Staudammerhöhung bei Kraftwerk Göschenen UR ist machbar
Die Kraftwerk Göschenen AG (KWG) will nach Vorabklärungen die Erhöhung des Staudamms vorantreiben. Die Dammerhöhung des Göscheneralpsees gehört zu den 16 Wasserkraftprojekten, welche der Bund priorisiert haben möchte.
Quelle: zvg, Kraftwerk Göschenen AG
Konkret würde sich mit der Dammerhöhung um 15 Meter der Speicherinhalt des Göscheneralpsees um 28 Prozent vergrössern.
Die bisherigen Abklärungen zeigten laut KWG, dass das Projekt grundsätzlich umsetzbar ist. Es gebe «keine Punkte, die das Projekt grundsätzlich verunmöglichen», wird Angela Krainer, VR-Präsidentin der KWG AG, im Communiqué zitiert. Auch Fragen zur Hochwasser- und Erdbebensicherheit und zu den Wasserzuleitungen und Triebwasserwegen seien geklärt, hiess es weiter.
Die Bauprojektierung dauert laut den Kraftwerkbetreibern voraussichtlich bis Frühjahr 2027. Danach folgt die öffentliche Auflage. Ein möglicher Baustart wäre frühestens 2029 möglich.
Restwertvereinbarung als Voraussetzung
Die Investition ist wegen der 2043 auslaufenden Konzessionen an eine Restwertvereinbarung mit dem Kanton Uri und den Korporationen Uri und Urseren geknüpft. Gemäss Mitteilung sichert die KWG damit den nicht amortisierbaren Restwert ihrer Investition am Ende der Konzession ab.
Eine entsprechende Vereinbarung mit den konzessionserteilenden Institutionen sei bereits erarbeitet worden; sie werde nun zusammen mit der nötigen Zusatzkonzession den zuständigen Gremien zur Genehmigung vorgelegt. «Wir freuen uns über die erzielte Einigung sowie die weitere partnerschaftliche Zusammenarbeit mit dem Kanton Uri und den beiden Korporationen», wird Krainer zitiert.
Umweltschutzverbände tragen Projekt mit
Im Zusammenhang mit den gesetzlich geforderten Ersatz- und Ausgleichsmassnahmen sei das Projektteam laut Mitteilung zudem in einen Dialog mit den Umweltschutzorganisationen getreten. In vielen Punkten sei man sich einig, und die Verbände würden eine Dammerhöhung um 15 Meter mittragen. Noch nicht abschliessend geregelt seien hingegen die weitergehenden Ausgleichsmassnahmen, welche die 16 priorisierten nationalen Ausbauprojekte zusätzlich erbringen müssten – die KWG zeigt sich diesbezüglich gemäss Mitteilung aber zuversichtlich.
Durch die Dammerhöhung steige die Stromproduktion nur «geringfügig», hiess es weiter. In der Reusskaskade mit den Kraftwerken Göschenen, Wassen und Amsteg könnten jedoch jährlich rund 60 Gigawattstunden Strom vom Sommer in den Winter verlagert werden. Das entspricht gemäss KWG der Jahresstrommenge von rund 13'500 Vierpersonen-Haushalten. Möglich wird die Verschiebung durch das um rund 28 Prozent grössere Speichervolumen des Stausees, wie es in der Mitteilung heisst. (sda/mgt/pb)
Quelle: zvg, Kraftwerk Göschenen AG
Die Kraftwerk Göschenen AG (KWG) kann ihre geplante Erhöhung des Staudamms vorantreiben.