffen werden. Dies geschah auch auf der Ober Emmenweid, einer Anhöhe direkt über der von Moos-Fabrikanlage. Sie liegt rund 50 Meter höher und ist von der Fabrik durch den dichten, steil abfallenden Schooswald getrennt. Der Bau der Siedlung Ober Emmenweid erfolgte in den 1930er-Jahren als «eines der besten Mittel zur Erziehung eines soliden, zuverlässigen und bodenständigen Arbeiterstandes», wie sich der damalige Direktor der Fabrik ausgedrückt hatte. Zusammen mit anderen fabrikeigenen Einrichtungen wie dem Angestelltenheim, der Speiseanstalt, dem Konsumladen, dem Kindergarten und der Sparkasse bildete die bis in die 1970er-Jahre recht abgelegene Fabriksiedlung eine Art Dorf für sich.

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