17:06 BAUPROJEKTE

Strassenbau: Bund, Kanton und Kriens tragen Kosten für A2-Überdachung gemeinsam

Teaserbild-Quelle: jonbonsilver, Pixabay

Die Autobahn A2 soll in Kriens LU zum Teil überdacht werden, um getrennte Stadtteile miteinander zu verbinden. Heute Montag haben sich Stadt, Kanton und Bund auf die Finanzierung des 186 Millionen Franken teuren Projekts verständigt. 

Das Bundesamt für Strassen (ASTRA) übernimmt 60 Prozent der Gesamtkosten respektive rund 112 Millionen Franken – 60 Prozent entsprechen der maximal möglichen Beteiligung des Bundes. Der Kanton übernimmt 26 Prozent (48,5 Mio.) und die Stadt Kriens die verbleibenden 14 Prozent (26,1 Mio.). Allerdings müssen die Mittel noch von den Parlamenten und den Stimmberechtigten des Kantons oder vielmehr von Kriens genehmigt werden. - Die städtische Abstimmung ist für September, die kantonale für November dieses Jahres geplant.

Gibt es keinen Bypass, wird die A2 nicht überdacht

Vorgesehen ist, den Autobahntunnel Schlund um 150 Meter nach Norden in Richtung Sonnenberg zu verlängern. Dadurch entsteht die neue Verbindung Chäppeliallmend über der Autobahn. Nördlich davon, im Gebiet Arsenal-Südpol, soll auf einer Länge von bis zu 300 Metern die A2 vollständig überdeckt werden. Die bestehende Brücke Arsenalstrasse soll zurückgebaut werden. Die beiden Überdeckungen sind vom Bypass-Projekt unabhängig. «Die Überdachungen werden jedoch nicht ohne das Bypass-Projekt realisiert», sagte Verkehrsdirektor Fabian Peter (FDP) heute Montag an der Medieninformation.

Konkret sieht das Bypass-Projekt den Bau eines 3,5 Kilometer langen Tunnels zwischen Ibach (Luzern Nord) und Grosshof (Kriens) vor, mit dem der Transitverkehr künftig umfahren werden soll. Ergänzt werden die Siedlungsverbindungen durch Lärmschutzwände, begrünte Mauern und Aufschüttungen, wie Kantonsingenieur Gregor Schwegler vor den erklärt. «Das Projekt verbessert die Lebensqualität der Bevölkerung». Eine vollständige Überdeckung der A2 in diesem Abschnitt wäre laut Schwegler «nicht zielführend» gewesen: «Es hätte das Stadtgefüge zu stark verändert.»

Stimmen Parlamente zu, muss Kriens Beschwerde zurückziehen

Allerdings: Das Bypass-Projekt liegt derzeit wegen mehrerer Beschweren auf Eis. Die Stadt Kriens hat sich jedoch verpflichtet, ihre Beschwerde zurückzuziehen, wenn die beiden Parlamente dem Projekt zustimmen. Kriens stehe hinter der gemeinsam erarbeiteten Lösung, sagte Stadtpräsidentin Christine Kaufmann-Wolf. Es habe ein «Dialog auf Augenhöhe» stattgefunden, erklärte sie an der Medienkonferenz. Noch vor einigen Jahren seien die Fronten verhärtet gewesen. Wie sie weiter ausführt, ist das vorliegende Projekt «technisch machbar, städtebaulich wirksam und finanziell tragbar».

Jürg Röthlisberger, Direktor des Astra, bezeichnete die A2 als eine der wichtigsten Verkehrsachsen der Schweiz. Er sieht in der geplanten Teilüberdachung eine «gelungene Quadratur des Kreises». Sie schaffe neuen Raum für die städtebauliche Entwicklung und entflechte zugleich die lokalen Verkehrsströme.

Die A2, die erste Autobahn der Schweiz

Die Planung der Überdachungen wird nach Angaben der Verantwortlichen voraussichtlich rund zehn Jahre dauern. Für die Bauarbeiten werden weitere vier bis fünf Jahre veranschlagt. Eine Realisierung ist ab 2037 vorgesehen.  - Die A2, die 1955 als erste Autobahn der Schweiz auf dem Abschnitt Kriens-Horw eröffnet wurde, wird im Raum Luzern-Süd laut Regierungsbotschaft täglich von rund 70'000 Fahrzeugen befahren. (Stephan Weber, Keystone-SDA / mai)




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