10:29 BAUPROJEKTE

Siebnen SZ muss belasteten Untergrund für viel Geld sanieren

Teaserbild-Quelle: AfU

Der Standort einer ehemaligen chemischen Reinigung in Siebnen muss wegen erheblicher Schadstoffbelastungen saniert werden. Der Schadstoff Tetrachlorethen (PER) wurde bis in einer Tiefe von 30 Metern nachgewiesen.

Bohrmaschine beim Grosskreisel Siebnen

Quelle: AfU

Bohrmaschine beim Grosskreisel Siebnen.

Die chemische Textilreinigung in der Nähe des Grosskreisels in Siebnen an der Wägitalerstrasse war von 1960 bis 1995 in Betrieb. Untersuchungen hätten gezeigt, dass beim Betrieb chlorierte Lösungsmittel in den Untergrund gelangten. So konnte der Schadstoff Tetrachlorethen (PER), eine farblose Flüssigkeit, die als Reinigungsmittel verwendet wird, in einer Tiefe von rund 30 Metern nachgewiesen werden.

Auch angrenzende Grundstücke seien von der Belastung betroffen, heisst es in einer Mitteilung des Schwyzer Umweltdepartements von Dienstag. Seit Beginn der Untersuchungen werden Massnahmen zur Überwachung der Grundwassersituation durchgeführt. Regelmässige Messungen und Analysen hätten bisher erfreulicherweise keine Schadstoffspuren in den bestehenden Grundwasserfassungen gezeigt, heisst es weiter. Die Überwachung bleibt auch während der Arbeiten bestehen.

Airsparging als Sanierungsmethode

Der Untergrund besteht gemäss Mitteilung aus rund 45 Meter mächtigen Bauschutt- und Murgangablagerungen der Wägitaler Aa, die auf undurchlässiger Grundmoräne und Fels liegen. Das Grundwasser befindet sich in einer Tiefe von etwa 25 Metern und fliesst nach Wangen und Lachen. Eine konventionelle Sanierung durch Ausgraben des belasteten Materials sei deshalb nicht möglich, schreibt das Umweltdepartement.

Vor diesem Hintergrund wird nun auf das «Airsparging»-Verfahren als Sanierungsmethode gesetzt. Dabei wird Luft in den grundwasserführenden Untergrund eingeblasen. Gleichzeitig wird die belastete Bodenluft abgesaugt und über Aktivkohle gereinigt. Auf diese Weise wird das im Untergrund vorhandene PER entfernt. Gemäss Mitteilung fand zwischen Oktober 2024 und Juli 2025 ein Pilotversuch statt, bei dem die Wirksamkeit des Verfahrens bestätigt werden konnte. Dabei wurde bereits eine erste Anlage errichtet. 

Lageplan der Altlastensanierung in Siebnen

Quelle: AfU

Situationsplan der Altlast in Siebnen.

Kanton finanziert Sanierung vor

Für die eigentliche Sanierung wird die bestehende Anlage aus dem Pilotversuch um zusätzliche Injektions- und Extraktionsbrunnen erweitert. Anschliessend soll diese über mehrere Jahre betrieben werden, bis das Sanierungsziel erreicht ist. Die Baubewilligung wurde am 20. Juli 2026 erteilt. Die Erweiterung der Anlage begann Anfang September. Der Sanierungsbetrieb wird unmittelbar danach aufgenommen.

Die Gesamtkosten für die bisherigen und noch ausstehenden Untersuchungen, das Pilotprojekt sowie die Sanierung belaufen sich gemäss Mitteilung voraussichtlich auf über eine Million Franken. Da der Kanton Grundeigentümer des Standorts ist, werden die Kosten durch den Kanton vorfinanziert. Parallel zur Sanierung läuft gemäss Mitteilung ein altlastenrechtliches Kostenverteilungsverfahren. Dabei wird geklärt, wer für die Belastung verantwortlich ist und in welchem Umfang die einzelnen Verursacher an den Sanierungskosten beteiligt werden. (mgt/pb)

Linthebene mit Schübelbach rechts und Siebnen links hinten

Quelle: Stefan Zürrer

Linthebene mit Schübelbach rechts und Siebnen links hinten.


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