09:08 BAUPROJEKTE

Siegerprojekt für neuen Doppelbahnhof in St. Gallen gekürt

Teaserbild-Quelle: Stadt St. Gallen

Die Bahnhöfe Bruggen und Haggen in der Stadt St. Gallen sollen zusammengelegt werden. Am Donnerstag wurde nun das Siegerprojekt des Wettbewerbs präsentiert. Dieses sieht eine horizontale Passerelle vor, die beide Bahnhöfe verbindet.

Modell Zusammenlegung Bahnhöfe Haggen und Bruggen St. Gallen

Quelle: Stadt St. Gallen

Modellbild von Osten: Am Nordende endet die Passerelle mit einer hufeisenförmigen Aussichtsplattform.

Die Zusammenlegung der Bahnhöfe ist ein gemeinsames Projekt der Stadt und des Kantons St. Gallen sowie der SBB. Konkret soll der Bahnhof Bruggen der SBB um 600 Meter stadteinwärts verschoben und von dort mit dem Bahnhof Haggen der Südostbahn verbunden werden. Mit dem Projekt entsteht eine Art Doppelbahnhof im Westen der Stadt St. Gallen. 

Das Vorhaben erfüllt dabei verschiedene Interessen der Projektbeteiligten. Die SBB muss bis 2030 wegen des Behindertengleichstellungsgesetzes den Bahnhof Bruggen sanieren. Der Kanton will das Gebiet Lerchenfeld – wo sich unter anderem der Innovation Park Ost befindet– erschliessen. Für die Stadt dient der neue Bahnhof der Stadtentwicklung im Westen. 

Die Machbarkeit des Projekts für den neuen Doppelbahnhof wurde im vergangenen Jahr abgeklärt und nachgewiesen. Für die Projektierung hatte das Stadtparlament im Mai 2022 einen Kredit von rund 2,5 Millionen Franken bewilligt. 

Passerelle soll Bahnhöfe verbinden 

In einem Projektwettbewerb wurden Vorschläge für die Neugestaltung einer Verbindung der Bahnhöfe sowie der Quartiere auf den Anhöhen mit dem Talboden mittels Vertikalerschliessung gesucht. Auch öffentliche Freiräume sowie «eine Akzentuierung der Bahndämme als städtelandschaftliche Elemente mit hoher ökologischer Qualität» waren Teil des Programms. 

Modell Zusammenlegung Bahnhöfe Haggen und Bruggen St. Gallen

Quelle: PD

Modellbild von Westen: Die Bahnhöfe sollen durch eine rund 120 Meter lange Passerelle verbunden werden.

Am Donnerstag wurde nun das Siegerprojekt vorgestellt. Gewonnen hat der Entwurf «Catwalk» des Planungsteams K&L Architekten AG aus St.Gallen, der WaltGalmarini AG aus Zürich und der Zürcher Uniola AG. Dieser sieht vor, die Bahnhöfe durch eine horizontale Passerelle miteinander zu verbinden. Die rund 120 Meter lange, fünf Meter breite Verbindung liegt bergseitig auf dem Terrain und endet talseitig auf 32 Meter Höhe in einer ungedeckten, hufeisenförmigen Aussichtskanzel mit Blick auf den Talboden. 

An drei Stellen wird die Verbindung vertikal mittels Betonscheiben, respektive Treppentürmen abgestützt. Daraus ergebe sich insbesondere vom Talboden aus eine «skulpturale Raumwirkung», heisst es im Jurybericht. Der «Catwalk» gliedere sich mit der offenen Passerelle und der Aussichtsplattform feinfühlig in das Umfeld ein und stelle die Landschaft ins Zentrum. 

Zwei Liftanlagen geplant 

Teil der Verbindung sind auch zwei Liftanlagen, wie die Stadt St. Gallen zum Siegerprojekt festhält. Die eine befindet sich auf der untersten Ebene an der Haggenstrasse. Die andere liegt auf der mittleren Ebene beim Bahnhof Bruggen, südöstlich der Gröblistrasse auf dem Grundstück der Sigvaris AG. Die Passerelle verbindet die Liftanlagen und führt direkt auf die oberste Ebene zum Bahnhof Haggen. 

Illustration Zusammenlegung Bahnhöfe Haggen und Bruggen St. Gallen

Quelle: PD

Am Nordende endet die Passerelle auf 32 Meter Höhe mit einer hufeisenförmigen Aussichtsplattform mit Blick auf den Talboden.

Illustration Zusammenlegung Bahnhöfe Haggen und Bruggen St. Gallen

Quelle: PD

Am Nordende endet die Passerelle auf 32 Meter Höhe mit einer hufeisenförmigen Aussichtsplattform mit Blick auf den Talboden.

Als Alternative zu den Treppen und Liftanlagen sollen auf beiden Seiten der Gleise ausserdem zwei Fusswege durch die Böschungen führen und so die Bahnhofsebenen miteinander verbinden. Durch die Zusammenlegung der Bahnhöfe könne die Erschliessungsqualität der beiden Quartiere Bruggen und Haggen signifikant verbessert werden, wie die Stadt festhält.

Gesamtkosten von rund 40 Millionen Franken 

Die Gesamtkosten für die Verschiebung des Bahnhofs und den integralen Ausbau werden auf 37,9 Millionen Franken geschätzt. Daran soll die Stadt voraussichtlich 13,5 Millionen, die SBB 12,7 Millionen und der Kanton 5,9 Millionen Franken übernehmen. Weitere 6,9 Millionen könnten aus dem Agglomerationsprogramm St. Gallen-Bodensee fliessen. 

Der Baustart ist für 2029 angekündigt. Die Inbetriebnahme des neuen Doppelbahnhofs wäre dann für 2030 vorgesehen. (pb/mgt/sda)

Illustration Zusammenlegung Bahnhöfe Haggen und Bruggen St. Gallen

Quelle: PD

Illustration Zusammenlegung Bahnhöfe Haggen und Bruggen St. Gallen

Quelle: PD

Illustration Zusammenlegung Bahnhöfe Haggen und Bruggen St. Gallen

Quelle: PD


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