Kredit für Strassensanierung in Gersau SZ reicht nicht aus
Der Ausbau eines 600 Meter langen Strassenstücks bei Gersau SZ wird 20 Prozent teurer als geplant. Der Schwyzer Regierungsrat beantragt dem Kantonsrat, zu den bereits genehmigten 31 Millionen einen Nachtragskredit von 6,2 Millionen Franken zu sprechen.
Quelle: BD
Bei der Sanierung und dem Ausbau der Hauptstrasse zwischen Gersau und Vitznau kommt es zu höheren Kosten.
Die Kantonsstrasse verbindet dem Vierwaldstättersee entlang Vitznau LU mit Gersau. Nachdem sie auf der Luzerner Seite saniert und ausgebaut wurde, soll sie nun auch auf der Schwyzer Seite erneuert werden.
Ziel sei es, die Verkehrssicherheit zu erhöhen und die Strassenanlage an die Anforderungen einer leistungsorientierten Hauptstrasse anzupassen, wie die Staatskanzlei Schwyz am Donnerstag mitteilte. Das Bauprojekt sieht vor, die Strasse zu verbreitern und ihren Verlauf leicht zu strecken. Ihre Stabilität im steilen Gelände soll mit neuen Kunstbauten gesichert werden. In Fahrtrichtung Vitznau ist zudem ein Velostreifen geplant.
Der Kantonsrat Schwyz genehmigte für die Arbeiten vor einem Jahr 30,98 Millionen Franken. Darin war auch eine Reserve von zehn Prozent eingerechnet. Doch die eingegangenen Offerten für die Bauarbeiten waren so hoch, dass trotz dieses Polsters eine Erhöhung der Ausgabenbewilligung von 6,2 Millionen Franken nötig ist.
Stützkonstruktionen als Hauptkostentreiber
Für die Zusatzkosten gibt es gemäss Staatskanzlei mehrere Gründe. Die Materialien, die Energie und die Transporte seien teurer geworden, auch die geopolitischen Unsicherheiten würden in den Kalkulationen der Anbieter mit Zuschlägen berücksichtigt. Allein die Bauteuerung betrage seit Juli 2024 4,5 Prozent, heisst es.
Darüber hinaus sei die Baubranche stark ausgelastet, was die Preise ebenfalls erhöhe – zahlreiche gleichzeitig laufende Infrastrukturvorhaben auf nationaler und regionaler Ebene würden sich gerade bei technisch anspruchsvollen Projekten unmittelbar auf die Angebotspreise auswirken.
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Für die Strassensanierung zwischen Gersau und Vitznau sind rückverankerte Stützkonstruktionen notwendig.
Der eigentliche Hauptgrund für die vergleichsweise hohen Projektkosten liegt laut Staatskanzlei aber in den nötigen Kunstbauten: Wegen der Verbreiterung der Fahrbahn, der leicht gestreckten Linienführung und der erforderlichen Stabilitätssicherung im steil abfallenden Gelände seien seeseitig über den gesamten Projektperimeter neue Bauten nötig, darunter bis zu acht Meter hohe, rückverankerte Stützkonstruktionen.
Regierungsrat hält an Projekt fest
Der Regierungsrat sei nach wie vor von der Notwendigkeit der Sanierung und des Ausbaus der Strecke überzeugt, heisst es in der Mitteilung. Nach Abschluss der Bauarbeiten auf der Luzerner Seite werde die Bevölkerung wohl auch eine adäquate Weiterführung des Strassenquerschnitts auf Schwyzer Seite erwarten.
Der moderate Ausbau mit einer Verbreiterung der Querschnitte, analog zu den bereits ausgebauten Abschnitten Seehof, Langmatt und Forstegg, erhöhe die Verkehrssicherheit in diesem kritischen Bereich wesentlich. Aufgrund der Komplexität der Bauwerke und des ohnehin zwingend gegebenen Sanierungsbedarfs der bestehenden Anlagen liessen sich keine massgeblichen Einsparungen durch Projektoptimierungen erzielen, so die Staatskanzlei weiter. (sda/mgt/pb)