Luzerner Stadtrat beschliesst Bebauungsplan für Reussbühl West
Die Stadt Luzern plant mit Reussbühl West ein neues Quartier mit bis zu 800 neuen Wohnungen. Der Stadtrat hat den Bebauungsplan für das 5,6 Hektar grosse Gebiet an der Grenze zum Seetalplatz in Emmenbrücke beschlossen.
Quelle: Richtprojekt CKW, Salewski Nater Kretz Architekten
Visualisierung: Durch die Verbindung von alten und neuen Elementen soll auf dem Areal «Reussbühl West» ein lebendiges Stadtquartier entstehen.
Im Norden der Stadt Luzern befindet sich ein kantonales Entwicklungsgebiet, das der Kanton, die Stadt und die Gemeinde Emmen gemeinsam planen. Auf dem Gebiet der Gemeinde Emmen am Seetalplatz wird bereits seit Jahren gebaut. Auf jenem der Stadt Luzern in Reussbühl Ost sind erste Bauarbeiten im Gang.
Nun hat der Stadtrat den Bebauungsplan für Reussbühl West vorgelegt. Es handelt sich dabei um die Fläche westlich der Hauptstrasse zwischen Frohburg und der Kleinen Emme. Rund die Hälfte der Fläche sei bereits überbaut und werde mehrheitlich industriell-gewerblich genutzt, heisst es in einer Mitteilung der Stadt Luzern von Montag.
Bis zu 800 neue Wohnungen geplant
Auf dem Gebiet sollen bis zu 800 neue Wohnungen entstehen, ein Fünftel davon sollen günstige Genossenschaftswohnungen werden. Im Nordosten zwischen Zollhausstrasse und Hauptstrasse sind gemischt genutzte Gebäude und Plätze vorgesehen, im westlichen Teil gegen die Täschmatt hin offene Wohnbauten, Grün- und Freiräume.
Eine breite Wegführung entlang des ehemaligen Industriekanals soll die Teilbereiche miteinander verbinden. Zudem sind autofreie Zonen und Fuss- und Velowege geplant. Weiter werden Klimaschutzaspekte durch die Anwendung des Schwammstadtprinzips und durch Vorgaben zur Beschattung berücksichtigt.
Quelle: Städtebau- und Freiraumkonzept August 2023
Das Quartierkonzept basiert auf Freiräumen mit Wegverbindungen, die gemeinsam ein Aussenraumnetzwerk bilden, das sowohl siedlungsbezogene Qualitäten wie auch die Vernetzung sicherstellt.
Ein markanter Bau im Gebiet Reussbühl West ist die Shedhalle, ein über hundert Jahre altes Industriegebäude entlang der Hauptstrasse, das als Spinnerei errichtet und zuletzt von der CKW genutzt wurde. Die Halle soll als «identitätsstiftendes Element» ungefähr zur Hälfte erhalten bleiben und einen öffentlich zugänglichen Innenhof (Patio) erhalten.
17 Einsprachen gegen Bebauungsplan
Mit der Entwicklung des rund 56'000 Quadratmeter grossen Gebiets sollen laut der Stadt neben neuem Wohnraum auch zusätzliche Flächen für Gewerbe und Dienstleistungen entstehen. Um die Wohnqualität zu sichern, beschränken sich Kurzzeitvermietungen gemäss Mitteilung auf die bereits heute dafür genutzten Flächen.
Der Bebauungsplan entstand aus einer mehrjährigen Zusammenarbeit zwischen der CKW, privaten Grundeigentümern und der Stadt Luzern und lag Ende 2025 öffentlich auf. Insgesamt gingen 17 Einsprachen ein. Der Stadtrat beantragt dem Grossen Stadtrat, 14 Einsprachen im Sinne der Erwägungen abzuweisen, auf eine nicht einzutreten sowie zwei Einsprachen infolge Rückzugs als erledigt zu erklären. (sda/pb/mgt)