Stadt Kloten stoppt Projekt für Erweiterung von Pflegezentrum Spitz
Der geplante Umbau des Pflegezentrums im Spitz in Kloten ZH wird nicht realisiert. Die baulichen Eingriffe und die Kosten sind grösser als angenommen, wie die Stadt am Donnerstag mitteilte. Zudem sei die Belastung für die Bewohner zu hoch.
Quelle: PD
3D-Modell des Um- und Ausbauprojekts für das Pflegezentrum im Spitz in Kloten mit der Aufstockung.
Der Stadtrat beantrage dem Gemeinderat deshalb den Projektabbruch, wie die Stadt Kloten mitteilte. Mit dem kürzlich erworbenen Grundstück an der Dorfstrasse 43 eröffne sich gleichzeitig die Möglichkeit für einen zentralen Neubau des Pflegezentrums im Stadtzentrum. Mit dieser gut erreichbaren Lösung werde das Projekt strategisch neu aufgestellt, heisst es weiter.
Das Klotener Stimmvolk hatte dem Umbauprojekt im November 2025 zugestimmt. Vorgesehen war, das Erdgeschoss des Pflegezentrums umzubauen, das Gebäude um ein Stockwerk zu erhöhen und die technischen Anlagen zu erneuern – dies insbesondere, um dem Bedürfnis nach Einzelzimmern gerecht zu werden. Geplant war ein Umbau in vier Etappen über 1,5 Jahre unter laufendem Betrieb.
Nach dem Volksentscheid gab die Baukommission die Detailplanung in Auftrag. Bereits zum Zeitpunkt der Abstimmung sei klar gewesen, dass das Bauen unter laufendem Betrieb eine grosse Herausforderung darstelle, schreibt die Stadt Kloten. Der Stadtrat habe sich dennoch dafür entschieden, um den Bewohnenden einen Auszug aus dem gewohnten Umfeld sowie einen späteren Rückzug zu ersparen.
Statik erfordert grössere Eingriffe
Die vertieften Abklärungen der Architekten hätten nun aber gezeigt, dass sich der bauliche Zustand des Gebäudes anspruchsvoller erweise als bisher angenommen, schreibt die Stadt. Dadurch stiegen die Aufwendungen für die statische Ertüchtigung sowie die nötigen Eingriffe in die bestehende Bausubstanz deutlich, was sich sowohl auf die Kosten als auch auf den Bauablauf negativ auswirke.
Das Bauen unter laufendem Betrieb sei unter diesen erschwerten Voraussetzungen nicht mehr realistisch und für die Bewohnerinnen und Bewohner nicht mehr zumutbar. Da mehr Stockwerke als ursprünglich geplant von den Bauarbeiten betroffen wären, müssten die Bewohnenden ausziehen – was gemäss Mitteilung sowohl zu deutlich höheren Kosten als auch zu einem zu starken Eingriff in deren Leben und Wohlbefinden führen würde.
Die Stadt trage eine Verantwortung gegenüber der älteren Bevölkerung und den Bewohnerinnen und Bewohnern des Pflegezentrums. Eine Umsetzung unter Betrieb wäre mit den neuen Erkenntnissen verantwortungslos und unzumutbar, hält die Stadt fest. (mgt/pb)