Neues AKW kostet bis 43 Milliarden Franken
Bundesrat und Parlament planen, das AKW-Neubauverbot zu kippen. Eine Studie zeigt nun auf: Ein neues Atomkraftwerk wäre nicht vor 2050 am Netz. Und: Der Neubau birgt extreme finanzielle Risiken.
Quelle: Axel Hoffmann, pixelio.de
AKW Leibstadt: Die Kosten für ein neues Kernkraftwerk könnten explodieren.
Der Neubau eines Atomkraftwerks in der Schweiz würde zwischen 14 und 43 Milliarden Franken kosten. Das geht aus einem neuen Bericht der Akademien der Wissenschaften Schweiz hervor. Ein solches Projekt wäre laut der Studie voraussichtlich nur mit erheblicher staatlicher Unterstützung finanzierbar.
Der Bericht hält weiter fest, dass private Investoren sich in den vergangenen Jahren weltweit nur noch an solchen Grossprojekten beteiligten, wenn der Staat einen erheblichen Teil der Risiken übernahm.
Zu spät am Netz
Hintergrund ist die Absicht von Bundesrat und Parlament, das AKW-Neubauverbot zu kippen. Dies, nachdem das Stimmvolk dieses Verbot erst vor 9 Jahren mit klarem Mehr beschlossen hatte. Die Studie zeigt nun auf: Ein neues Atomkraftwerk wäre frühestens 2050 am Netz. Die Schweiz braucht aber wesentlich früher mehr Strom, um allfällige Versorgungslücken im Winter zu schliessen.
Die grosse Spannbreite der im Bericht berechneten Kosten ergibt sich aus zwei Szenarien: Im optimistischen rechneten die Autoren mit Kosten von 14 Milliarden Franken für einen Reaktor des US-Herstellers Westinghouse und 21 Milliarden Franken für einen grösseren Reaktor, wie ihn die französische Firma EDF anbietet. Sollte sich die Kostenentwicklung aber wie bei bisherigen Projekten fortsetzen, könnten die Kosten auf 25 Milliarden beziehungsweise 43 Milliarden Franken ansteigen. (mgt/bk)